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Neun von 20 Bäumen konnte Rainer Mühe (l.) nach der Zerstörungsaktion der unbekannten Vandalen noch retten und den Verbissschutz wieder reparieren (linkes Foto). Elf müssen komplett ersetzt werden. Bürgermeister Marcel Fath ist empört über den Vandalismus im Gemeinde-Biotop.

Gemeinde-Biotop in Petershausen

Empörung über Baumvandalen

Vandalismus im Gemeinde-Biotop: Bereits zum zweiten Mal haben Unbekannte dort Bäume zerstört. Der Ärger ist groß. Die Zerstörungswut sei beispiellos, sagt der Bürgermeister.

Petershausen – Stinksauer sind Petershausens Bürgermeister Marcel Fath (FW) und der stellvertretende Vorsitzende der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Petershausen, Rainer Mühe. Der Grund: Vandalen haben das das Gemeinde-Biotop am Alten Sollerner Kirchweg schon zum zweiten Mal zerstört.

Zerstörungsaktionen könnten Konsequenzen haben

Der Verbissschutz der Bäume (Foto oben) wurde herausgerissen und einfach in das benachbarte Feld geschmissen. Nun wurde der Baum abgeschnitten.

20 Bäumchen waren dieses Mal betroffen. „Neun konnte ich retten“, sagte Mühe. „Zehn musste ich ersetzen.“ Einer muss noch ersetzt werden. Bürgermeister Fath schimpfte: „Dieser Vandalismus ist völlig unsinnig, denn er ist auch für die Landwirtschaft schädlich.“ Die Böden in unserer Gegend seien relativ fruchtbar, die fruchtbare Bodenschicht sei nur 30 bis 50 Zentimeter dick. 

Bäume schützen die Schicht vor Winderosion. Wenn diese aber zerstört werden, fehlt der Schutz. Wenn die Zerstörungsaktionen weitergehen, müssten Mauern gebaut und Hecken angepflanzt werden, sagt Fath.

Rainer Mühe verwies auf einen anderen Aspekt, warum die Bäume so wichtig sind. Früher hätten Vögel mehr Schädlinge auf den Feldern vertilgt. Doch weil die Vögel keinen Unterschlupf mehr finden, gebe es weniger von ihnen. Allein bei der jüngsten Vogelzählung stellte sich heraus, dass es 20 Prozent weniger gibt. 

Bäume wurden bereits zum zweiten Mal zerstört

Und so müssen die Landwirte verstärkt Insektizide einsetzen, um der Schädlinge Herr zu werden. Doch das sei für die Gesundheit alles andere als zuträglich. „Bäume dienen in den Sommermonaten außerdem zur Kühlung und als Sauerstofflieferant“, sagte Fath. „Jeder, der das schädigt, schädigt sich am Ende selbst.“

Nach einer ersten Zerstörungswelle der Vandalen oder eines Einzeltäters war bereits ein Großteil der Bäumchen vernichtet worden. Der Gemeinde sei dabei ein finanzieller Schaden entstanden, denn sie bezahlte die Bäumchen. Rainer Mühe und der Bund Naturschutz hatten Arbeit bei der Reparatur des Verbiss-Schutzes, der Wachstumshilfen und beim Nachpflanzen. 

Die Bäume in dem Biotop hatten Kinder, Jugendliche und deren Eltern im Oktober 2014 bei der Aktion „Plants for the Planet“ am gepflanzt. Umso trauriger, dass sie nun wieder zerstört wurden.

Bürgermeister Fath spricht von Zerstörungswut

In einer Pressemitteilung schrieb der Bürgermeister: „Offensichtlich soll hier gezielt der Wuchs von Bäumen auf einer Biotop-Fläche unserer Gemeinde verhindert werden.“ Das sei nicht hinnehmbar. Deshalb hat er Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Wer Hinweise geben kann, wendet sich an die Polizei Dachau oder an Fath unter 0 81 37/5 34 18. 

Auch an anderen Stellen im öffentlichen Raum gebe es laut Fath immer wieder Vandalismus an Bäumen: Da werde genagelt, Rinde abgeschält, gehackt, gebrochen und gesägt, bis der Baum keine Kraft mehr für seine Heilung hat und stirbt. „Eine Zerstörungswut wie am Alten Sollerner Kirchweg ist aber bisher beispiellos“, sagt Fath.

Von R.-Dietmar Sponder

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