Großeinsatz am Schliersee - Schwimmer offenbar vermisst

Großeinsatz am Schliersee - Schwimmer offenbar vermisst
Kalauer, Schlag auf Schlag: „Paparazzo“ Chris Böttcher im Thomahaus. Foto: sch

Paparazzo auf der Jagd nach Lachern

Dachau - Chris Böttcher plauderte, sang und kalauerte über die mehr oder weniger bekannten Geheimnisse der Promis aus Politik, Sport und Showbusiness.

Nichts als die nackte Wahrheit versprach der Comedian und Entertainer dem zahlreichen Publikum im Ludwig-Thoma-Haus und bot einen amüsanten Abend. Von Christian Wulff und Bettina über Nicolas Sarkozy und „Bruni“ bis zu Heidi Klums Doofmodels zog er alle durch den Kakao, die im Licht der Öffentlichkeit stehen oder zumindest in der Bild-Zeitung.

Böttchers Stärke liegt im Musikalischen und im rasanten Rollenwechsel. Die Parodien auf Schlagerstars wie Peter Maffei, Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer sind treffsicher und kommen Schlag auf Schlag. „Alle Skandale spiegeln sich in der Hitparade wider“, kündigte Böttcher an und reihte umgetextete Hits aneinander, sang als Stoiber-Seehofer-Boyband und als Florian Silbereisen, der seine Fans ins Doppelherz-Nirwana busselt.

Chris Böttcher ist musikalisch, begleitet sich auf dem Piano und hat eine sichere Stimme. Die Melodien gehen ins Ohr, die Texte sind lustig und pointiert. Böttchers Vision: Jopie Heesters war nur ein Vorgeschmack auf 120-jährige, die künftig auf der Bühne stehen werden. Dafür sprechen das 65. Comeback von Howard Carpendale und der bereits heute schon unsterbliche „König von Malle“, Jürgen Drews. Großartig ist sein Gangsta-Rap für Investment-Banker, boshaft der Dialog auf dem Wiener Opernball.

Böttcher streift Themen wie Gammelfleisch, Dioxin-Skandal und Börsenhaie und hetzt von Motiv zu Motiv - im wahrsten Sinne des Wortes. Mit „Uschi“, dem armdicken Tele-Objektiv bewaffnet, zoomt er die Themen heran, findet aber nicht die Zeit, sie tiefer zu analysieren. Wie ein Paparazzo streift er umher und bleibt in den meisten Fällen wie ein schnelllebiges Klatschblättchen an der Oberfläche hängen.

Zum Totlachen ist der Song über den depressiven Animateur, großartig das Lied über den Hausschuh-Parallelaufsteller, Rechnung-sofort-Bezahler, Brennt-daheim-noch-das-Licht-Umdreher. Geradezu „wäldmeischderlich“ ist er in seiner Domäne: Waldis WM-Club. Der Autor der „unglaublichen Fußball Task Force“ und des „Fußball-Stammtisches“ wechselt Identitäten, Tonfall und Aussprache so schnell, dass man denkt, die Bundeskanzlerin, Jogi Löw, Beckenbauer, Calmund, Olli Kahn und Marcel Reich-Ranicki stehen tatsächlich im Studio.

Die Krönung zum Schluss: Loddar Matthäus beim englischsprachigen Anbaggern in der Disco. „Again what learned.“ (sch)

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