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Auf großes Interesse stießen die Ausführungen des Bürgermeisters in Ebertshausen. 

Wachstum Thema auf der Bürgerversammlung in Ebertshausen

Odelzhausen wächst und wächst

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Die Gemeinde Odelzhausen wächst immer weiter: Was diese Entwicklung für die Gemeinde bedeutet, zeigte sich bei der Bürgerversammlung in Ebertshausen.

Ebertshausen/Odelzhausen – Sittenbach, Taxa, Dietenhausen, Miegersbach, Spindlhafer und Todtenried waren im vergangenen halben Jahr die großen Ausnahmeorte in der Gemeinde Odelzhausen: Es waren die einzigen Dörfer, bei denen die Einwohnerzahl seit der Bürgerversammlung im November leicht gesunken ist. Ansonsten zeigte sich bei der jetzigen Versammlung in Ebertshausen erneut: Die Gemeinde Odelzhausen wächst und wächst. Waren es im November 2016 noch 5287 Bürger, sind es jetzt schon 5340.

Und wie es aussieht, wird sich die Entwicklung so fortsetzen: Im Jahr 2030 soll Odelzhausen Prognosen zufolge 5946 Bürger haben. „Und das wird aller Voraussicht nach noch deutlich übertroffen werden“, kündigte Bürgermeister Markus Trinkl an.

Bei der Versammlung wurden auch die Konsequenzen des Wachstums deutlich. Das Positive: Die Steuereinnahmen sprudeln. 3,3 Millionen Euro Einkommenssteuer nimmt die Gemeinde heuer voraussichtlich ein, im Jahr 2010 waren es noch 2,1 Millionen. Noch größer ist der Sprung bei den Gewerbesteuereinnahmen: 2010 waren es 1,6 Millionen, dieses Jahr sind es mindestens acht Millionen. Das liegt vor allem an der Gewerbegebietserweiterung: „Wir haben ganz gute Preise für die Flächen verhandeln können“, sagte Bürgermeister Markus Trinkl.

Momentan hat die Gemeinde noch rund 5,1 Millionen Euro Schulden, Trinkl hofft, dass dieses bis zum Jahr 2020 bis auf unter 500 000 Euro abgebaut werden können. Die neuen Firmen bringen außerdem Arbeitsplätze nach Odelzhausen. So lässt sich zum Beispiel ein mittelständisches Unternehmen mit insgesamt 300 kaufmännischen Angestellten und Lkw-Fahrern nieder.

Andererseits: Die gute Entwicklung der Gewerbesteuer wirkt sich erst in zwei Jahren auf die Kreisumlage aus. Nimmt die Gemeinde heuer viel ein, muss sie 2019 mehr zahlen. „Das wird beim Haushaltsplanansatz 2019 abenteuerlich“, so Trinkl bei der Versammlung. Um finanziellen Spielraum zu haben, könnte die Gemeinde womöglich noch einmal Gewerbeflächen ausweisen. Zumindest lässt sie gerade einen neuen Flächennutzungsplan erstellen, bei dem unter anderem untersucht wird, ob ein 1,7 Hektar großer Bereich grundsätzlich für Gewerbe geeignet wäre.

Doch: Wo es mehr Gewerbe, mehr Arbeitnehmer und mehr Einwohner gibt, wird auch mehr Infrastruktur wie Wohnraum und Kinderbetreuungsplätze benötigt. In Höfa Nord entsteht ein neues Baugebiet mit rund 50 Baugrundstücken, demnächst wird der Satzungsbeschluss fallen. Auch sozialer Wohnungsbau könnte dort möglich sein. Einige der Bauparzellen gehören der Gemeinde. Sie sollen größtenteils mit Einfamilien- und Doppelhäusern bebaut werden. „Es wird auch zwei oder drei Grundstücke mit höherem Baurecht für Geschosswohnungsbau geben“, erklärte Trinkl. „Wenn wir heute bauen, müssen wir auch massivere Bebauung zulassen und durchaus in die Höhe bauen, anstatt immer mehr Flächen zu versiegeln.“

In Höfa soll außerdem ein neues Kinderhaus entstehen. Zur Zeit besuchen die Odelzhauser Kindergärten und Kinderkrippen insgesamt 206 Kinder, weitere 36 sind in externen Einrichtungen untergebracht. Für das kommende Kindergartenjahr sind schon 213 Kinder angemeldet. Obwohl erst 2014 ein neues Kinderhaus fertiggestellt worden ist, sind die Einrichtungen an der Kapazitätsgrenze. Es mussten Essensräume in zusätzliche Gruppenräume umgebaut werden, außerdem sind die Gruppen übervoll.

Im Kindergärten wären eigentlich 22 Kinder pro Gruppe optimal – in Odelzhausen sind es zwischen 26 und 28. Pro Krippengruppe wären zehn Kinder empfohlen, es sind aber 14 bis 15.

„Von der Belastung der Mitarbeiter her ist die Situation schon grenzwertig“, gab Bürgermeister Trinkl zu. Das neue Kinderhaus wird deshalb besonders groß: Für die Gemeindegröße wird eine Einrichtung mit einer Maximalbelegung von 200 Kindern empfohlen. Dafür soll es unter anderem im Erdgeschoss drei Gruppenräume für eine Kinderkrippe und im ersten Obergeschoss vier Gruppenräumen für den Kindergarten geben. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird zusätzlich ein zweites Obergeschoss aufgestockt, in dem weitere vier Gruppen Platz hätten.

„Es wird kein Standardgebäude“, kündigte Trinkl an. „Auf der Südseite gibt es große Fenster, auf der Nordseite eine verspielte Fensterlinie. Man darf ja sehen, dass es ein Kindergarten ist.“ Die Baukosten werden voraussichtlich sechs Millionen Euro betragen, die Gemeinde hofft auf mindestens zwei Millionen Euro Zuschuss. Trotzdem bleibt die Kinderbetreuung ein Minusgeschäft. Kommendes Jahr wird das Defizit voraussichtlich schon 1,2 Millionen Euro betragen. Tendenz: steigend.

Auch Schulbildung kommt der Gemeinde teuer: Grundschule, Mittelschule und Realschule brauchen ein neues Gebäude. Über 55 Millionen wird das Schulzentrum insgesamt kosten, nach Abzug aller Förderungen und dem Landkreisanteil bleiben für den Schulzweckverband der Gemeinden Odelzhausen, Sulzemoos und Pfaffenhofen 24,12 Millionen Euro übrig. Davon muss Odelzhausen wohl 12,06 Millionen übernehmen. Die Bauarbeiten laufen.

Noch immer nicht geklärt ist dagegen die Frage, wie es mit dem steigenden Verkehr im Ort weiter geht. Die Gemeinde möchte gerne eine Nordumfahrung bauen, ansonsten befürchtet sie einen Verkehrskollaps. Die Pläne sind derzeit beim Bundesverkehrsministerium im Genehmigungsfahren. „Jetzt hoffen wir, dass wir bald eine Unterschrift bekommen“, sagte Trink. Denn wie die Bürger werden sicher auch die Autos nicht weniger.

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