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Geplante Tankstelle an der A8 bei Odelzhausen: Jetzt sprechen die Bürgermeister

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Von: Thomas Zimmerly

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Zieht die Aral-Tankstelle vom bestehenden Gewerbegebiet über die Autobahn um?
Zieht die Aral-Tankstelle vom bestehenden Gewerbegebiet über die Autobahn um? © zim

Lange haben die drei Bürgermeister der Gemeinde Odelzhausen zur Bürgerinitiative „Kein Gewerbegebiet mit Tankstelle in Odelzhausen“ geschwiegen. Nun meldeten sie sich zu Wort. Und sie machen klar: Der Umzug der Aral-Tankstelle über die Autobahn sei richtig.

Odelzhausen – Drei Bürgermeister, ein Gedanke – den Markus Trinkl so formuliert: Es sei an der Zeit, „ganz klar die Fakten darzustellen“. Gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern Johann Heitmair (CSU) und Wolfgang Steininger (FW) bat der Gemeindechef gestern zur Pressekonferenz, um die Argumente zu liefern, die für einen Umzug der Aral-Tankstelle auf eine geplante Gewerbefläche östlich der A 8 sprechen.

Wie mehrfach berichtet, möchte die Bürgerinitiative „Kein Gewerbegebiet mit Tankstelle in Odelzhausen“ dies verhindern. Gut 515 Unterschriften hat das Bündnis gesammelt. Für ein Bürgerbegehren müssen zehn Prozent der Bürger zeichnen, im Falle Odelzhausens sind das 400. In einer Sondersitzung am Dienstag, 23. November, 19.30 Uhr, in der Aula der Grund- und Mittelschule wird nun der Gemeinderat darüber befinden, ob das Bürgerbegehren kommt.

„Bei einem Bürgerbegehren hält man als Gemeinde erst mal die Füße still“, so Markus Trinkl, doch nun sei der Zeitpunkt gekommen, „um aufzuzeigen: Wo kommt unsere gemeindliche Planung her“. In diesem Zusammenhang formulierte Johann Heitmair, was alle drei Bürgermeister gemeinsam denken: „Ich kann nicht verstehen, warum hier ein Bürgerbegehren initiiert worden ist!“

Auftrag der Bürger

„Wir haben im Jahr 2015 einen klaren Auftrag unserer Bürgerinnen und Bürger erhalten, die Einkaufsmöglichkeiten im Ort zu verbessern. Der Gemeinderat hat diesen Auftrag verstanden und in einem ersten Schritt bereits im Jahr 2019 erfolgreich umgesetzt“, so Trinkl. Er meint damit etwa den Bau des Kreisverkehrs am Ortseingang oder die weitgehende Beseitigung der Leerstände in der Ortsmitte. Vor allem aber ist der Gemeindechef sehr zufrieden mit der Entwicklungen im Gewerbegebiet – mit dem Neubau des Edeka dort, der Ansiedlung des Rossmann-Drogeriemarkts und der Ihle-Bäckerei samt Restaurant. Dies alles „hat den Bereich hervorragend ergänzt und zur Attraktivität beigetragen“.

Projektgruppe

Nun aber gelte es, das Projekt zu vollenden – mit dem Umzug der Aral-Tankstelle von der Ecke Hauptstraße/Rudolf-Diesel-Straße über die Autobahn hinüber auf ein knapp 1,7 Hektar großes Areal. Bereits 2016/17 sei im Gemeinderat beschlossen worden, wegen der gewerblichen Entwicklung ein Grundstück östlich der Autobahn zu erwerben. Trinkl: „Der Beschluss erfolgte mit einer Gegenstimme. Auch die Aufstellung des dazugehörenden Flächennutzungsplans erfolgte mit nur einer Gegenstimme.“

Seit 2016/17 befasst sich die Projektgruppe Gewerbe-Entwicklung – vom Gemeinderat eingesetzt – mit der Umsetzung des Umzugs, wobei es nicht einfach gewesen sei, mit großen Konzernen wie Aral, Lidl und Edeka die Planungsprozesse abzuschließen, so der Bürgermeister. Es seien im Gemeinderat konkrete Zwischenstände zu den Vertragsgesprächen erfolgt. Im Juli 2020 erfolgte laut Trinkl ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für das Gebiet östlich der Autobahn. Im Juli 2021 wurde der Plan in die erste öffentliche Auslegung geschickt. Der Beschluss für die notwendige zweite Auslegung erfolgte am 20. September 2021 mit 19:0 Stimmen.

Option S-Bahn

Überdies sei im Gemeinderat eine wichtige Abwägung erfolgt, so Trinkl. Es gebe in dem Plan zur Autobahnseite eine 40 Meter breite Anbauverbotszone, die von jeglichem Hochbau freigehalten werde – als Option für eine eventuelle S-Bahn. „Das Argument der Bürgerinitiative, wir verhindern die S-Bahn, ist genau nicht der Fall“, ergänzt Heitmair.

Schnellladestationen

Die Aral-Tankstelle wurde 2000 erbaut. Seitdem sind dort keine umfassenden Investitionen mehr getätigt worden. Auf dem bestehenden Areal, so Trinkl, sei es nicht möglich, E-Schnellladestationen zu bauen. Östlich der A 8 hingegen könne man dank eines eigenen Trafos eine große Zahl an Ladesäulen realisieren. Geplant seien sofort eine „gewisse Anzahl“, die „bei Bedarf deutlich erweitert werden soll“. Steininger sprach in diesem Zusammenhang von einer „zukunftsorientierten Tankstelle“.

Verkehrsreduzierung

Der Umzug führt laut Trinkl zu einer Verkehrsreduzierung auf dem westlichen Kreisverkehr. Wer auf der A 8 in Richtung Stuttgart fahre und in Odelzhausen tanken möchte, müsse lediglich den östlichen, und nicht mehr wie jetzt, auch noch den westlichen Kreisverkehr befahren.

Lkw-Parkplätze

Eines sei sicher, so Trinkl, auf dem neuen Gebiet östlich der Autobahn werde es keine Rastanlage oder einen Autohof geben. Es sei zu 100 Prozent ausgeschlossen, dass so etwas entstehe, denn hierfür müsste die Gemeinde ein so genanntes Sondergebiet ausweisen, was nicht geplant sei.

Aktuell lässt es Aral zu, dass an der Tankstelle fünf bis acht Lastwagen über Nacht stehen bleiben können. „Bei einer Verlagerung wird bestehendes Recht mit auf die andere Seite genommen“, so der Bürgermeister, „das heißt, in der Dimension, in der sie jetzt vorhanden sind, muss es auf jeden Fall in Zukunft sein“. Trinkl weiter: „Ob es vielleicht zu einer moderaten Erweiterung etwa auf 20 kommt, das kann man heute überhaupt nicht abschätzen.“ Es gebe keinen einzigen Gemeinderatsbeschluss darüber, ob so ein Konzept mit so einer Menge an Stellplätzen vom Gemeinderat gewünscht ist. „Aral“, so insistierte Steininger, „ist kein Treiber für viele Stellplätze“. Es gehe aus planerischer Sicht nicht um die Stellplätze, sondern darum, das, was die Bürger wünschen, umzusetzen, sind sich alle drei Bürgermeister einig.

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