Ortsdurchfahrt Langengern

Schöne teure Straße

Erdweg - Straßenausbaubeitragssatzungen sorgen in vielen Kommunen für Ärger. In der Gemeinde Erdweg wird sie erstmals für die Ortsdurchfahrt von Langengern erhoben. Und das gefällt den Betroffenen gar nicht.

Erdwegs Bürgermeister Georg Osterauer bekam den Unmut der Langengerner am Donnerstagabend bei seiner Dorfbegehung zu spüren.

Seit Ende 2012 ist der Ausbau der Ortsdurchfahrt fertiggestellt. Die Abrechnungen stehen an. Und sorgen für gehörige Kritik an Osterauers Vorgänger, Altbürgermeister Michael Reindl. Der hatte den Langengernern bei einer Informationsversammlung erklärt, sie müssten nur 20 Prozent der Kosten tragen. Doch das ist nur bei Hauptverkehrsstraßen der Fall. Die Ortsdurchfahrt Langengern ist jedoch eine Haupterschließungsstraße, bei der die Gemeinde 60 und die Anlieger 40 Prozent der Ausbaukosten tragen müssen. Bei Anliegerstraßen werden sogar 70 Prozent der Kosten umgelegt, 30 Prozent zahlt die Gemeinde.

Auch die Breite der Straße habe damals eine Rolle gespielt. In der ersten Infoveranstaltung habe der jetzige Altbürgermeister gesagt, wenn die Straße breiter ausgebaut wird, falle der Zuschuss höher aus. „Doch von diesem Zuschuss profitiert nur die Gemeinde, nicht wir“, protestierte Wolfgang Pröbstl jetzt inmitten von rund 35 Interessierten aus Langengern.

Nicht verstehen konnten die Langengerner zudem, dass die Ortsdurchfahrt nicht hochgestuft werden kann. Vor zweieinhalb Jahren seien doch Verkehrszählungen gemacht worden. „Da fahren mehr durch, als die Leute hier Autos haben“, meinte Anna Schmaus.

Eine Anliegerin stellte fest, dass sie die nächsten Jahre eigentlich nur arbeitet, damit sie ihren Kostenanteil an der Straße bezahlen kann. Denn zur Berechnung wird das Grundstück auch noch 50 Meter in die Tiefe abgemessen. Dabei ist von Bedeutung, ob dieser Teil baulich verwertet werden kann. Handelt es sich um landwirtschaftliche Fläche, werden nur fünf Prozent der Fläche zur Berechnung angesetzt, so Bürgermeister Osterauer gegenüber den Dachauer Nachrichten.

Wolfgang Pröbstl und die anderen Anlieger wollen die Kosten auf alle Fälle erklärt bekommen. Das will der Gemeindechef auf jeden Fall bei einem Infoabend tun, der stattfinden soll noch bevor die Bescheide herausgehen, versicherte Osterauer.

In einem waren sich der Erdweger Bürgermeister und die Teilnehmer der Dorfbegehung aber am Ende einig: „Wir haben eine schöne Ortsdurchfahrt bekommen“, so Georg Osterauer. Das ergibt jetzt ein sehr ansprechendes Ortsbild.“ (Weiterer Bericht folgt).

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