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Bürgermeister Markus Trinkl danke Lieselotte Birgmeier. Die 77-Jährige hat der Gemeinde ein Haus geschenkt.

Odelzhausen dankt besonderen Engagierten

Gemeinde bekommt ein Haus geschenkt!

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Es war ein Abend voller Überraschungen und voller Dankbarkeit: 170 Gäste, darunter vor allem Vertreter von Vereinen, Ehrenamtliche und örtliche Unternehmer, hatte die Gemeinde Odelzhausen zu einem nachträglichen Neujahrsempfang ins Gasthaus Harner in Sixtnitgern eingeladen. Bürgermeister Markus Trinkl nutzte die Gelegenheit, um einigen Gemeindebürgern für ihr großes Engagement zu danken und eine besondere Nachricht zu verkünden.

„Das Ehrenamt frisst unglaublich viel Zeit“, erklärte er. „Kritisiert wird man schnell, gelobt nur selten.“ Das war an diesem Abend anders: Die Gemeinde ehrte zwei Bürger, die sich jahrzehntelang für Bedürftige und für die Odelzhauser Ortsgemeinschaft engagiert haben. Ausgezeichnet wurden Franz Pachner (68) aus Höfa und Hans Scholz (84) aus Odelzhausen. Für beide war die Ehrung eine große Überraschung.

Pachner hatte vor rund 20 Jahren als Pfarrgemeinderat die Rumänienhilfe ins Leben gerufen. Zuerst beteiligten sich die Odelzhauser auf seine Initiative hin an einer Hilfsaktion der Weichser Klosterschwestern, im Jahr 2000 organisierten sie dann den ersten eigenen Hilfstransport. Seitdem fährt jedes Jahr ein Laster mit Hilfsgütern nach Rumänien. Mit den Spenden wird die Pater-Berno-Stiftung unterstützt, die zum Beispiel Obdachlosen, Waisenkindern, Kramken oder Jugendlichen wieder eine Perspektive bietet.

Pachner war selbst mehrmals in Rumänien. „Ich war erschüttert zu sehen, wie viel Elend es dort gibt“, sagte er. Deshalb ist es für ihn selbstverständlich, jedes Jahr wieder bei der Sammlung mitanzupacken. „Ich habe selbst schon erlebt, wie es ist, wenn es einem nicht so gut geht“, erklärte er. „Ich habe auch Hilfe bekommen, da möchte ich etwas zurückgeben.“

Auf eine ganz andere Art und Weise hat sich Hans Scholz über eine sehr lange Zeit engagiert. Seit den 60er Jahren war er für die Planungen des Odelzhauser Jahrmarkts zuständig, erst vor wenigen Jahren gab er das Ehrenamt auf. „Ich habe es immer genau genommen“, erinnert er sich. Er tüftelte extra einen detaillierten Standplan aus, damit jeder Anbieter seinen optimalen Platz bekam. „Dahinter steckt viel mehr Arbeit, als man denkt“, würdigte Bürgermeister Trinkl das Engagement. Außerdem pflegte Scholz jahrzehntelang den Brunnen in der Odelzhauser Ortsmitte. „Ich hatte eben eine Freud daran“, sagte er bescheiden.

„Beide Beispiele zeigen, wie vielfältig Engagement sein kann“, betonte Bürgermeister Markus Trinkl beim Neujahrsempfang. Die Veranstaltung war für ihn außerdem der richtige Rahmen, um eine besondere Neuigkeit zu verkünden: Die Odelzhauserin Lieselotte Birgmeier hat der Gemeinde das Haus in der Ortsmitte gestiftet, in dem früher die alte Apotheke untergebracht war. „Es ist eine wahnsinnig großzügige Geste, ein wirklich außergewöhnliches Geschenk“, erklärte Trinkl. „Wir können nur aus allertiefestem Herzen Dankeschön sagen!“

Birgmeier (77) hatte in dem Haus 32 Jahre lang eine Apotheke betrieben. Inzwischen lebt sie in dem Gebäude gegenüber, wo auch die neue Apotheke ist. Seit dem Tod von Birgmeiers Mann steht das alte Apothekengebäude leer. „Ich wollte das Haus nicht einfach verscherbeln, sondern es sollte wieder einen sinnvollen Zweck haben“, so Birgmeier. Also überließ sie das Gebäude der Gemeinde. Was genau dort hineinkommt, steht noch nicht fest. Es könnten eine Wohnung sowie eine Gewerbeeinheit, die für einen sozialen oder medizinischen Zweck genutzt wird, entstehen. Alle Einnahmen, die die Gemeinde durch das Haus macht, kommen der Bürgerstiftung zu Gute. „Das ist gleich doppelt großartig“, freute sich Trinkl: „Es werden Vereine gefördert und die Gemeinde kann ein zentrales und ortsbildprägendes Gebäude in der Ortsmitte nutzen.“

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