So steht es aktuell um den Schnellbus Dasing-Pasing

Das Problem sind die Kosten

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Kommt der Schnellbus zwischen Dasing und Pasing doch noch? Odelzhausens Bürgermeister Markus Trinkl zeigte sich bei den Bürgerversammlungen jedenfalls optimistisch. Andere teilen seine Meinung nicht.

„Der Freistaat hat seine Kostenbeteiligung nochmals erhöht“, betonte Odelzhausens Bürgermeister Markus Trinkl. Auch die Stadt München hätte Bereitschaft gezeigt, sich an einer Finanzierung für den Schnellbus zu beteiligen, erklärte er. „Ich denke, dass bald Beschlüsse gefasst werden können.“ Sicher verkünden, so betonte er aber, wolle er noch nichts: „Man weiß nie, was sich noch ändert.“

Tatsächlich muss der Bus wohl doch noch mehr Hürden nehmen, als sich Trinkl erhofft. Bereits seit dem Jahr 2014 wird darüber diskutiert, ob zwischen Pasing und Dasing (Landkreis Aichach-Friedberg) eine Buslinie geschaffen wird, die den Augsburger Verkehrsbund (AVV) mit dem Münchner Verkehrsbund (MVV) verbindet. Der Bus sollte in einem Takt ähnlich wie die S-Bahn fahren. Als Haltestellen waren im Kreis Dachau die Orte Odelzhausen, Wiedenzhausen, Sulzemoos und Bergkirchen-Gada angedacht.

Das Problem: Das Projekt wird teuer. Bei einer Schätzung vor rund drei Jahren ging man von jährlichen Kosten von etwa 1 Million Euro aus. „Die Schätzung muss aber sicher angepasst werden“, erklärt Wolfgang Reichelt vom Dachauer Landratsamt.

Neben den Zuschüssen vom Freistaat wäre der Landkreis darauf angewiesen, dass sich auch die anderen Kreise, die von dem Projekt profitieren, finanziell daran beteiligen. Doch der Kreis Aichach-Friedberg wollte von Anfang an keine großen Summen investieren. Auch von der Landeshauptstadt München gibt es noch keine festen Zusagen. „Wir haben auf Verwaltungsebene schon mehrere Gespräche geführt und die Rückmeldungen bekommen, dass eine Beteiligung denkbar ist“, so Reichelt. „Etwas Konkretes steht aber noch nicht fest.“

Ob es mit dem Bus weitergeht und welche Kostenaufteilung möglich wäre, entscheidet sich kommendes Jahr. „Im Januar ist ein Spitzengespräch zu dem Thema geplant“, sagt Reichelt.

Doch es sieht so aus, als würde es dann vom Landkreis Aichach-Friedberg eine Absage für eine Mitfinanzierung geben. „Der Landkreis hat nicht vor, sich an dem Projekt finanziell zu beteiligen“, erklärt Wolfgang Müller, Pressesprecher des dortigen Landratsamtes, auf DN-Nachfrage. „Wir sehen den Bedarf für den Bus nicht“, sagt er. Außerdem wolle man nicht noch mehr Verkehr auf die Autobahn leiten. „Und es gibt ja auch ein Schienenangebot zwischen unserem Landkreis und München“, sagt Müller. Zudem bezweifelt der Landkreis Aichach-Friedberg, ob der Bus überhaupt angenommen würde. „Die meisten Pendler müssten von Pasing ja nochmal weiter fahren.“

In Odelzhausen gäbe es dagegen Ideen, wie man die Schnellbuslinie optimieren könnte. „Man könnte den Seitenstreifen für Busse freigeben, damit die nicht im Stau stehen“, schlägt Bürgermeister Trinkl vor. Sollte der Expressbus nach Pasing kommen, wäre das das Ende des Anruf-Sammeltaxis zum S-Bahnanschluss am Bahnhof Maisach, stellt er klar. „Den Umweg würde dann keiner mehr nehmen, wenn man mit dem Bus viel schneller nach München kommt.“

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