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Der Verwaltungshaushalt der Gemeinde Odelzhausen mit seinen Einnahmen.

Haupt- und Finanzausschuss Odelzhausen kämpft heuer mit sinkenden Einnahmen im Etat

Rücklagen sind bis Ende 2022 aufgebraucht

  • Claudia Schuri
    vonClaudia Schuri
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Odelzhausen – Die Botschaft, die Bürgermeister Markus Trinkl an die Odelzhausener Haupt- und Finanzausschussmitglieder hatte, war eindeutig. „Wir müssen uns intensiv darüber Gedanken machen, wie wir an unserer Einnahmesituation arbeiten können“, erklärte er bei der Vorbesprechung des Haushalts für dieses Jahr.

Denn die Corona-Pandemie macht sich auch in der Gemeinde bemerkbar. Heuer müssen zwar noch keine Kredite aufgenommen werden, denn die Deckung des Haushalts ist über Rücklagen möglich, doch die werden Ende 2022 aufgebraucht sein. Das Volumen des Vermögenshaushalts beträgt rund 19,08 Millionen Euro, der Verwaltungshaushalt kommt auf rund 13,39 Millionen Euro.

Bei letzterem sind die größten Einnahmequellen die Einkommen- und die Gewerbesteuer, und bei beiden ist die Entwicklung unsicher. Die Einkommensteuer sei bisher zwar nicht so stark eingebrochen, wie befürchtet, erklärte Trinkl: „Klarheit gibt es aber erst, wenn alle Mitarbeiter ihre Steuererklärung abgegeben haben.“ Im Haushaltsansatz wird mit einem Einkommensteueranteil von rund 3,8 Millionen Euro geplant.

Gewerbesteuer deutlich niedriger angesetzt

Bei der Gewerbesteuer sind 2,5 Millionen angesetzt. Vergangenes Jahr waren es knapp 3,5 Millionen Euro. Damals gab es für Ausfälle jedoch eine Kompensationen vom Freistaat. „Wir können nicht abschätzen, wo der Weg mit der Gewerbesteuer hinführt“, betonte Trinkl. „Es kann noch viel passieren.“

Sicher ist: Die Ausgaben werden nicht weniger. 2021 rechnet die Gemeinde mit 13,39 Millionen Euro. In etwa ein Drittel davon fällt für das Personal an.

Mehr als 90 Personen arbeiten inzwischen in der Gemeinde, davon mehr als 50 in den Kindertagesstätten. „Wenn man Dinge umsetzen will, braucht man Personal“, erklärte Trinkl. „Wir haben ein sehr umfangreiches Arbeitspensum, in der Verwaltung fehlen noch immer Stellen.“

Mit 3,6 Millionen Euro ist außerdem die Kreisumlage ein hoher Ausgabenposten. Hinzu kommt, dass der Defizitausgleich bei der Kinderbetreuung inzwischen über eine Million Euro beträgt. Alles in allem ergibt sich somit im Verwaltungshaushalt ein Defizit von rund 1,96 Millionen Euro.

Trotzdem werden in Odelzhausen weiterhin viele Projekte umgesetzt. Das Investitionsvolumen liegt bei über 9,6 Millionen Euro. Einige Beispiele: Für den Neubau einer Zweifach-Turnhalle rechnet die Gemeinde damit, dass sie bei Gesamtkosten von vier Millionen Euro einen Eigenanteil von rund 1,88 Millionen Euro übernehmen muss. Noch ist zwar nicht klar, ob ein Vertrag mit dem Landkreis bereits dieses Jahr fertig wird. Um flexibel zu sein, sind im Haushalt aber eine Million Euro eingestellt.

Der Verwaltungshaushalt der Gemeinde Odelzhausen mit den Ausgaben im Überblick.

Ein weiteres großes Vorhaben ist der Bau einer Umgehungsstraße. Die Gemeinde schätzt, dass die Kosten für die Planfeststellung und für Grundstückskäufe mindestens 1,6 Millionen Euro betragen werden. Dieses Jahr stehen 200 000 Euro für Planungen bereit.

Ein Dauerthema ist in Odelzhausen außerdem die Abwasserbeseitigung: Das Kanalnetz ist in schlechtem Zustand, 2021 sind für Sanierungs- und Neubaumaßnahmen über 2,7 Millionen Euro vorgesehen. Hinzu kommen 500 000 Euro für den Neubau einer Schlammentwässerung in der Kläranlage.

2,7 Millionen Euro für Abwassernetz vorgesehen

Heuer soll außerdem die Sanierung der Marienkapelle Taxa abgeschlossen werden. Für die noch ausstehenden Arbeiten sind 77 000 Euro eingeplant. Zudem stehen 50 000 Euro für den Bau eines Dirtparks bereit und 140 000 Euro für den Glonnpark. Der Park kostet insgesamt 430 000 Euro, es gibt eine Förderung in Höhe von rund 163 000 Euro.

Die Feuerwehr Odelzhausen benötigt zudem einen Mannschaftstransportwagen. Auch für die Feuerwehr Höfa ist seit geraumer Zeit der Kauf eines neuen Fahrzeuges geplant. Damit dieses sicher untergebracht werden kann, wäre aber ein neues Feuerwehrhaus nötig. Dafür könnten Grundstückskosten entstehen, für die im Haushalt 2021 Geld eingeplant ist.

Hinzu kommen Ausgaben für diverse Straßen-, Geh- und Feldwegarbeiten, für die Schaffung von Bauland sowie die Schlussabrechnung von verschiedenen, bereits abgeschlossenen Projekten. Alles sinnvolle und vor allem wichtige Investitionen, betonte Bürgermeister Trinkl: „Wir können nicht sagen, das schieben wir noch ein paar Jahre“, erklärte er.

Alle Ausschussmitglieder sahen das ähnlich. Jetzt muss demnächst noch der Gemeinderat dem Etat zustimmen.

sas

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