Ein Team, ein Ziel, ein gemeinsamer Traum: Die deutsche Metzger-Nationalmannschaft „Butcher Wolfpack“ mit Teammanager Werner Braun (rechts, hält den Pullover hoch) will die WM in Belfast gewinnen. foto: kn

Werner Braun bereitet sich auf die Weltmeisterschaft vor

Der Franz Beckenbauer der Metzger

Metzgermeister Werner Braun aus Wiedenzhausen hat es in die Nationalmannschaft geschafft: Er reist als Teammanager zusammen mit zehn anderen Metzgern nach Belfast zur World Butchers’ Challenge – die Weltmeisterschaft der Metzger. Dort will das deutsche Team nicht nur um den Titel kämpfen, sondern auch das Ansehen seines Berufs verbessern.

Wiedenzhausen Sie nennen sich „Australian Steelers“, „Pure South Sharp Blacks“, oder „Butchers of America“. Was sich zunächst nach Rugby-Teams anhört, sind in Wirklichkeit die besten Metzger ihrer Länder, die vom 15. bis 22. März in Belfast bei der Weltmeisterschaft gegeneinander antreten. Und ganz ähnlich wie die Profisportler bereiten sich auch die Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft – das „Butcher Wolfpack“ – akribisch in zahlreichen schweißtreibenden Trainingseinheiten auf die Wettkämpfe in der nordirischen Hauptstadt vor.

Das harte Training ist auch nötig, um im Vergleich mit den anderen elf Nationen bestehen zu können. Die Anforderungen an die Teilnehmer sind enorm: In drei Stunden und 15 Minuten müssen die Metzger aus einem halben Rind, einem halben Schwein, einem Lamm und fünf Hänchen 100 küchenfertige Spezialitäten zaubern. Diese werden dann an eine wohltätige Einrichtung gestiftet. Dabei bewertet eine Jury nicht nur das Endergebnis der Arbeit, sondern berücksichtigt auch andere Kriterien für die Gesamtwertung, wie Sauberkeit, Schnelligkeit, Auftreten, Arbeitsweise und Wertschöpfung.

Entsprechend scharf sind die Auswahlkriterien, anhand derer Dirk Freyberger – selbst Mitglied des Teams – seine übrigen Kollegen für das Nationalteam auswählte. Metzgermeister und Fleischsomelier sollten die Bewerber sein, um eine Chance auf die Teilnahme zu haben. Am Ende schafften elf Metzger aus ganz Deutschland den Sprung in das „Butcher Wolfpack“. Unter ihnen auch Metzgermeister Werner Braun aus Wiedenzhausen. Der betont aber: „Ich bin nicht an vorderster Front tätig, sondern kümmere mich als Teammanager im Hintergrund um das Organisatorische. Ich bin also so etwas wie der Franz Beckenbauer des Teams.“

Und der organisatorische Aufwand ist beachtlich. Da das deutsche Team hauptsächlich durch Eigenmittel finanziert wird, ist das Auftreiben von Sponsoren und die Repräsentation in den Medien eine besonders wichtige Aufgabe. Und das Medieninteresse ist enorm. „Es ist ein richtiger Hype entstanden“, bestätigt Werner Braun. Das ZDF begleitet die Vorbereitung der Nationalmannschaft und sendet die Beiträge darüber in der „Drehscheibe“.

Damit erreichen die Metzger ihr vorrangiges Ziel: „Wir wollen das Handwerk nach vorne bringen und die positiven Seiten des Metzgerberufs in Deutschland zeigen“, erklärt Braun. So soll die Abwärtsspirale des Personalmangels, Preisdumpings und der schlechten Presse (Fleischskandale, Tierwohl) durchbrochen werden, wie auf der Internetseite des Teams zu lesen ist.

Mit den Konsequenzen dieses Berufsbilds sehen sich die Metzger jeden Tag konfrontiert. Das Handwerk hat seit Jahren mit dem Problem zu kämpfen, dass es nur wenige Nachwuchskräfte für den Beruf gewinnen kann und auch Braun beklagt: „Wir sind eine aussterbende Art.“ Bei aller Öffentlichkeitsarbeit, die das „Wolfpack“ leisten will, steht am Ende natürlich der Kampf um den Weltmeistertitel im Mittelpunkt. Und da formuliert Braun ein klares Ziel: „Wir wollen das Ding natürlich gewinnen!“ Thomas Benedikt

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