Leute draußen im Sitzkreis
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Den Ideen und Wünschen der Jugend lauschten bei der Jungbürgerversammlung Bürgermeister Marcel Fath, die Jugendreferenten Susanne Strauß und Martin Seemüller sowie Gemeindejugendarbeiter Olaf Schräder.

Jungbürgerversammlung in Petershausen – Nicht alle Wünsche sind realisierbar

Die Jugend soll mitreden

Was will die Jugend in Petershausen? Bei einer Bürgerversammlung für junge Leute wurde nachgefragt.

Petershausen – Auf Gartenstühlen, Bierbänken und einem Sofa hatten es sich am frühen Samstagabend auf der Wiese hinter dem Sportheim an die 20 junge Leute bequem gemacht. Mitten unter ihnen saß auch Bürgermeister Marcel Fath (FW), der gemeinsam mit Jugendarbeiter Olaf Schräder zur „Jungbürger*innenversammlung“ geladen hatte. Ohne lange Vorreden kam der Rathauschef zur Sache: „Heute Abend höre ich zu, um herauszufinden, was Ihr denkt und was Ihr braucht.“

Als Interessenvertreter der jungen Leute stellten sich die Jugendreferenten des Gemeinderats, Susanne Strauß (Grüne) und Martin Seemüller (ÜBP), vor. „Wir vermitteln zwischen den Interessen der Jugend und der Kommunalpolitik“, erklärte Strauß. Auch Seemüller will „Ideen durchboxen, soweit sie halt realistisch sind“.

Doch was sind die Themen der Jugend? Ein wenig musste Sozialpädagoge Schräder motivieren, dann kamen die ersten Vorschläge. „Radfahren“ sei ihr Hobby, einen richtigen Dirtpark mit Schanzen hätten einige gerne. „Ungefähr wie in Pfaffenhofen.“ Mögliche Plätze in Petershausen wurden sofort diskutiert, doch der Bürgermeister konstatierte, dass „die Gemeinde keine geeignete Fläche hat“. Vom Geld ganz zu schweigen, „sowas kostet 150 000 Euro“, dazu komme der Unterhalt. Weil es kurzfristig nichts wird mit einem Dirtpark Petershausen, wollen Jugendarbeiter Schräder und sein Team Fahrten zum Gelände nach Pfaffenhofen anbieten. „Mehrere, nicht nur einen Ausflug“, verspricht Schräder.

Die Jugend hätte auch gerne Freizeitangebote wie Kino oder Schwimmbad. Im renovierten Jugendzentrum gibt es genug Platz, dazu Leinwand, Beamer und Anlage: „Wir können da ein Kino machen“, so Olaf Schräder.

Schwieriger ist der Wunsch nach einer Badegelegenheit. „Einen Baggersee haben wir nicht, wir haben die Glonn“, sagte Bürgermeister Fath. Dort sind die Petershausener in den 1950er Jahren noch geschwommen, doch jetzt sei die Wasserqualität zu schlecht. Aber, so der Einwand eines Jungen, „warum haben sie in Vierkirchen ein Bad?“ Weil dort ein passender Teich vorhanden war, Bürger Geld gegeben und die Organisation übernommen haben, erklärte Fath.

Dann wurde über die Zahl der Fußballplätze diskutiert, und Fath erläuterte, warum in Petershausen vermutlich nie ein McDonald eröffnen wird, genauso wenig wie ein AirHop. Zu so einem Trampolinpark in der Halle will die Jugendarbeit aber, wie schon vor Corona, demnächst wieder eine Fahrt organisieren.

Über zu langsames Internet in Kollbach wurde geklagt, tatsächlich laufe bereits die technische Aufrüstung auf Glasfaser bis zu den Verteilerkästen, erklärte Fath.

„Wo fühlt Ihr Euch nicht wohl?“, fragte Jugendreferentin Strauß. Abends am Bahnhof und auch am Jugendplatz an der Jetzendorfer Straße, sagten die jungen Teilnehmer. „Da sitzen Ältere, rauchen und trinken.“ Fath empfiehlt den neu gestalteten Innenhof der Schule als Treffpunkt: „Das könnte Euer Platz werden.“

Zum Schluss wies der Rathauschef noch auf eine konzeptionelle Herausforderung der Zukunft hin: Im Baugebiet Rosenstraße, für das gerade ein Bebauungsplan erstellt wird, entstehen auch Freiflächen für Kinder und Jugendliche. Die jungen Leute könnten sich schon einmal Gedanken machen, welche Geräte, Angebote und Ausstattung dort wünschenswert wären, so Fath. „Denn das wollen wir mit Euch zusammen planen.“

Petra Schafflik

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