Dramatische Bruchlandung: Flugzeug offenbar auseinandergebrochen - rund 200 Menschen an Bord

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Sorgt sich um die Volkshochschulen: Vorsitzende Anette Kurth-Ermer.

Den Volkshochschulen Odelzhausen, Sulzemoos und Pfaffenhofen droht das Aus

„Wir brauchen Unterstützung!“

  • Claudia Schuri
    vonClaudia Schuri
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Die Volkshochschule der Gemeinden Odelzhausen, Sulzemoos und Pfaffenhofen ist nach 24 Jahren vom Aus bedroht.

Odelzhausen– Grund dafür ist zum einen, dass es zu wenig Helfer gibt. Auch bei der Besetzung des Vorstands hat die Vhs Probleme, die Neuwahlen mussten deshalb auf Herbst verschoben werden.

„Wir brauchen Unterstützung auf breiter Ebene“, sagt die Vorsitzende Anette Kurth-Ermer. Derzeit hält sie den Betrieb mit einer Mitarbeiterin sowie einer weiteren Helferin aufrecht. „Vor zwei Jahren haben mehrere langjährige Helfer aufgehört“, berichtet sie. Seitdem sei es schwierig, Ehrenamtliche für die Vhs-Arbeit zu gewinnen. Vor allem im Programmbereich würde sie sich über Hilfe freuen. „Es geht um Ideen für das Programm und die Akquise von Dozenten“, erklärt sie.

Auch für die Begleitung von Führungen und die Büroarbeit seien weitere Mitarbeiter sehr willkommen. „Voraussetzungen gibt es keine, wichtig ist nur ein Interesse an Erwachsenenbildung und Kultur“, sagt Kurth-Ermer. Denn besonders die Bereiche Kultur und Gesellschaft machen ihr Sorgen. Dort ist die Nachfrage der Teilnehmer sehr gering.

Sprachkurse gibt es derzeit gar nicht mehr im Programm. „Aber ich wäre schon offen, wieder welche anzubieten“, betont Kurth-Ermer. Die Erfahrungen in den vergangenen Jahren seien jedoch nicht gut gewesen: „Wir hatten einen Portugiesisch-Kurs im Programm und nur eine Anmeldung“, erzählt sie. „Auch für Englisch- und Französischkurse hat sich niemand gemeldet.“ Außerdem sei es nicht leicht, Dozenten für die Sprachkurse zu finden. Wenig Interesse gibt es zudem an Vorträgen zu aktuellen Themen: Ein Vortrag über Fake-News und Hate-Speech im Internet? Zwei Anmeldungen. Eine Eltern-Talk-Runde? Null Anmeldungen. Eine Infoveranstaltung, wie man Kinder gegen sexuelle Gewalt stärken kann? Null Anmeldungen. Ein Vortrag über plastikfreies Leben? Ebenfalls null Anmeldungen.

„Wir sind schon verwundert, dass so wenig Interesse daran besteht“, sagt Kurth-Ermer. „Es sind ja alles interessante, aktuelle Themen.“

Dass die Teilnehmerzahl zurückgehe, sei jedoch kein Problem, mit dem nur die Vhs Odelzhausen-Pfaffenhofen-Sulzemoos zu kämpfen habe. „Es ist eine allgemeine Tendenz bei vielen Volkshochschulen“, sagt sie. Ihre Vermutung: „Viele Leute pendeln nach München oder Augsburg zur Arbeit“, erklärt sie. „Entweder sie nutzen dann dort gleich Angebote oder sie haben keine Ressourcen mehr, wenn sie abends endlich heimkommen.“

Doch es gibt auch gute Nachrichten. „Die Gesundheitskurse laufen super“, berichtet Anette Kurth-Ermer. Rund 15 Sportkurse gibt es, sie sind in der Regel ausgebucht. Groß ist die Nachfrage außerdem an einigen Führungen. Im kommenden Semester plant die Vhs das Programm anzubieten, das wegen der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten ausfallen musste – vorausgesetzt, die Entwicklung der Krise erlaubt es. Unter anderem gibt es wieder verschiedene Führungen, einen Fotokurs, Veranstaltungen zum Thema Ernährung und gesunde Lebensweise sowie die beliebten Sportkurse. Getestet wird erstmals außerdem, wie Online-Kurse angenommen werden.

Das Programm wird Ende August im Internet veröffentlicht und liegt ab Anfang September an verschiedenen Stellen in den drei Gemeinden aus. Um Druckkosten zu sparen, wird das Programmheft künftig dünner sein. „Die Kursbeschreibungen gibt es nur noch im Internet“, kündigt Kurth-Ermer an. Die Vhs rechnet mit weniger Einnahmen, weil zum Beispiel bei manchen Sportkursen wegen der Corona-Krise die Teilnehmerzahl verringert werden muss. Unklar ist auch, ob es in allen Räumlichkeiten möglich ist, die Kurse wie bisher durchzuführen. Denn nach jetzigem Stand brauchen Turnhallen und Sporträume einen externen Eingang – und den gibt es nicht in jedem Kindergarten oder Pfarrheim.

Wie es langfristig mit der Vhs weitergeht, ist unklar. Anette Kurth-Ermer will weitermachen. Aber sie sagt auch: „Wenn sich keine Helfer finden, muss man sich mit den Mitgliedern treffen und besprechen, wie und ob es weitergeht.“ Im schlimmsten Falle müsse man die Vhs aufgeben. „Aber das wäre natürlich sehr schade“, findet Kurth-Ermer. „Ich hoffe, dass es nicht so weit kommt.“

Helfer gesucht

Bürger aus den Gemeinden Odelzhausen, Sulzemoos und Pfaffenhofen, die sich bei der Vhs engagieren wollen, können sich per E-Mail an bildung@vhs-odelzhausen.de oder telefonisch unter 08134/555467 melden.

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