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Ein ungewöhnliches Instrumentenduo: Axel Wolf und Hugo Siemeth präsentieren Saxophon und Laute. 

Kulturverein Kult A8

So etwas gibt es sonst nicht zu hören

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Saxophon und Laute – ein ungewöhnliches Instrumentenduo, das man normalerweise so nicht zusammen hört. Lautenspieler Axel Wolf und Hugo Siemeth am Alt- und Sopransaxophon sowie der Bassklarinette jedoch brachten genau diese Kombination nach Wiedenzhausen.

Wiedenzhausen – Beim Konzertabend des Kulturvereins Kult A8 präsentierten Axel Wolf und Hugo Siemeth mit ihrem Programm „Flow“ ungewöhnliche Klänge. So trafen zum Beispiel Claudio Monteverdi oder der bekannte Lautinist John Dowland aus dem 16. Jahrhundert auf Jazz-Musiker wie George Gershwin oder Miles Davis.

„Die Verbindung zwischen Renaissance und Jazz ist die Improvisation“, erklärte Siemeth dem Publikum. Und die Improvisation beherrschten die beiden Musiker. Immer wieder hielten sie Blickkontakt, ergänzten sich in ihrem Spiel und gingen aufeinander ein. Ein Höhepunkt des Konzerts war deshalb ein Free-Jazz-Stück, das es so noch nie zu hören gab und es auch nie wieder zu hören geben wird.

Siemeth startete bei diesem Stück mit der Bassklarinette, dann stieg Lautinist Axel Wolf mit einer schnellen Melodie ein. Die beiden wechselten sich ab: Mal übernahm die Bassklarinette mit kräftigem Sound die führende Melodie, mal hielt sich Siemeth zurück, spielte ganz leise und zart, und die gezupften Töne von Wolf traten stattdessen in den Vordergrund.

Das Konzert in Wiedenzhausen war überhaupt sehr abwechslungsreich, viele verschiedene Stile trafen aufeinander. Bei einem Stück von Claudio Monteverdi veränderten die beiden Musiker kurzerhand das Ende: Eigentlich ist die Melodie eher traurig und melancholisch – das Duo machte kurzerhand einen fröhlich, schmissigen Schluss daraus.

Bei Franz Schuberts Winterreise erklang zuerst das Sopransaxophon wie ein Posthorn durch die Kirche, später ließen die Musiker bei dem Motiv „Die Krähen“ mit Fingerfertigkeit Vögel durch die Kirche fliegen.

Saxophonist Siemeth stammt ursprünglich aus Rumänien, „wo das Blau des Himmels ein bisschen anders als in Bayern ist“, wie er dem Publikum erklärte. Klar, dass da bei dem Konzert auch lockere, eingängige Balkan-Musik nicht fehlen durfte: Immer wiederkehrende Grundrhythmen bildeten eine Einheit mit der Saxophonmelodie, die über all dem stand.

Auffallend war bei allen Stücken, dass die lauten Saxophon-Instrumente die Lauten und Theorbe nie überdeckten. Stattdessen waren sie zwei gleichberechtigte Partner, sie bildeten eine Symbiose, Haupt- und Nebenstimmen wechselten sich ab.

Zum Abschluss des Konzertes kam noch eine dritte Stimme hinzu: die des Publikums. Bei einem improvisierten Blues animierten die Musiker, die Zuschauer selbst mitzusingen – auch so kann es klingen, wenn die Laute auf das Saxophon trifft. Wem das Konzert gefallen hat, der hat übrigens die Gelegenheit, einige Ausschnitte noch einmal zu erleben: Der Bayerische Rundfunk hat in der Wiedenzhausener Kirche Aufnahmen für die Sendung „Unter unserem Himmel“ gemacht, bei der Axel Wolf und Hugo Siemeth porträtiert werden. Der Sendetermin steht noch nicht fest, er soll kommendes Jahr sein.

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