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„Auf der Ostseite des Rathauses (links) beginnt das geplante, 4,95 Hektar große Baugebiet „Am Bücherlweiher“.

Die Planungen laufen seit 25 Jahren

Paukenschlag in Röhrmoos: Grüne und FW stoppen Bücherlweiher-Verfahren

  • vonJosef Ostermair
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Das größte Bauprojekt in der Gemeinde in den vergangenen 25 Jahren ist vorläufig gestoppt: Der neu gewählte Gemeinderat möchte sich erst intensiv mit den Bürgereinwendungen zum Bebauungsplan für das Gebiet Bücherlweiher befassen.

Mit einem Antrag zur Geschäftsordnung haben die Fraktionen der Grünen und der Freien Wähler bei der Gemeinderatssitzung in Röhrmoos am Mittwochabend das Bauverfahren für das größte Projekt der Gemeinde in den vergangenen 25 Jahren, den Bebauungsplan „Am Bücherlweiher“, vorläufig gestoppt. Der neue zweite Bürgermeister Arthur Stein (Grüne) trug den gemeinsamen Antrag vor. Stein und der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Stefan Lorenz, empfahlen dem Gemeindeparlament die vorgesehenen Beschlussvorschläge zu den verschiedenen Einwendungen zu vertagen.

Grund: „Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und die Einwendungen einzelner Bürger beziehen sich mehrmals direkt und indirekt auf bereits in vergangenen Legislaturperioden geschlossene Vereinbarungen und Verträge zwischen der Gemeinde und dem Grundstücksbesitzer. Viele Gemeinderatsmitglieder, insbesondere die elf Neuen, können daher die Empfehlungen beziehungsweise Beschlussvorlagen zur Abwägung der Einwendungen, die auf Einzelheiten in den Verträgen basieren, nicht vollumfänglich bewerten“, so Stein zu dem Antrag. Seinen weiteren Ausführungen war zu entnehmen, dass man sich intensiv mit den ausführlich ausgearbeiteten und begründeten Bürgereinwendungen befassen wolle. „Dies verdeutlicht umso mehr, dass die Bürger von Röhrmoos ein sehr großes Interesse daran haben, wie sich ihr Wohnort verändern soll und darauf Einfluss nehmen möchten“, unterstrich Stein und sprach sich in aller Deutlichkeit dafür aus, „die Bürgeranregungen noch einmal erneut wohlwollend zu prüfen und mit Nachdruck zu versuchen, dem Bürgerwillen soweit als möglich zu entsprechen“.

Das Gremium forderte die Verwaltung auf, den Gemeinderatsmitgliedern alle Informationen aus den Vertragsabschlüssen oder sonstigen Vereinbarungen zwischen dem Grundstücksbesitzer und der Gemeinde Röhrmoos in einer geeigneten Form zur Verfügung zu stellen. Die Wiedervorlage der vertagten Punkte auf der Gemeinderats-Agenda sollte nach angemessener Zeit, in Absprache mit den Fraktionssprechern, in einer Sitzung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Dass sich Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) über den schließlich einstimmig gebilligten Antrag zur Geschäftsordnung nicht freute, ist leicht nachzuvollziehen, vor allem wenn man weiß, dass schon in den 90er-Jahren die Überplanung des Bücherlweiher-Gebietes Thema im Gemeinderat war und es schon zu dieser Zeit einen Ideenwettbewerb gegeben hatte. Später versprach man sich von der „neuen Ortsmitte“ eine deutliche Aufwertung des Ortsbildes. Den Aufstellungsbeschluss für den zur Debatte stehenden Bebauungsplan fasste das Gemeindeparlament im Februar 2016.

Dabei geht es um 4,95 Hektar Brutto-Bauland zwischen dem Rathaus und der Lilienstraße. Dort sollen im ersten Bauabschnitt eine Vielzahl von Wohnungen, ein großer Lebensmittelmarkt und kleinere Gewerbeflächen entstehen. Der Bebauungsplanentwurf wurde schon im Februar 2017 gebilligt und im Februar dieses Jahres erneut vom Gemeindeparlament akzeptiert.

Allerdings hatte sich damals schon der damalige dritte Bürgermeister, Dr. Nicolas Kugler (Grüne), dafür ausgesprochen, das Absegnen der Planung dem neuen Gemeinderat zu überlassen. Wie es mit dieser Ewigkeits-Baugebietsplanung nun weitergehen soll, darf der seit 1. Mai in Amt und Würden stehende 21-köpfige Gemeinderat nach eingehender Information entscheiden.

Bereits jetzt öffentlich über diese große Baugeschichte zu sprechen, lehnte Bürgermeister Kugler ab. Keine Entscheidung fiel auch über den Vorschlag von Stein, zum besseren Kennenlernen im Gemeinderat mal einen Tag in Klausur zu gehen.

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