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Jonas war der erste Odelzhauser Inklusionsschüler. Hier ist er mit seinen Eltern Monika (rechts) und Jürgen Baumgardt (links) sowie mit seinen Lieblingslehrern Martin Ehmann und Corinna Pape zu sehen.

Festakt an der Realschule Odelzhausen

Mit Jonas hat alles angefangen

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Die Realschule Odelzhausen feierte jetzt mit allen Schülern, Lehrern und vielen Ehrengästen, dass sie im Oktober vom Kultusministerium als „Schule mit Profil Inklusion“ ausgezeichnet wurde.

Odelzhausen – Eine kleine Gipsskulptur in Form eines Kleeblatts hat seit langem einen festen Platz auf den Schreibtisch von Anette Schalk, Schulleiterin der Realschule Odelzhausen: Es ist ein Geschenk von einem besonderen Schüler: Jonas (15) hat sie Schalk überreicht, als er im Juli 2015 die Odelzhauser Realschule verlassen hat.  

Mittlerweile wohnt der Jugendliche mit seinen Eltern in Allgäu, doch jetzt ist er zu einem besonderen Anlass noch einmal nach Odelzhausen zurückgekehrt: Die Realschule feierte mit einem nachträglichen Festakt mit allen Schülern, Lehrern und vielen Ehrengästen, dass sie im Oktober vom Kultusministerium als „Schule mit Profil Inklusion“ ausgezeichnet wurde (wir haben berichtet).

Eine Ehrung, die es ohne Jonas so vielleicht gar nicht gegeben hätte. Jonas ist Autist und war der erste Inklusionsschüler in Odelzhausen. „Als ich mich im November 2012 auf die Stelle der Schulleiterin in Odelzhausen bewarb, hatte ich viele und sehr konkrete Visionen, wie meine Schule aussehen sollte“, erzählte Anette Schalk. Schließlich erfuhr sie, dass ein autistischer Schüler die Realschule besuchen wird. Eine Nachricht, die ihr zunächst Angst machte, wie sie bei der Feier offen zugab: „Ich hatte zwar eine Fortbildung gemacht, aber eigene Erfahrung: Null. Ich hatte Albträume.“

Doch dann gab es in den Sommerferien ein Treffen mit Jonas, seinen Eltern und seiner Schulbegleiterin – und plötzlich schien alles viel leichter: „Ich hatte den Eindruck, es könnte klappen“, erinnerte sich Schalk. „Und es hat geklappt.“

Im September 2013 kam Jonas auf die Odelzhauser Realschule – und lebte sich sofort gut ein. Besonders mit seinen Lieblingslehrern Martin Ehmann und Corinna Pape hat er sich gut verstanden. Und sich jetzt umso mehr gefreut, die beiden beim Empfang nochmal zu treffen.

Inzwischen besuchen mehrere Inklusions-Schüler mit verschiedenen Einschränkungen die Realschule. Außerdem gibt es eine Inklusionsgruppe. Die Schüler Manuel, Simone, Alexandra, Raphaela, Lisa, Maresa, Theresa, Lukas und Luis treffen sich bei dem Projekt gemeinsam mit Lehrerin Janina Thanner mit Kindern und Jugendlichen aus der Johannes-Neuhäusler-Schule in Wagenhofen. Dort werden schwerst mehrfachbehinderte Kinder aus dem Heilpädagogischen Kinderheim „Die Wiege“ in Odelzhausen unterrichtet.

Warum engagieren sich die Odelzhauser Realschüler? „Weil ich etwas dafür tun möchte, dass benachteiligte Menschen nicht länger an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden“, erklärte etwa Raphaela.

Die Jugendlichen hatten für die Veranstaltung eine Präsentation mit Fotos vorbereitet und berichteten von ihren Erfahrungen. Theresa erzählte vom Kontakt mit dem 18-jährigen Delil: „Er lacht sehr viel, hält gerne Blickkontakt und lässt sich gerne massieren.“ Auch Delil und andere Kinder von der Wiege waren zu der Feier gekommen.

Die Schüler der Klasse 7b hatten einen Stehempfang mit Kuchen und Canapés vorbereitet.

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