Eine Viertklässlerin schreibt das Wort „Zeugnisse“ auf eine Tafel in einem Klassenzimmer.
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Ende Juli gab es für die Kinder der Region Abschlusszeugnisse - und erstmals auch für die Schüler der ASP Petershausen (Symbolbild).

Aktive Schule Petershausen verabschiedet ihre 15 Absolventen

Alle haben bestanden

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Eine ganz besondere Premiere konnte die Aktive Schule Petershausen (ASP) jetzt feiern: Zum ersten Mal verabschiedete die private Grund- und Mittelschule einen Abschlussjahrgang. Fünf junge Männer und Frauen haben erfolgreich den qualifizierenden Mittelschulabschluss (Quali) oder sogar den mittleren Schulabschluss geschafft.

Petershausen – „Alle haben bestanden, darauf sind wir stolz“, sagt Dominik Schuck, Lehrer und Mitglied der Schulleitung. „Jetzt haben wir den Beweis, dass unsere Idee von einer Schule fürs Leben aufgeht“, sagte Geschäftsführerin Claudia Schaller beim kleinen Abschiedsfest, das die Absolventen selbst organisiert hatten.

Die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung war für Schüler wie auch Lehrer, die sich als Lernbegleiter verstehen, eine große Herausforderung. Denn die 2009 als Grundschule gegründete ASP baut erst seit 2015 eine Oberstufe auf, sodass in diesem Schuljahr nun erstmals ein Jahrgang die Abschlussklasse erreichte.

Diese Schüler mussten nun als Absolventen einer privaten Schule die Prüfungen als sogenannte Externe an einer staatlichen Mittelschule absolvieren. Das erforderte für die jungen Männer und Frauen, die bisher in einer jahrgangsgemischten Oberstufe gemeinsam mit Schülern der siebten und achten Klasse gelernt haben, eine intensive Vorbereitung. Das alles auch noch in einer Zeit, als wegen der Corona-Pandemie die Schule für Wochen geschlossen bleiben musste.

Die Absolventen wurden mit Lern- und Übungsmaterial versorgt, stets individuell und persönlich begleitet von ihrem Lehrer. „Dann haben sich die Schüler weitgehend selbstständig und eigenverantwortlich vorbereitet“, sagte Lehrer Schuck. Die Prüfung haben alle an den Mittelschulen Markt Indersdorf und Dachau abgelegt. Auch da belastete Corona den Ablauf. „So konnten die Schüler sich beispielsweise nicht vorher die Räume der praktischen Prüfung ansehen, das waren schon erschwerte Bedingungen.“

Doch das pädagogische Konzept der Schule, das auf eigenverantwortliches Lernen setzt, hat sich bewährt: Alle Absolventen haben die Prüfungen geschafft. So wie die 15-jährige Janika Böhm, die sogar mit der mittleren Reife abschloss.

Die Vorbereitung lief mit dem schriftlichen Lernmaterial gut, sagt Böhm. Aber wegen Corona „war alles ein wenig ungewiss“. Die Prüfung hat die junge Frau aus Petershausen als „anspruchsvoll, aber machbar“ empfunden. Den Mittleren Schulabschluss in der Tasche zieht Janika Böhm nun nach Mittenwald, um an der renommierten staatlichen Musikinstrumentenbauschule eine Ausbildung als Zupfinstrumentenmacherin zu absolvieren. Die junge Frau, die selbst Gitarre spielt, suchte eine kreative Herausforderung. „Und ich wollte etwas Handwerkliches machen.“

Auch die übrigen Absolventen haben konkrete Pläne, streben weiterführende Schulabschlüsse an oder haben einen Ausbildungsvertrag im Handwerk in der Tasche. Für all diese Wege, so Claudia Schaller in ihrer Festrede beim Abschiedsfest, „seid ihr bestens gerüstet“.

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