Ein Fund von großer Tragweite. Plötzlich ist Ampermoching um rund 800 Jahre älter. Von links Bürgmermeister Michael Kreitmeir, Archäologe Markus Wild und Kreisheimatpfleger Dr. Norbert Göttler. Foto: Klaus Rabl

In ein paar Tagen ist Ampermoching um rund 800 Jahre älter geworden

Ampermoching - Innerhalb weniger Tage ist Ampermoching um rund 800 Jahre älter geworden. Archäologen haben kletische Siedlungsreste entdeckt.

In nächster Nähe des Sportgeländes, am östlichen Ortsrand von Ampermoching, sind Reste einer keltischen Siedlung aus der Latènezeit, das ist die Zeit vom 5. bis 1. Jahrhundert vor Christus, gemacht worden. Nach ersten Erkenntnissen des Archäologen Markus Wild, der im Auftrag des Ladesamtes für Denkmalpflege mit seinem Team die Grabungen durchführt, stammen die entdeckten Siedlungsreste aus dem dritten oder zweiten Jahrhundert vor Christus.

Bisher wurden drei Siedlungsanwesen aus dieser Zeit offengelegt und markiert. Die Überreste lagen nur knapp 30 bis 40 Zentimeter unter der Erdoberfläche.

Bei einer Besichtigung mit Bürgermeister Michael Kreitmeir und Heimatpfleger Dr. Norbert Göttler beschrieb Markus Wild die entdeckten Siedlungsreste. So ist eine wahrscheinliche Hofstelle zu erkennen, die sich innerhalb einer Siedlung befand oder auch alleine stand. Zu erkennen sind die Standorte von Häusern und Umzäunungen auf Grund des dunkleren Erdreich, das sich deutlich vom „normalen“ Erdreich abhebt. Sehr gut auszumachen sind auch die jeweiligen Standorte der einmal hölzernen Mittelpfosten der Häuser. Die Standorte von Versammlungs- oder Kultbauten sind ebenfalls auszumachen. Ein Keramikstück, sowie Knochenreste wurden zudem zu Tage gefördert. Kreisheimatpfleger Dr. Norbert Göttler vermutet in diesem Zusammenhang, dass gerade in der Nähe der Amper schon sehr früh Besiedlungen stattgefunden haben. Das Areal mit den Siedlungsresten galt als „Verdachtsfall“, da an Hand von Luftaufnahmen das Landesamt für Denkmalpflege an der jetzigen Fundstelle schon Siedlungsreste vermutet hatte.

Auf dem Gelände sollen im nächsten Jahr im Rahmen des Bebauungsplanes Ampermoching Ost IV 34 Parzellen für eine Wohnbebauung entstehen. Auf Grund dessen musste vor Beginn der Erschließungsmaßnahmen eben auf Geheiß des Landesamtes die oberen Bodenschichten untersucht werden. Dies geschah dann Anfang November mit einem kleinen Bagger und tatsächlich kamen dann die Siedlungsreste zum Vorschein.

Heuer wird nun noch die Humusschicht der restlichen Fläche des künftigen Baugebietes mit aller Vorsicht abgetragen, da anzunehmen ist, dass die urgeschichtliche Siedlung deutlich größer war.

Nach Einschätzung von Bürgermeister Michael Kreitmeir, der sich über die historische Entdeckung sehr freut, wird es durch die archäologischen Untersuchungen aber keine Bauverzögerungen geben, so dass im nächsten Frühjahr die Erschließungsmaßnahmen durchgeführt werden können. Für die „Ampermochinger“ hat das ganze aber in dem Fall einen positiven Nebeneffekt. Bisher ging man davon aus, dass Ampermoching um das Jahr 748 entstanden ist. Nun ist der Ort plötzlich innerhalb von nur ein paar Tage um rund 800 Jahre älter geworden.

khr

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