Asylunterkunft Petershausen

Asylunterkunft: LangfristigeLösung nötig

Die Asylbewerberunterkunft in Petershausen hat für kontroverse Debatten im Bauausschuss gesorgt. Die Gemeinderäte verlängerten die Baugenehmigung nur mit Bauchschmerzen.

Petershausen – Während der Debatte sah es lange Zeit so aus, als würde der Bauausschuss die Baugenehmigung für die Wohncontainer am Heimweg nicht verlängern. Zu groß war offenbar die Versuchung, hier „ein klares Zeichen zu setzen“, wie es Bürgermeister Marcel Fath gegenüber der Heimatzeitung formulierte.

Die Container seien keine langfristige Lösung und behinderten die Integration der dort lebenden Flüchtlinge und Asylbewerber, so die einhellige Meinung der Kommunalpolitiker. Auch vor dem Hintergrund, dass andere Gemeinden bisher überhaupt keine Geflüchteten aufgenommen haben, verlange die Gemeinde eine klare Lösung vom Freistaat und insbesondere vom Landratsamt. „Wir möchten fair behandelt werden“, betonte Bürgermeister Marcel Fath im Gespräch mit den Dachauer Nachrichten.

Am Ende haben sich die Mitglieder des Bauausschusses dann doch durchgerungen, die Baugenehmigung bis Ende 2022 zu verlängern – allerdings unter klaren Bedingungen. So verlangt die Gemeinde, dass innerhalb dieser Frist eine einvernehmliche Lösung gefunden werden soll, wie es mit der Unterkunft weitergeht. So wäre das so genannte „Karlsfelder Modell“ mit Unterkünften in Holzständerbauweise eine mögliche Lösung.

Die Kommunalpolitiker hätten nur den rund 60 Menschen zuliebe zugestimmt, die in der Unterkunft wohnen, so Bürgermeister Fath. Die jetzige Baugenehmigung läuft Ende dieses Jahres aus. Wäre sie nicht verlängert worden, würden einige Bewohner möglicherweise obdachlos werden – und die Gemeinde Petershausen müsste sich um sie kümmern. Dennoch ist für den Bürgermeister und die Gemeinderäte klar: Man will am Heimweg keinen Ort, „auf den man mit dem Finger zeigt“, wie es Marcel Fath formulierte.

Oliver Gierens

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