+
Der Gasthof zur Sonne ist seit März geschlossen. Jetzt wird ein Nutzungskonzept erstellt.

Ortsmitte von Odelzhausen vor der Umgestaltung

Odelzhauser wünschen sich ein Wirtshaus

  • schließen

Es wird ein „Projekt für Generationen“, wie Bürgermeister Markus Trinkl  sagt. Nach der Schließung des Gasthauses zur Sonne im März wird die Ortsmitte in Odelzhausen umgestaltet.

Odelzhausen– Es wird ein Vorhaben, das Odelzhausen über viele Jahre prägen wird, ein „Projekt für Generationen“, wie Bürgermeister Markus Trinkl in der Gemeinderatssitzung sagte. Nach der Schließung des Gasthauses zur Sonne im März dieses Jahres wird die Ortsmitte umgestaltet.

Das ist möglich, weil das Kommunalunternehmen „KU-Bau Odelzhausen“ das Gebäude erworben hat (wir berichteten). Im Gemeinderat zeichnet sich bereits ab, dass viele Räte einen Abriss und einen Neubau befürworten würden. Gemeinsam mit dem Projektentwicklungsbüro CIMA und den Bürgern wird derzeit ein Nutzungskonzept erstellt.

Das Interesse bei einem ersten Bürgerworkshop im Sommer war groß. 211 Vorschläge brachten die rund 80 Teilnehmer ein. Inzwischen hat die CIMA die Ideen ausgewertet. Die Ergebnisse stellte Stadtplaner Jan Vorholt dem Gemeinderat vor. Es gab einige Tendenzen: „Es ist eindeutig, dass den Bürgern ein bayerisches Wirtshaus in der Ortsmitte abgeht“, berichtete Vorholt.

65 Nennungen gab es in der Kategorie Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie und Beherbergung. Davon forderten 29 Bürger bayerische Gastronomie beziehungsweise einen Biergarten am Marktplatz. 17 Bürger wünschten sich mehr Einzelhandel, elf weitere Gesundheitsangebote wie zum Beispiel Fachärzte.

Beim Thema Verkehr ist eine Verbesserung der Parkplatzsituation ein häufiges Anliegen. Von 50 Nennungen bezogen sich 25 auf dieses Thema. Auch die Stadtplaner von CIMA sehen hier Handlungsbedarf. „Das Parken wird in der Ortsmitte zur Zeit sehr kreativ gehandhabt“, ist der Eindruck von Vorholt. Neun Bürger forderten den Bau einer Tiefgarage am Marktplatz, zwei schlugen Parkplätze an der „Seitzwiese“ vor und drei regten an, das Parken in der Ortsmitte von 8 bis 18 Uhr auf maximal eine Stunde zu begrenzen.

Verbesserungen für Radfaher wie Fahrradständer in der Ortsmitte wünschten sich sechs Odelzhauser. Beim Thema „Mobiliar, Grün, Wasser“ gab es 13 Vorschläge für Wasserattraktionen wie ein Naturschwimmbad Glonn (drei Nennungen) oder Wasserspiele (zwei Nennungen).

Ein weiterer Wunsch war eine öffentliche Toilette. Viele Odelzhauser wünschten sich zudem einen Treffpunkt für Vereine, Musikgruppen, Jugendliche oder soziale Einrichtungen. Bei diesen Nennungen wurde deutlich, wie vielfältig das Angebot in Odelzhausen ist. „Es ist sehr breit gefächert“, sagte Vorholt. „Das ist es, was eine Dorfgemeinschaft ausmacht.“

Elf Bürger äußerten sich außerdem zum Thema Rathaus. Sieben forderten, dass die Verwaltung am derzeitigen Standort bleiben soll. Hintergrund ist, dass es Überlegungen gibt, sie in einen Neubau in der Ortsmitte zu verlagern. Dazu nahm Bürgermeister Markus Trinkl in der Bürgerversammlung in Odelzhausen Stellung. Er erklärte, dass es derzeit 21 Arbeitsplätze in der Verwaltung gebe, die alle besetzt seien. Die Zahl der Mitarbeiter werde aber steigen – und damit der Platzbedarf. „Ich habe eine Fürsorgepflicht“, erklärte er. „Und im Sommer sind 30 Grad in den Büros im Obergeschoss keine Seltenheit.“ Er betonte: „Es geht nicht darum, dass wir Lust haben, umzuziehen, sondern es hat ernste Hintergründe.“

Wenn man jetzt nicht diskutieren würde, ob ein Umzug oder ein Umbau des Rathauses langfristig die bessere Lösung sei, „würden wir etwas ganz falsch machen“, erklärte Trinkl. Entschieden, so betonten sowohl Trinkl als auch Jan Vorholt, sei noch gar nichts. „In den nächsten Wochen werden wir überprüfen, welche der Ideen man in einem Nutzungskonzept verwirklichen kann“, kündigte Vorholt an.

Dazu seien weitere Berechnungen notwendig. „Wir müssen zum Beispiel schauen, wie sich der Bevölkerungszuwachs auf die Kaufkraft in der Ortsmitte auswirkt“, erklärte Vorholt. Auch die Effekte der geplanten Umfahrung müssten miteinbezogen werden.

Die Gemeinde plant, ihre Sanierungssatzung für die Ortsmitte zu erneuern. Auch dafür sind weitere Untersuchungen notwendig. „Wir müssen gründlich alle Grundlagen ermitteln und bewerten, um seriöse Aussagen zu treffen“, erklärte Trinkl. „Das braucht Zeit.“

Die CIMA wird jetzt mehrere Varianten für ein Nutzungskonzept für das Gasthaus zur Sonne ausarbeiten und diese im Frühjahr kommenden Jahres bei einem weiteren Bürgerworkshop vorstellen. Anschließend wird ein Konzept erstellt, über das voraussichtlich im Sommer der Gemeinderat entscheidet.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Irre Aktion in bayerischem Petershausen: Gemeinde wie ausgelöscht - „Folgen sind brandgefährlich“
Petershausen gibt es nicht mehr - zumindest wenn es nach den Ortsschildern geht: Unbekannte Täter haben alle acht Schilder in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag …
Irre Aktion in bayerischem Petershausen: Gemeinde wie ausgelöscht - „Folgen sind brandgefährlich“
Ein Umzug ohne Lücken
Viele tausend Zuschauer waren am Sonntag in Indersdorf bestens unterhalten von den gut 60 Wagen und Gruppen, die sich ihren Weg zum Marktplatz schlängelten.
Ein Umzug ohne Lücken
Unerklärliche Meldung über eingeklemmte Person
Nach zwei Auffahrunfällen auf der Autobahn 8 sind am Wochenende drei Personen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wie sich dort herausstellte, waren die Blessuren Gott …
Unerklärliche Meldung über eingeklemmte Person
Emotionaler Appell: FCB-Nationalspieler privat in KZ-Gedenkstätte Dachau
Ein FC Bayern-Spieler besuchte an seinem freien Tag das KZ in Dachau. Auf Instagram postete er ein Foto und richtete einen Appell an die User.
Emotionaler Appell: FCB-Nationalspieler privat in KZ-Gedenkstätte Dachau

Kommentare