Wilhelm Wiedl mit seiner Tochter Angela bei einen einem Auftritt der Musikanten-Stadl-Tour: Die Volksmusik-Sängerin hat vor einigen Jahren ihre Tochter Angelina verloren, nun ihren Vater. foto. People-Picture

Nachruf 

Wilhelm Wiedl ist jetzt bei Enkelin Angelina

Am Ende waren alle noch einmal da: Seine Frau Irmengard, sein Sohn Willi, seine Tochter Angela, die Enkelin Gina Maria (4): Die ganze Familie wollte noch einmal von Wilhelm Wiedl Abschied nehmen. „Sie waren bei ihm“, sagt Michael Waha, ein guter Freund der Familie. „Bis ganz zum Schluss.“ Bis Wilhelm Wiedl aus der Gemeinde Odelzhausen den Kampf gegen den Krebs endgültig verloren hat und im Alter von 76 Jahren im Krankenhaus verstorben ist. Am Freitag fand in St. Laurentius in Sittenbach ein Seelengottesdienst mit Aussegnung statt.

Odelzhausen – Es war im Jahr 2010, als die Ärzte bei Wilhelm Wiedl Nierenkrebs diagnostizierten. Seitdem ging es ihm gesundheitlich mal besser, mal schlechter. Immer wieder hatte er Metastasen, zeitweise galt er jedoch auch als krebsfrei. Doch vergangenes Jahr kam die Krankheit zurück. „Vor seinem Tod ging es schnell steil bergab“, erklärt Waha. Wiedl gab nicht auf, er wollte leben – und musste am Ende doch loslassen. Zum Schluss habe er gesagt, „es ist nicht schlimm, dass ich sterbe. Dann treffe ich ja meine Angelina wieder“, erzählt Waha. Angelina, das war die Enkelin von Wilhelm Wiedl , die im Alter von nur fünf Jahren an einer Gehirnblutung gestorben ist. Die beiden hatten ein sehr enges Verhältnis, als das kleine Mädchen starb, brach für ihren Opa eine Welt zusammen.

„Die Familie stand für ihn immer an erster Stelle“, berichtet Michael Waha. Wilhelm Wiedl, der mit sieben Brüdern aufwuchs, hatte zwei Kinder: Seinen Sohn Willi, der Opernsänger ist, und seine Tochter Angela, die Mutter von der verstorbenen Enkeltochter Angelina und von Enkelin Gina Maria. Angela Wiedl ist eine bekannte Volksmusiksängerin, die beiden hatten ein sehr enges Verhältnis. Ihr Vater war einer ihrer größten Förderer. Er war selbst ebenfalls seit seiner Jugend ein begeisterter Musiker, spielte Zither und Gitarre, sang und jodelte. In der Familie Wiedl wurde viel Hausmusik gemacht, gemeinsam mit seiner Tochter Angela feierte Wilhelm Wiedl unter anderem mit dem Tegernseer Alpenquartett viele Erfolge. Als Angela Wiedl dann bekannter wurde, gab ihr Vater sogar seinen Metzgerberuf auf, um sie zu unterstützen und zu Auftritten zu begleiten. Immer wieder traten Angela, Willi und Wilhelm Wiedl später als Dreigesang auf, bis Wilhelm Wiedl 2010 wegen seiner Krankheit sich offiziell von der Bühne verabschiedete.

Neben der Musik hat Wilhelm Wiedl auch die Natur geliebt. „Er ging gerne wandern und war sportlich“, erinnert sich Michael Waha. Auch die Arbeit als Metzger hat er immer gerne gemacht. „Vor allem seine Knoblauchwurst und Weißwürste haben die Leute geliebt“, erzählt Waha . Noch mehr geschätzt aber haben sie seine freundliche Art: „Er war ein sehr liebenswerter und bescheidener Mensch“, so Waha . Auf der Bühne genauso wie im Privaten. Jetzt ist sein letzter Jodler verklungen. claudia schuri

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