Otto Fuchs, der Aquarell-Fuchs, lebte in Etzenhausen. br

Otto Reinhold Fuchs starb vor 25 Jahren

Dachau - Vor 25 Jahren verstarb der Maler Otto Fuchs. Da es gleichzeitig zwei Künstler mit demselben Namen in Dachau gab, bekam er den Beinamen "Aquarell-Fuchs" im Gegensatz zum "Akt-Fuchs".

Reinhold Otto Fuchs wurde 1897 in Frankenthal/Pfalz geboren, besuchte das humanistische Gymnasium in Ludwigshafen, studierte in Heidelberg und Freiburg Volkswirtschaft, Philosophie und Literatur. 1924 begann er an der TH Darmstadt Luftfahrzeugbau zu studieren und wurde Mitglied der akademischen Fliegergruppe (im ersten Weltkrieg war er bereits Jagdflieger gewesen). 1926 heiratete er die Malerin Emi Hussong, die in Mannheim an der Kunstgewerbeschule studiert hatte. Ende der 1920er Jahre lebte das Paar vier Jahre in der Sowjetunion. Otto Fuchs war dort Leiter der geheimen deutschen Luftwaffenerprobungsstelle in Lipezk am Woronesch.

1930 nach Deutschland zurückgekehrt, ließ sich das Paar in Berlin nieder, wo Emi Fuchs-Hussong ihre Studien in Kunstgeschichte, Geschichte sowie Archäologie fortsetzte und Otto Fuchs eine Ingenieurschule für Testpiloten aufbaute. „Während der NS-Epoche blieb das Ehepaar Fuchs gegenüber den manipulativen Massenbewegungen der Zeit immun“, heißt es in einer Lebensbeschreibung. Otto Fuchs, der sich stets als Autodidakt bezeichnete, wandte sich auch der Malerei zu und bereiste vor dem Krieg bereits zahlreiche europäische Länder mit seiner Frau. Hier entstanden zahlreiche Bilder in der bevorzugten Aquarell- und Tempera-Technik. Das Malen wurde auf diesen Reisen zur „Wahlbeschäftigung“, wie sie es nannten. 1945 verbrannten alle ins Erzgebirge ausgelagerten Bilder.

Ausgebombt ließ sich das Paar in Etzenhausen nieder, bei Emmy Buchka-Lenbach, der Nichte des Münchner Malerfürsten und Tante von Emi Fuchs-Hussong. Diese hatte die alte Dorfschmiede erworben und sich dort ein Haus gebaut. Dort setzten sie ihre „Wahlbeschäftigung“ fort. Neben Malerei und Kunstgeschichte, Sprachen, Philosophie und Musik war ihnen kein Gebiet fremd. Das ebenso gebildete wie bescheidene Ehepaar meinte: Bei keiner unserer Wahlbeschäftigungen sahen wir uns gezwungen, um des Erfolges willen Zugeständnisse an Publikum oder Mode zu machen. Neid und Missgunst war den angesehenen Mitgliedern der KVD fremd. Emi Fuchs-Hussong starb am 26. April 1982. Otto Fuchs wurde fünf Jahre später neben seiner Gattin im Etzenhausen Friedhof beerdigt. br

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