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Michael Wilker verabschiedet sich nach rund 13 Jahren als Organist und Chorleiter – schweren Herzens. 

Michael Wilker verabschiedet sich

Seine letzten Orgeltöne in Odelzhausen

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Michael Wilker verabschiedet sich nach 13 Jahren als Organist und Chorleiter in Odelzhausen – schweren Herzens. Denn die Odelzhauser sind für ihn „ungewöhnlich gute Sänger“.

Odelzhausen – Es war ein Januarmorgen im Jahr 2004, als Michael Wilker zum ersten Mal auf der Odelzhauser Orgel spielte. Eigentlich wollte er in der Kirchengemeinde nur übergangswesise aushelfen, dort gab es gerade keinen Organisten. Dann erklangen die ersten Töne: „Ich war sofort begeistert von der Orgel“, erinnert sich Wilker (54). „Sie ist konzertfähig.“ Er sprang als Chorleiter und Organist ein – und ist geblieben. Nach rund 13 Jahren verlässt er Odelzhausen: Der Abschied fällt ihm nicht leicht.

Wilker hat in Graz fünf Jahre lang Orgel studiert. Während seiner Zeit in Odelzhausen arbeitete er als Musiklehrer an einem Münchner Gymnasium. Am Wochenende begleitete er in Odelzhausen die katholischen Gottesdienste mit seiner Musik – obwohl er selbst Protestant ist. „Die Kirche hat daraus nie ein Problem gemacht“, sagt er. „Und ich hatte auch keins damit.“

Trotzdem ist jetzt Schluss: Am Sonntag wird Wilker im Gottesdienst verabschiedet, er plant, zu seinen Eltern nach Osnabrück zu ziehen. „Es ist schon eine starke Wehmut dabei“, sagt er. „Es sind viele persönliche Freundschaften entstanden.“ Seit 2004 hat Wilker auch den Odelzhauser Kirchenchor geleitet. Ein weiterer Grund, warum aus der Übergangs- eine Dauerlösung wurde.

„Ich habe gesehen, dass der Chor Potenzial hat“, erinnert er sich. Die Sänger haben schnell Fortschritte gemacht. Zu Ostern wurde dann die erste Messe aufgeführt: „Spätestens da war klar, dass ich gerne weiter machen würde.“ Seitdem hat der Chor jedes Jahr zwölf Gottesdienste begleitet, immer mit anderen Liedern: Pro Jahr mussten also rund 60 Stücke einstudiert werden. Ein großes Pensum. Ausfallen durfte die wöchentliche Probe nicht. Aber er konnte auch auf das Vorwissen des Odelzhauser Chors setzen: „Man hat nicht bei null angefangen, wenn man die Noten zu einem neuen Stück ausgeteilt hat.“ Auch der Spaß sei nie zu kurz gekommen: „Eine extrem entspannende und lustige Angelegenheit“ sei so eine Chorprobe, so Wilker. Lachanfälle inklusive, spätestens, wenn es nach der Probe noch ins Gasthaus ging.

Besondere Höhepunkte waren zwei große Konzerte mit dem Odelzhauser Glonnspatzen-Chor: 2006 stand eine Bach-Kantate auf dem Programm und vor rund vier Jahren die Mozart-Messe mit Orchesterbegleitung. Ein bisschen stolz war Wilker schon, als es mit den Konzerten klappte: „Es hat mich gefreut, dass ein Landchor so große Musik machen kann.“ Ihm war wichtig, sich immer gut zu präsentieren. Egal ob der Chor auftrat oder ob Wilker allein den Gesang der Kirchengemeinde auf der Orgel begleitete. „Ich habe es nie locker genommen und mich auf jeden Gottesdienst gut vorbereitet.“

Vorab hat er sich oft mit Pfarrer Richard Nowik abgesprochen, zum Beispiel, um seine Musik auf die Predigt abzustimmen. Eines hat ihm dabei geholfen: „Die Odelzhauser sind ungewöhnlich gute Sänger.“ Am Sonntag haben die 25 Sänger noch einmal einen großen Auftritt. Ein letztes Mal schwingt Michael Wilker den Taktstock.

Sicher wird er etwas aufgeregt sein: „Angespannt bin ich immer“, sagt er: „Aber das darf keiner merken. Es muss leicht wirken.“ Auch Emotionen wird er nicht zeigen, obwohl ihm der Abschied nahe geht. „Ich muss den Sängern präzise Einsätze geben und mich auf die Musik konzentrieren.“ Bis zum letzten Ton auf der so schön klingenden Odelzhauser Kirchenorgel.

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