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Echte Raritäten gab es auf dem Oldtimer-Treffen in Odelzhausen zu bestaunen.
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Raritäten mit Erinnerungswert

Oldtimertreffen am Markttag in Odelzhausen

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Beim Markttag am vergangenen Mittwoch in Odelzhausen gab es dieses Jahr eine Premiere: Zum ersten Mal fand auch ein Oldtimer-Treffen statt. Rund 160 Fahrzeuge waren zu bestaunen – darunter auch einige echte Raritäten.

Odelzhausen - Alte Zündapp-Mofas, mit denen man früher zum Tanz gefahren ist, Autos, in denen man mit 18 die ersten Fahrerfahrungen gemacht hat, Lanz- oder Schlüter-Bulldogs, die jahrelang in Scheunen versteckt waren – beim traditionellen Markt zu Mariä Himmelfahrt in Odelzhausen konnten die Besucher dieses Jahr eine Zeitreise machen.

Zum ersten Mal fand ein Oldtimer-Treffen statt. Rund 160 alte Autos, Motorräder und Bulldogs waren ausgestellt – darunter einige echte Raritäten. So wie der Rennwagen von Hans-Werner Schmid (61) aus Augsburg. Er besitzt einen Marcos 3000 GT, nur 119 solcher Autos wurden gebaut. „Das Besondere ist, dass sie einen Holzrahmen haben“, erklärt der 61-Jährige. „Es kann kein Blech rosten.“

Beruflich arbeitet Schmid als Kartograf, in seiner Freizeit überholte er den schnittigen roten Wagen, Baujahr 1969, komplett. Spätestens wenn er die Motorhaube aufklappt und der Blick auf den Motor frei ist, zieht das Auto die Aufmerksamkeit auf sich. Schmid hat es vor zehn Jahren durch einen Zufall ergattert: „Der Vorbesitzer hat zugenommen“, erzählt er, „und konnte deshalb nicht mehr damit fahren“. Denn die Sitze eines Marcos 3000 GTs sind nur für schlanke Leute geeignet. Der Wagen ist so konzipiert, dass man damit theoretisch Rennen fahren könnte. Er hat zwar „nur“ 140 PS – ist aber zugleich auch nur 800 Kilo leicht.

Viel langsamer unterwegs sind Waltraud (63) und Georg (50) Biegerl aus Unterweikertshofen mit ihrem Zündapp Janus. Mit gemächlichen 14 PS tuckelt das kleine weiße Auto aus dem Baujahr 1958 über die Straßen. Auf den ersten Blick sieht man dabei nicht, wo eigentlich vorne und hinten ist – denn Seitentüren gibt es nicht. Stattdessen steigt man über die Front- oder die Heckseite über zwei Klapptüren ein und die Passagiere auf der Vorder- und der Rückbank sitzen Rücken an Rücken über dem Motor. „Mir hat das Auto gefallen, weil es so skurril aussieht“, erzählt Waltraud Biegerl. 6900 Stück des Modells wurden hergestellt, geschätzt 20 sind noch auf den Straßen unterwegs. Die Biegerls haben ihren Zündapp Janus 1998 gekauft und mittlerweile restauriert. Seit 2007 nehmen sie damit an Treffen teil. Einmal hat Georg Biegerl sogar in dem Auto geschlafen – wenn man die Bänke umklappt, verbirgt sich in dem Wagen erstaunlich viel Platz. „Besonders bequem ist es aber nicht“, gesteht der 50-Jährige.

Ein paar andere Oldtimer-Besitzer dagegen boten ihre Fahrzeuge in Odelzhausen zum Verkauf an. So wie Burkhard Füllkruß (75) aus München seinen Mercedes W111 aus dem Baujahr 1961. „Es geht mir nicht ums Geld“, betont er. Stattdessen geht es dem Mechaniker vor allem ums Tüfteln und Schrauben. „Ich habe das Auto komplett zerlegt und wieder zusammengebaut“, sagt er. Vier Jahre habe er an dem Wagen gearbeitet, jetzt sei er wieder top in Schuss und bereit für einen neuen Besitzer. Und Burkhard Füllkruß ist bereit für einen neuen Oldtimer, der hergerichtet werden muss. Reizen würde es ihm auf jeden Fall – „wenn es die Gesundheit erlaubt.“

Viele Oldtimer-Freunde haben gleich mehrere Fahrzeuge in ihren Garagen stehen, so wie Adolf Kreppold (80) aus Orthofen. Er kam mit einem Schlüter-Traktor aus dem Jahr 1953 nach Odelzhausen. „Ich habe 15 Bulldogs“, sagt er. „Der älteste ist aus dem Jahr 1936!“ Dabei wollte er ursprünglich Motorräder sammeln. „Aber das hat nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Also stieg er auf Traktoren um – mit Erfolg. „Mir gefällt die stabile Art und Weise, mit der so ein Traktor früher gebaut wurde“, erklärt er. „Man steigt ein und die Geräte fahren, oft auch noch nach 80 Jahren.“

Davon, wie gut die Fahrzeuge funktionieren, konnten sich die Besucher beim Oldtimer-Treffen selbst überzeugen. Nachmittags gab es einen 30 Kilometer langen Korso durch die Orte rund um Odelzhausen. Künftig wird es so ein Spektakel regelmäßig beim Markt an Mariä Himmelfahrt geben: „Die Premiere ist gelungen“, sagt Organisator Marcus Bübl. „Wir wollen es wieder machen!“ Dann soll sogar eine Homepage zur Anmeldung eingerichtet werden.

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