So könnte die Anlage in der Landschaft liegen, wobei der Gemeinderat eine breitere Ausgleichsfläche in Richtung Ziegelberg wünscht. grafik: mm
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So könnte die Anlage in der Landschaft liegen, wobei der Gemeinderat eine breitere Ausgleichsfläche in Richtung Ziegelberg wünscht.

Startschuss für den „Solarpark Lindach“

Anlage für die Energiewende in Petershausen

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Petershausen – Wenn es klappen soll mit der Energiewende, muss künftig noch viel mehr Strom aus erneuerbaren Quellen kommen. Ein Weg, auf dem Petershausen jetzt einen entscheidenden Schritt vorankommen könnte. Denn im Gemeinderat präsentierte der Projektentwickler JP Joule das Konzept für einen Solarpark zwischen dem Weiler Lindach und dem Ortsteil Ziegelberg.

Das Unternehmen GP Joule ist kein Neuling in der Region, sondern entwickelt auch eine Photovoltaik-Freiflächenanlage im benachbarten Weichs.

Die Petershauser Anlage würde auf einem 20,5 Hektar großen Acker entstehen, der einem ortsansässigen Landwirt gehört. Bürgermeister Marcel Fath (FW) steht, wie der gesamte Gemeinderat, dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber. Tatsächlich sei in Sachen Ökostrom „noch eine ganze Menge Zubau nötig in unserem Land, und Geld kommt auch herein“, sagte Fath.

Auch Andrea Stang (FW) hält es für einen „ganz wichtigen Schritt, wenn möglichst viel Strom vor Ort erzeugt wird“. Wobei der in Freiflächenanlagen erzeugte Strom auch noch am kostengünstigsten ist, ergänzte Energiereferent Ernst Nold (FW). Auch Günter Fuchs (CSU) nannte das Vorhaben „grundsätzlich sehr gut“. Wichtig war ihm, dass notwendige Ausgleichsflächen im östlichen Bereich der Anlage angelegt werden, um einen möglichst großen Abstand zu Ziegelberg zu gewährleisten. Auch die Wechselrichter, die Geräusche erzeugen könnten, sollen ortsabgewandt montiert werden.

Eine bei Solarflächen denkbare Emission wäre auch die Blendwirkung, sagte Bürgermeister Fath. „Wegen der Lage und Neigung des Geländes ist davon aber kaum auszugehen.“ Dennoch würden natürlich alle nötigen fachlichen Stellungnahmen eingeholt. Mit diesen Vorgaben stimmte der Rat einstimmig für die Aufstellung eines Bebauungsplans. Parallel wird der Flächennutzungsplan entsprechend geändert.

Jährlich 17 bis 18 Megawatt Strom

Was auf dem Acker am westlichen Ortsrand von Petershausen entstehen könnte, nannte Fath „ein richtig großes Teil“. Auf der knapp 21 Hektar großen Fläche sollen jährlich 17 bis 18 Megawatt Strom erzeugt werden, erläuterten Andreas Fleischmann und Vanessa Varga von GP Joule, die per Video-Konferenz zugeschaltet waren. Dieser Ertrag reicht rechnerisch aus, um 4900 Haushalte mit Strom zu versorgen. Da die technische Entwicklung bei Solarmodulen aber rasant ist, könnte das Ergebnis sogar noch höher liegen. Der Solarpark wird rundherum mit einer dichten, mehrreihigen Hecke eingefasst, die als ökologische Ausgleichsfläche dient. Wie üblich, wird die Anlage auf eine Laufzeit von 20 bis 30 Jahren geplant, und das Unternehmen GP Joule übernimmt die Garantie für den vollständigen Rückbau.   

Denkbar wäre, die Anlage danach zu ertüchtigen und weiter zu betreiben, sofern von Gemeinde und Eigentümer gewünscht, erklärte der GP Joule-Planer auf Nachfrage von Gemeinderätin Margarete Scherbaum (FW). Die Erzeugung von Wasserstoff aus dem Sonnenstrom sei grundsätzlich möglich, aber in Lindach momentan nicht vorgesehen, erfuhr Gemeinderat Josef Gerer (CSU) auf seine Frage. Der erzeugte Strom werde direkt vermarktet, mit den Stadtwerken München sei man schon länger in Kontakt, so die Planer.

Bis der erste Strom ins Netz fließt, dürften noch eineinhalb Jahre vergehen. Zeit, um im Gemeinderat über eine mögliche Beteiligung des Kommunalunternehmens (KUP) zu beraten, das bereits vier Solaranlagen außerhalb von Petershausen besitzt (siehe Infokasten). Interesse gibt es auch bei der Bürgerenergie-Genossenschaft, wie FW-Gemeinderat und Genossenschaftsvorstand Ernst Nold signalisierte. Auch eine Beteiligung der Bürger über eine sogenannte Schwarmfinanzierung ist für die Investoren denkbar.

Unabhängig von derlei Überlegungen ist sicher, dass Petershausen mit einem Solarpark Lindach den örtlichen Stromverbrauch rechnerisch vollständig vor Ort regenerativ erzeugen wird, wie der Rathauschef betonte. Sein Fazit: „Endlich eine ausgeglichene Energiebilanz für Petershausen!“

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