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Koordiniert die Agenda-21-Gruppe: Christa Jürgensonn hier beim ersten Treffen nach der Corona-Pause.

Nachhaltigkeit steht im Vordergrund

Eine Lebensweise, die niemandem schadet

  • Petra Schafflik
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Zum ersten Treffen kam die Agenda-21-Gruppe nach coronabedingter zusammen. An der frischen Luft wurden Ideen diskutiert, um das Thema Nachhaltigkeit voranzubringen.

Petershausen– In der Corona-Krise haben die meisten Bürger rasch viele Einschränkungen ihres bisher gewohnten Alltags akzeptiert. Doch eine Änderung der eigenen Lebensweise mit Blick auf eine langfristige Bedrohung wie den Klimawandel – die wird es wohl nicht geben.

Darüber waren sich die Petershauser einig, die sich am Dienstag im Garten des Sportheims zum ersten Treffen der Agenda-21-Gruppe nach coronabedingter Pause eingefunden haben. An der frischen Luft wurden Ideen diskutiert, um das Thema Nachhaltigkeit voranzubringen. „Wir müssen eine Lebensweise finden, die niemandem schadet“, sagte Koordinatorin Christa Jürgensonn. Und Ernst Nold, FW-Gemeinderat und Vorstand der Bürgerenergie-Genossenschaft, verwies auf das jüngste Buch von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und plädierte dafür, „nicht auf die Politik zu warten, sondern selbst machen, jeder was er eben kann“.

Die Petershauser Agenda-21-Gruppe will dafür auch weiterhin Denkanstöße geben, mit Projekten vor Ort und Unterstützung für überregionale Aktionen. Eine davon ist die Initiative Lieferkettengesetz, die von zahlreichen Organisationen, darunter kirchliche Verbände, Gewerkschaften und Naturschützern getragen wird. Öffentlicher Druck soll beitragen, dass das im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte Lieferkettengesetz endlich kommt. Damit sollen Unternehmen verpflichtet werden, ihre Lieferketten transparent aufzuzeigen und dafür auch die Verantwortung zu übernehmen.

Nachdrücklich hat sich der Petershauser Grünen-Gemeinderat Alexander Heisler darum bemüht, dass nicht nur alle Grünen-Abgeordnete des Bundestags nun diese Initiative unterstützen, sondern neben Michael Schrodi (SPD) jetzt mit Beate Walter-Rosenheimer (Grüne) und Katrin Staffler (CSU) alle drei Landkreis-Abgeordneten im Wahlkreis dahinter stehen.

Aber auch für konkrete, örtliche Projekte setzt sich die Agenda-21 ein. Wie etwa für eine Straßenbibliothek, wo Bürger kostenlos Bücher abgeben, ausleihen und wieder zurückgeben könnten. Ein ähnliches Angebot hat der Jugendrat in Dachau gerade mit umgebauten Telefonzellen gestartet, in Hebertshausen gibt es eine einfache Bücher-Hütte, die allen offen steht. Entscheidend, so Agenda-Koordinatorin Christa Jürgensonn, sei ein zentraler Standort, am besten noch in Kombination mit einer E-Bike-Ladestation. Am Pertrichplatz wäre ein guter Platz, fanden die Teilnehmer.

Einen Beitrag zum Klimaschutz leistet auch, wer für Wege im Dorf statt Auto lieber das Rad nutzt. Deshalb äußerte sich Jürgensonn „begeistert“ von der neuen Straßenverkehrsordnung, die unter anderem auch Fahrradzonen erlaubt. Solche Bereiche, wo Radfahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind, können sich die Teilnehmer in Petershausen vorstellen.

Grünen-Gemeinderätin Lydia Thiel plädierte dafür, „mit einer Straße anzufangen“, damit sich die Bürger an die neue Regelung gewöhnen können. Andere Teilnehmer wollen lieber ein Konzept entwerfen, wo Fahrradstraßen oder -zonen in Petershausen sinnvoll und praktikabel sind. Das soll nun eine Arbeitsgruppe in Angriff nehmen.

Um dem Fahrrad als Transportmittel überhaupt mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, plant die Agenda-21 im September eine Aktion in Petershausen. Offen ist, ob sich Radler aus unterschiedlichen Richtungen zu einer Sternfahrt aufmachen sollen, um dann am Pertrichplatz zusammenzukommen. Dabei könnten auch besondere Radmodelle wie Liege- und Lastenfahrräder für Aufmerksamkeit sorgen, findet Jürgensonn. Denkbar wäre auch, so Katharina Beßler, eine „Critical-Mass-Rundfahrt“ zu starten, wo Radler quasi spontan in großer Zahl durch den Ort kurven. Egal wie der Ablauf genau aussehen wird: Das Rad-Event wird wohl am Freitag, 25. September, stattfinden.

ps

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