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Dürfen sie in ihre Hütte? Die Jetzendorfer Jugend hofft auf die Legalisierung ihres selbsterbauten Treffs.

1. Jetzendorfer Jungbürgerstammtisch

Jetzendorfer Jugendliche bangen um ihre Hütte

Jetzendorf - In den Jetzendorfer Vereinen fühle sich die Jugend gut aufgehoben, bekam Bürgermeister Manfred Betzin beim 1. Jungbürgerstammtisch zu hören. Doch: Die Genehmigung für die von der Jugend erbaute Hütte ist ein Problem.

Die kleine Hütte, die vor zwei Jahren ausschließlich von Jugendlichen errichtet wurde, dient an den Wochenenden als Jugendtreff. „Wir haben diese Hütte gebaut, damit wir, wenn die Schulzeit mal rum ist, noch einen Treff haben“, sagte der 16-jährige Lukas Hof. Knapp 20 Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren treffen sich hier meistens Freitagabend. Zehn Jugendliche waren zum Jungbürgerstammtisch gekommen, und Lukas Hof war ihr Sprachrohr.

Die Jugendlichen sind davon überzeugt, dass allein dadurch, dass die Hütte rund 700 Meter von der Wohnbebauung entfernt ist, kein unerträglicher Lärm ausgelöst wird. „Die Hütte befindet sich in einer Mulde drin, so dass kein Lärm nach außen getragen wird“, ist Eva Greppmeier überzeugt. Die Jugendlichen wissen aber auch, dass der Jugendtreff vor allem den Jägern ein Dorn im Auge ist, und es einen einzigen Nachbarn gibt, der mit dieser Hütte nicht zurecht kommt. So erklärte der Bürgermeister, der mit Jugendreferent Josef Sedlmeier, seinem Stellvertreter Leonhard Sedlmeier und den Gemeinderäten Simon Fottner, Stefan Gottschalk, Edeltraud Huber, Ruth Kudorfer und Manfred Breitsameter rege mit den Jugendlichen diskutierte, dass das Landratsamt Pfaffenhofen in der Regel solche Hütten nicht dulde.

Geduldet würden seiner Meinung nach nur mobil gestaltete Treffs, sprich Bauwagen. Betzin, der selbst Jäger ist, ist davon überzeugt, dass man mit den Jägern durchaus zu einer verträglichen Lösung kommen könn. Sein Stellvertreter, Leonhard Sedlmeier, sicherte den Jugendlichen seitens des Gemeinderats Unterstützung zu, „weil wir jetzt wissen, um was es Euch geht“. Zudem empfahlen die Gemeinderäte den Jugendlichen, sich dem von Michael Kutschmann geleiteten Burschenverein Jetzendorf anzuschließen. „Bringt da Eure Ideen ein“, sagte Betzin. Gemeinderat Stefan Gottschalk wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es dann im Rahmen der Vereinsförderung auch finanzielle Mittel für die Jugendlichen gäbe.

Ruth Kudorfer, von Beruf Rechtsanwältin, äußerte Bedenken gegen die Hütte, selbst wenn der Treff ein Bauwagen sein sollte. Es müsse in jedem Fall festgelegt werden, wer die Verantwortung für den Treff übernimmt. Ohne Verantwortlichen gehe es nicht. „Auch ein Sozialpädagoge muss den Jugendschutz beachten“, warnte Jugendreferent Sedlmeier. Hier verhehlte der Bürgermeister nicht, dass so ein Sozialpädagoge, den die Jugendlichen im Prinzip gar nicht wollen, der Gemeinde auch noch Geld kosten würde. So hoffen die Jugendlichen gemeinsam mit den Gemeindepolitikern, dass sich das Landratsamt weiterhin einsichtig zeigt.

Eine klare Absage erteilte der Gemeindechef dem Wunsch nach einer Motocross-Strecke, allein schon wegen des Lärms – „und wir haben auch kein geeignetes Gelände“. Er empfahl interessierten Jugendlichen, sich diesbezüglich an den Motorradclub „Schleifendes Knie“ zu wenden.

Florian Ziegler erkundigte sich nach einem Skaterplatz, aber auch so eine Einrichtung hat keine Chance. „Sowas läuft gut an, aber später geht keiner mehr hin“, meinte der Bürgermeister, der sich in anderen Gemeinden, die einen Skaterpark gebaut haben, umgehört hat.

Der Vize-Bürgermeister Sedlmeier zeigte den Jugendlichen auf, dass der Gemeinderat im Rahmen des EU-Leaderprogramms einen Erlebniswanderweg rund um Jetzendorf bauen will und auch wegen eines Naturschwimmteichs angefragt habe. „Das soll aber keine Konkurrenz zum Freibad Ainhofen werden“, sagte Bürgermeister Betzin mit dem Hinweis, dass es zunächst nur um eine Machbarkeitsstudie geht.

Bürgermeister Betzin kam aber auch auf unangenehme Dinge, wie den verstärkt zunehmenden Vandalismus in der Gemeinde zu sprechen kam. Graffiti am Schulgebäude, Unrat an den Spielplätzen und Sachbeschädigungen an den Bushaltestellen, geben zu bedenken. Von den Jugendlichen wünscht sich der Gemeinderat Anregungen und Ideen fürs Ferienprogramm. Man empfiehlt ihnen auch, Kontakt zu den knapp 40 Asylbewerbern aufzunehmen, die alle aus Afghanistan kommen. „Oft reicht schon ein freundlicher Gruß“, sagte Betzin.

Josef Ostermair

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