Nach Ehezoff: Streit um Hunde vor Gericht

Dachau - Kurioser Streit um zwei Hunde: Nach einem Ehestreit landeten die Tier im Tierheim. Vor Gericht velangt der Besitzer die Hunde zurück. Das Heim wehrt sich.

Im Streit zwischen Werner B. und dem Tierschutzverein Paroshunde e.V. hat das Dachauer Amtsgericht am Donnerstag ein Urteil gesprochen: Der Dachauer Werner B. bekommt nur einen der beiden Hunde zurück. Seine Frau hatte im Dezember die Tiere nach einem Ehestreit an Paroshunde gegeben, woraufhin der Verein die Herausgabe aus Tierschutzgründen verweigerte.

„Ich habe noch nie Hunde in so einem desolaten Zustand bekommen, so verdreckt und voller Flöhe“, beschrieb eine Pflegerin des Gröbenrieder Vereins Paroshunde am Rande des Prozesses die Verfassung von Pudel Bella und Labrador Ouzo. Die Paroshunde-Vorsitzende Claudia Prenntzell hatte die beiden Tiere damals zu der Pflegerin gebracht, nachdem die Ehefrau von Werner B. sie dem Verein nach einem Ehestreit überlassen hatte.

Daraufhin hatte Werner B. gegen den Tierschutzverein beim Dachauer Amtsgericht Klage auf Herausgabe der Tiere eingereicht. Zu Unrecht, wie das Gericht gestern zumindest im Fall des Labradors Ouzo entschied. Denn Paroshunde hatte Ouzo dem Ehepaar B. vor zwei Jahren lediglich überlassen. Das Eigentum an dem Tier behielt weiterhin der Verein. Und deren Vorsitzende Prenntzell sieht das Wohl von Ouzo in Gefahr, sollte sie ihn an Werner B. zurückgeben.

Denn nach ihrer Aussage war Ouzo in einem erbarmungswürdigen Zustand, als Frau B. ihn im Dezember an den Verein zurückgab: „Er war auf und auf voller Flöhe. Ich habe ihm über 100 aus dem Fell gekämmt. Außerdem war Ouzo vollkommen verängstigt.“ Vor der Übergabe an Familie B. sei Ouzo, der von der griechischen Insel Paros stammt, ein „aufgeschlossener junger Hund gewesen“.

Ouzo darf nun weiterhin bei einer Pflegefamilie bleiben. Dort lebte in den vergangenen Wochen auch Pudel Bella. Bella wurde nicht vom Verein Paroshunde vermittelt. Eigentümer ist die Familie B. Deshalb hatten sich Claudia Prenntzell und Werner B. bereits vor der Verhandlung auf eine Rückgabe am heutigen Freitag geeinigt.

Claudia Prenntzell gibt Bella aber nur schweren Herzens zurück an Werner B.: „Ich kann ihn nicht guten Gewissens zurückgeben. In der Pflegefamilie war er gut aufgehoben.“ Das Zivilrecht lasse es jedoch nicht zu, die Rückgabe aus Gründen des Tierschutzes zu verweigern. Prenntzells Anwältin Ann-Kathrin Fries kündigte aber an: „Wir werden ein Auge auf Bella haben.“

Dass die beiden Hunde ein Flohproblem hatten, als sie bei ihm lebten, daraus machte Werner B. kein Geheimnis. Dennoch seien die Hunde bei ihm gut aufgehoben, beharrte der 68-Jährige, der um die Herausgabe von Ouzo weiter kämpfen will. (flg)

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