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Was wollt ihr? Nun, zumindest in dieser Szene vor allem eins: Alkohol.

Theater des P-Seminars

Shakespeare auf der Titanic beim Indersdorfer Gymnasium

Indersdorf - Verstrickungen, Verwirrungen, Verwechslungen. Im Stück „Was ihr wollt“ trifft beim P-Seminar des Gymnasiums Indersdorf Shakespeare auf den Rapper Sido und die Titanic.

Gestrandet in Illyrien, dem Land der Wahnsinnigen und Liebestollen, hat Violo (Gabriel Wohlmuth) nur eine einzige Chance: Als Frau verkleidet wird er Zofe der Herzogin Orsina (Clarissa Stegemeyer), in die er sich nur wenige Augenblicke nach dem ersten Kennenlernen heillos verliebt. Doch Orsina selbst kämpft um die Gunst des Grafen Olivio (Max Eichelbaum), der ihre Gefühle allerdings nicht erwidert, gilt seine Liebe doch dem verkleideten Violo.

Die zwölf Schüler des P-Seminars Theater haben lange für ihren großen Auftritt geprobt, experimentiert und organisiert. An zwei Tagen führten sie in der Schulaula „Was ihr wollt“ auf. Gerade die Vielschichtigkeit des Stücks zwischen Tragik und Komik, Melancholie und Einsamkeit machen das Stück zu einem der beliebtesten aus der Feder des englischen Dichters. Letztlich ist es eine Geschichte über Liebe, die doch am Ende siegt und alle Strapazen vergessen lässt.

Die Schüler brauchten Kostüme, neue Headsets, und auch das Bühnenbild musste finanziert werden. Dank ihrer beiden Sponsoren konnte die Gruppe 800 Euro in das Stück investieren. Besonders spektakulär wirken die prunkvollen Gewänder. Zu Beginn des Stücks verdunkelt sich der Saal und ein weiterer kostspieliger, aber besonders eindrucksvoller Moment wird auf der Bühne inszeniert: Hunderte Heliumluftballons werden mit Wellenbewegungen auf die Bühne getragen. In blaue Farbtöne gehüllt sinken die Luftballons langsam zu Boden. Aus den Lautsprechern ertönen Wellen- und Meeresgeräusche: Violo ist gestrandet.

Was die Geschichte angeht, halten sich die Schüler unter der Leitung von Sabine Landzettel nahezu an Shakespeares Vorlage. Lediglich die beiden Narren Katharina Fichtl und Manuel Rose genießen ein wenig Narrenfreiheit und können mit witzigen Sprüchen oder Schrifttafeln auch die modernen Zuschauer des Stücks immer wieder zum Lachen bringen.

Katharina Fichtl spielt ihre Rolle einfach ausgezeichnet. Sie verhaspelt sich kein einziges Mal, trotz der ungewohnten Sprache aus Shakespeares Zeiten, spielt ihre Rolle mal ironisch sarkastisch, mal ernst, mal lustig. Und da die Narren auch im Stück gerne mal ein Liedchen trällern, lassen auch Katharina und Manuel das ein oder andere Lied über die Liebe hören. Céline Dions „My Heart will go on“, ganz in Titanic-Pose, über die Rehling gebeugt in die Arme seines Liebsten gebettet, oder aber das Lied „Liebe“ von Sido, ganz in Rap-Manier. Und so gibt es neben all der Verwechslung, neben all der nicht erwiderten Gefühle eben auch den ein oder anderen lustigen Moment für die Zuschauer des Indersdorfer Theaterstücks.

Ebenfalls am Stück beteiligt waren Felicia Kopp als Madame Toby, Alina Lackerbauer als Madame Andrea, Elena Schenkel als Malvalia, Laura Moll als Valentina, Linus Neubert als Mario, Johanna Hager als Sienna, Franziska Auer als Antonia und Emily Drexl als Fabia. Die Rollen als Schiffshauptmann und Gerichtsdiener spielte Ludwig Bütow aus der Q11 und das Zimmermädchen war Nicola Wilden aus der siebten Klasse

Regina Peter

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