Eine Wiese
+
Östlich der Autobahn soll auf einer Fläche, die früher von einer Baumschule genutzt wurde, ein Gewerbegebiet entstehen.

Bürgerbegehren in Odelzhausen

Widerstand gegen das Gewerbegebiet

  • Claudia Schuri
    VonClaudia Schuri
    schließen

In der Gemeinde Odelzhausen regt sich Widerstand gegen das geplante Gewerbegebiet östlich der Autobahn.

Odelzhausen – Das neue Gewerbegebiet der Gemeinde Odelzhausen soll auf einem rund 16 792 Quadratmeter großen Areal am Ortsausgang Richtung Wiedenzhausen entstehen, das früher von einer Baumschule genutzt wurde. Einige Kritiker, darunter die Gemeinderäte Roderich Zauscher und Elisabeth Kappes (beide BGO), haben jetzt ein Bürgerbegehren gestartet. Ihr Ziel: Es soll ausgeschlossen werden, dass dort eine Tankstelle oder ein Autohof mit Lkw-Parkplätzen gebaut wird. Dazu ist zwar bis jetzt noch kein Entschluss gefallen, aber es gibt entsprechende Überlegungen.

Kappes hatte das auch bereits im Gemeinderat beantragt (wir berichteten) - die Mehrheit im Gremium hatte den Vorstoß aber abgelehnt. Bürgermeister Markus Trinkl sagte in der Sitzung, dass sich die Situation im Gewerbegebiet gar nicht verschlechtern könne, „bereits jetzt sind die vielen parkenden Lkw im bestehenden Gewerbegebiet ein großes Ärgernis.“ Die Fläche gleich neben der Autobahn sei ein „absolut geeigneter Standort für eine Tankstelle“. Das Gewerbegebiet könne dadurch sogar entlastet werden.

Die Initiative sieht das anders: „Wenn es eine weitere Tankstelle gibt, sind noch mehr Lkw im ganzen Ort, und es gibt auch noch mehr Vermüllung“, erklärt Roderich Zauscher. Hinzu käme, dass die Kreisverkehre an der Autobahn bereits jetzt überlastet sind. „Ein Autohof zieht Verkehr wie ein Magnet an“, befürchtet er. Das Argument, dass dadurch Lastwagen, die derzeit im bestehenden Gewerbegebiet und im Dorf parken, künftig außerhalb stehen würden, lässt er nicht gelten: „Es spricht sich herum, wenn es hier Parkplätze gibt. Dann kommen noch mehr.“

Laut Trinkl sei ein Autohof allerdings sowieso nicht Gegenstand der Planung. „Die derzeitige Planung basiert auf einem Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats, der auch künftig alle zu berücksichtigenden Belange berücksichtigen und abwägen wird“, so Trinkl. Zudem argumentieren er und die Befürworter des Gewerbegebiets, dass die Gemeinde durch das Gewerbegebiet neue Einnahmen generieren könne. Das sei gerade jetzt wichtig, da durch die Corona-Krise die Steuereinnahmen eingebrochen sind.

Auch hier widerspricht Zauscher: „Durch Wachstum saniert man sich nicht“, sagt er. Denn dadurch brauche es wieder neue Investitionen. „Es ist ein Kreislauf, der viel Geld kostet.“ Außerdem habe Odelzhausen bereits ein großes Gewerbegebiet. „Wenn das nicht reicht, dann fehlt es im System.“ Um den Haushalt wieder auf die Spur zu bringen, müsse man vielmehr die notwendigen Ausgaben anschauen und das Bevölkerungswachstum verlangsamen. „Wir müssen zielgerichteter für die einheimische Bevölkerung und langsamer Bauland ausweisen“, sagt er.

Hinzu komme, dass die Pläne östlich der Autobahn schlecht für den Naturschutz seien und weitere Flächen versiegelt werden. „Man muss mit der Zukunft der Kinder und Enkel sorgsam umgehen und kann nicht alles zupflastern“, fordert er. „Sie müssen auch noch die Gelegenheit haben, etwas zu gestalten.“ Sollte das Gewerbegebiet trotzdem kommen, dann gäbe es durch den Ausschluss einer Tankstelle oder eines Autohofs immerhin die Möglichkeit, „dass etwas nicht ganz so Umweltschädliches dort hinkommt“, so Zauscher.

Die Hoffnung der Bürgerinitiative ist wohl aber auch, dass mit dem Aus für eine Tankstelle oder einem Autohof das ganze Vorhaben kippt. Sollte nach Odelzhausen doch mal die S-Bahn oder eine andere Bahn kommen, könnte auf dieser Fläche zum Beispiel ein Bahnhof entstehen. Bereits bei einer der ersten Gemeinderatsdiskussionen über das Gewerbegebiet östlich der Autobahn herrschte Einigkeit, dass die Gemeinde im Fall der Fälle darauf Zugriff haben muss. „Ob da viele Pächter kommen, bezweifle ich“, sagt Zauscher.

Damit das Bürgerbegehren erfolgreich ist, müssen zehn Prozent aller Wahlberechtigten in Odelzhausen unterschreiben. Anschließend könnte der Gemeinderat entweder beschließen, die Forderung anzunehmen, oder es kommt zum Bürgerentscheid. Zauscher ist optimistisch: „Die Resonanz ist überraschend positiv.“ Er betont, dass es nicht nur von Unterstützern der BGO Zuspruch gebe. „Wir sind eine echte Bürgerinitiative mit Unterstützung aus sehr unterschiedlichen politischen Richtungen.“ Unterschreiben kann man unter anderem im Buchladen in Odelzhausen oder bei Roderich Zauscher.

Roderich Zauscher möchte verhindern, dass ein Autohof oder Tankstelle ensteht.
Elisabeth Lankes sammelt Unterschriften.
Ursula Kohn sammelt Unterschriften.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare