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Keiner will der Eigentümer sein: die Kapelle in Geiselwies. 

Ordinariat will Kapelle nicht

Unfreiwillige Kapellenbesitzerin

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Die Gemeinde Odelzhausen bleibt Kapellenbesitzerin wider Willen. Wie Bürgermeister Markus Trinkl in der vergangenen Gemeinderatssitzung mitgeteilt hat, hat das erzbischöfliche Ordinariat es erneut abgelehnt, die Geiselwieskirche geschenkt zu bekommen. 

Odelzhausen – „Aus meiner Sicht ist das nicht nachvollziehbar“, erklärte Trinkl. Das Verhältnis zwischen der Erzdiözese München-Freising und der Gemeinde ist wegen des Kirchleins seit längerem angespannt. 2017 stellte sich zufällig heraus, dass Geiselwies nicht Eigentum der Kirchenstiftung Sittenbach ist, sondern der Gemeinde gehört. Weitere Recherchen ergaben, dass auch ein Bürger Teile der Wallfahrtskapelle besitzt. Die neuen Besitzer wollten die Kirche kostenlos der Diözese überlassen – doch die lehnte ab. Bürgermeister Markus Trinkl hatte deshalb im Februar noch einmal einen Brief an Erzbischof Reinhard Kardinal Marx geschrieben. „Ernüchternd“ fand Trinkl die Antwort, die er jetzt erhalten hat.

In dem Brief hieß es, dass die zuständigen Stellen das Thema noch einmal genau geprüft hätten. Man wisse das Angebot der Gemeinde zwar zu schätzen, müsse aber mitteilen, „dass an der Entscheidung, die Übernahme der Kapelle in das Eigentum der Kirchenstiftung stiftungsaufsichtlich nicht zu genehmigen, festgehalten werden muss.“ Die Kirchenstiftung Sittenbach dürfe die Kapelle nicht übernehmen, da ansonsten auch die Baulast auf die Stiftung übergehen würde. Weil die Stiftung verpflichtet sei, sparsam zu wirtschaften, könne sie diese zusätzlichen Kosten nicht übernehmen. „Auch pastorale Gesichtspunkte, insbesondere im Hinblick auf die bestehende Nutzung der Kapelle, können eine solche Übernahme nicht hinreichend rechtfertigen“, schreibt das Ordinariat.

Im Gemeinderat herrschte Ernüchterung. Die Verwaltung soll jetzt prüfen, wie es weitergehen kann und ob eine Stiftung für Geiselwies gegründet werden kann. Immerhin: Ein finanzieller Grundstock wäre wohl vorhanden. Das Ordinariat erklärte, dass es sich vorstellen könne, vorhandene Opferstockeinnahmen und Spendengelder in Höhe von rund 100 000 Euro für Sanierungen zur Verfügung zu stellen.

Das Geld wird auch benötigt: Die alten Votivtafeln müssen renoviert werden. „Und da ist schnell ein fünfstelliger Betrag fällig“, sagte Lorenz Bradl (CSU). „Da brauchen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.“ In dem Brief des Erzbistums heißt es außerdem, dass auch mit künftigen Opferstockeinnahmen so verfahren werden könnte, dass sie zum Erhalt der Kirche verwendet werden. Am Opferstock solle dann ein entsprechender Hinweis angebracht werden.

„Sensationell“, nannte Bürgermeister Markus Trinkl ironisch diesen Vorschlag. „Das entscheiden wir schon selbst.“ Gleichzeitig machte er deutlich: „Für mich ist klar, dass, wenn die Erzdiözese es ablehnt, Eigentümerin zu sein, sie auch bei den weiteren Vereinbarungen, die wir mit der Kirchenstiftung machen, nicht mitreden darf.“ 

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