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Er kümmert sich, dass alles passt: Kümmerer Arnold Neugebauer ist in allen Belangen Ansprechpartner für die Asylbewerber in Odelzhausen.

Asylbewerberunterkunft Odelzhausen eingeweiht

"Wir können eine bessere Welt erreichen"

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Odelzhausen ist bereit für die Flüchtlinge, die in die Container am Feuerwehrhaus ziehen werden. Zur Einweihung der Unterkunft sind rund 100 Bürger gekommen. Sie konnten einen Blick in die Zimmer der Asylbewerber werfen.

Am Zaun hängt ein großes Banner. Welcome steht darauf. Willkommen. In 20 Sprachen ist das Wort zu lesen. Sogar in arabischen, kurdischen, paschtunischen und amharischen Schriftzeichen. Ein Willkommensgruß für die Asylbewerber, die bald in den drei Containern hinter dem Zaun leben werden. 

Rund 105 Flüchtlinge werden im Laufe dieser Woche in die neue Asylbewerberunterkunft in Odelzhausen beim Feuerwehrhaus ziehen. Woher die Flüchtlinge kommen, steht noch nicht fest. Auch das genaue Datum für den Einzug ist noch unsicher. 

Am Montag wurde die Unterkunft offiziell eingeweiht. Der katholische Pfarrer Richard Nowik und sein evangelischer Kollege Joachim Erbrich sprachen den kirchlichen Segen und beteten für ein gutes Miteinander. „Es ist eine Herausforderung, aber wenn die Herausforderung gemeistert wird, können wir eine bessere Welt erreichen“, gab Nowik den Odelzhausenern auf den Weg. Landrat Stefan Löwl bat die Bevölkerung ebenfalls um ein „warmes und offenes Willkommen.“ Auch wenn Deutschland nicht allen Flüchtlingen helfen könne, sei es wichtig, ihnen offen zu begegnen: „Die Menschen, die geflohen sind, können auch nichts dafür, dass sie auf der schlechten Seite der Welt geboren sind.“ Luxuriös sei das Leben der Flüchtlinge nicht: „Man kann so leben, aber fragen Sie sich mal, ob Sie selber so leben möchten“, sagte Löwl. 

Um einen Eindruck vom Leben der Asylbewerber zu bekommen, konnten die Odelzhauser einen Container besichtigen. Dort ist schon alles bereit. Teller, Besteck, eine Rolle Klopapier, Kochgeschirr, ein Kleiderbügel, Bettwäsche, Kissen, Decken. Auf den Betten liegt für jeden Flüchtling eine Erstausstattung. In einem Großteil der rund 30 Quadratmeter großen Zimmer sollen vorerst sechs Asylbewerber in drei Stockbetten leben. Ein viertes Stockbettgestell ist in den Räumen vorrätig. „Wir könnten acht unterbringen. Bevor wir nachträglich noch Betten einrichten müssen, haben wir die Zimmer schon ausgestattet“, erklärte Löwl. 

In jedem Container gibt es einen Gemeinschaftsraum, eine Küche und jeweils zwei Toiletten und Duschen für Männer und Frauen. Akzeptabel: So beurteilten die Besucher die Unterkunft. „Als vorübergehende Unterkunft ist es ganz passabel. Ich glaube, dass man versucht hat, es so geeignet wie möglich zu machen“, sagt Michael Kiemer. Ähnlich sah es Notburga Kreppold, die sich im Helferkreis engagiert: „Ich denke, die Unterkunft ist zweckmäßig. Ich hätte sie mir noch enger vorgestellt.“ „Es erinnert mich ein bisschen an Jugendherberge“, sagt Annerose Stanglmayr, ebenfalls vom Helferkreis. 

Die Container sollen mehr sein als nur eine Übernachtungsmöglichkeit. Sie sollen, so weit es geht, ein Ort zum Wohlfühlen sein. An den Wänden im Gang hängen Bilder: eine ägyptische Pyramide, Berge, eine schöne Landschaft. Arnold Neugebauer hat sie aufgehängt. Er ist der Kümmerer des Landratsamts in der Unterkunft. Sorgentröster, Freizeitgestalter, Streitschlichter und Hausmeister in einem. Neugebauer wird sich um alle Probleme und Anliegen der Asylbewerber kümmern. „Die Flüchtlinge sollen erstmal ankommen, sich orientieren und zu Ruhe kommen“, sagt er. Dabei wollen ihnen auch die 75 Ehrenamtlichen im Helferkreis helfen. Sie haben ein gemeinsames Willkommensessen geplant. „Wir freuen uns schon auf das Kennenlernen“, sagt Annerose Stanglmayr. 

Auch Neugebauer hat schon viele Pläne: Er überlegt, eine Fußballmannschaft zu gründen und möchte Unternehmungen mit den verschiedene Flüchtlingen machen. Ein weiteres Anliegen ist es ihm, die Unterkunft schöner zu gestalten. „Aus Containeranlagen kann man immer noch was machen. Mit Farbe kann man sie schön gestalten.“ Er ist sich sicher: „Man muss sich einfach Zeit nehmen für die Flüchtlinge, dann freuen sie sich.“ Und fühlen sich willkommen in Odelzhausen, so wie es auf dem Eingangsschild steht.

Der Asyl-Helferkreis freut sich über Unterstützung. Neue Helfer sind genauso willkommen wie Sachspenden. Weitere Infos dazu gibt es im Internet unter helferkreis-odelzhausen.de.

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