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In Zukunft sollen die Busse im Landkreis zwischen 5 und 22 Uhr fahren.

Öffentlicher Personennahverkehr

ÖDP-Kreisrat Georg Weigl fühlt sich übergangen

Der Kreistag will das ÖPNV-Angebot in Stadt und Landkreis verbessern. Ein Kreisrat fühlt sich bei den Plänen übergangen. Er will, dass auch kleinere Ortschaften an den Nahverkehr angebunden werden.

Dachau Im vergangenen Oktober hatte der Kreistag beschlossen, einen gemeinsamen Nahverkehrsplan für den Landkreis und die Stadt Dachau erstellen zu lassen. Im Kreisausschuss wurde nun die sogenannte Rahmenkonzeption für das künftige ÖPNV-Angebot festgelegt. Hört sich theoretisch an, ist es im Moment auch noch.

Welche Ziele werden für den ÖPNV verfolgt?

So wurden beispielsweise zunächst Raumkategorien vergeben, Verkehrsachsen eingeordnet und Erreichbarkeiten definiert. Ein paar konkrete Beispiele: Ein Ziel soll eine landkreisweite Grundversorgung an Werktagen von 5 bis 22 Uhr sein. Bisher endete der Zeitrahmen um 20 Uhr. Oder: Die maximale Beförderungszeit in die Stadt Dachau soll bei 60 Minuten liegen, nach München bei 90 Minuten. 

Außerdem sollen Qualitätsstandards festgelegt werden. Das beginnt bei einer einheitlichen Haltestellenbeschilderung, geht über das Design der Busse und endet bei der Ausbildung der Fahrer. Erste Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr sollen ab dem Jahresfahrplan 2019 umgesetzt werden.

Die Kreisaussschussmitglieder begrüßten die Rahmenkonzeption. Wolfgang Offenbeck, CSU-Fraktionssprecher, sagte beispielsweise: „Das Vorgehen ist strukturiert und vernünftig (…). Aber wir werden dafür Geld in die Hand nehmen müssen.“ 

Weigl: „Da können wir auch gleich zu Hause bleiben, wenn unsere Anregungen nicht zur Diskussion gestellt werden“

Georg Weigl

Das sah auch ÖDP-Kreisrat Georg Weigl so. Aber gleichzeitig ärgerte er sich maßlos: „Ich bin bestürzt darüber, dass mein Antrag wieder nicht behandelt wurde.“ Vor rund zweieinviertel Jahren habe die ÖDP gefordert, eine Untergrenze von 100 Einwohnern für die Anbindung an den regelmäßigen ÖPNV festzulegen. „Da können wir auch gleich zu Hause bleiben, wenn unsere Anregungen nicht zur Diskussion gestellt werden“, schimpfte Weigl.

Landrat Stefan Löwl versuchte den Indersdorfer zu besänftigen. „Wir diskutieren den Antrag im Rahmen der Maßnahmenpakete. Da haben wir auch schon die Preisabschätzungen.“ Zudem habe der Kreistag beschlossen, dass alle Anträge zum Thema gesammelt und erst dann behandelt werden, wenn die finanziellen Auswirkungen besser absehbar seien.

Löwl: „Das ist nicht finanzierbar“

Doch das konnte Georg Weigl nicht beruhigen. „Wir haben einen Antrag zum Rahmen gestellt. In der Rahmenkonzeption werden jetzt 200 Einwohner zugrunde gelegt. Das sind nicht die 100, die wir beantragt haben!“ Offenbeck versuchte zu schlichten. „Ich verstehe, dass Sie sich ärgern. Aber wir werden bei der Antragsbehandlung wohl zu dem Ergebnis kommen, dass das nicht finanzierbar ist.“ Der Landkreis werde nicht in der Lage sein, abseits gelegene 100-Einwohner-Orte öffentlich anzubinden.

Weigl: „Ich bin ja dafür - aber sauer bin ich!“

Am Ende beschloss der Kreisausschuss einstimmig die vorgelegten Rahmenbedingungen. Auch Georg Weigl. „Ich bin ja dafür – aber sauer bin ich!“, damit hatte er das letzte Wort. 

Conny Kirmaier

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