Kröte und Auto
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Eine Aufgabe von vielen: Der BN bringt Kröten über die Straße zu den Laichplätzen (Symbolbild).

Bund Naturschutz Petershausen

„Die Natur wird leider weniger“

Der Bund Naturschutz in Petershausen hat viel vor. Für die Umsetzung seiner Pläne wäre eines besonders wichtig: neue Mitstreiter.

Petershausen – Für Natur und Umwelt viel erreicht und auch in Zukunft noch viel vor: So engagiert und motiviert präsentierte sich die Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) am Donnerstag in einer digitalen Info-Veranstaltung für Mitglieder und Interessierte.

Tatsächlich blickt der Umweltverband in Petershausen auf eine lange, 35-jährige Tradition zurück, wenn auch mit Unterbrechungen. Auf dieser Basis lassen sich gut auch Ziele und Visionen für die Zukunft entwickeln, erklärte Vorstand Ralf Schüpferling.   

Bewährte Vorhaben und Aktivitäten wie die Biotoppflege will man natürlich weiterführen, aber auch ambitionierte Ideen angehen, wie die Ansiedlung des Weißstorchs, die im benachbarten Hohenkammer erfolgreich gelungen ist.

Über die Anfänge des BN ab 1986 berichtete den 13 Teilnehmern zunächst Lydia Thiel – die Grünen-Gemeinderätin gehört zu den BN-Gründungsmitgliedern. Damals, erinnerte sich Thiel, konnten im Zug der Flurbereinigung verschiedene Biotope gesichert werden. Auch für das bessere Müllkonzept setzte sich der BN ein. „Alles wanderte in eine Mülltonne, der Abfall wurde auf die Deponie gefahren. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.“

Engagiert haben die Petershausener auch gegen die Deponie in Oberhausen gearbeitet, „das waren viele Jahre Kampf“. Zur wertvollen Flusslandschaft der Glonn hat Thiel zusammen mit anderen BN-Aktiven 2015 eine umfangreiche Dokumentation erstellt, die als CD vorliegt und immer noch aktuell ist.  

Über die aktive Arbeit in der Biotoppflege erzählte Rainer Mühe, langjährig engagierter Naturschützer der Petershausener Ortsgruppe. Den Teilnehmern berichtet Mühe über die aufwändige Pflege der 17 Biotope, die in der Obhut des BN sind. Zweimal jährlich müssen die 70 000 Quadratmeter gemäht und das Heu abtransportiert werden. „Das ist ganz schön in Arbeit ausgeartet.“

Tatkräftig zugepackt wird jedes Jahr beim Krötenzaun, der aktuell wieder entlang der Straße von Petershausen Richtung Kollbach steht. 525 Amphibien konnten dort 2017 von BN-Helfern noch sicher über die Straße zu ihren Laichflächen gebracht werden, 2020 waren es es nur 180. „Die Natur wird leider weniger, obwohl wir versuchen, sie zu retten“, so Mühe.

Um noch mehr Petershausener für den Umweltschutz zu begeistern, möchte der neue Vorsitzende Ralf Schüpferling „stärker in die Umweltbildung einsteigen“. Zum einen soll das mit Kinder- und Jugendgruppen passieren, die jahrelang erfolgreich gelaufen sind und wieder installiert werden sollen, sofern sich eine engagierte Person zur Leitung findet. Die Umweltbildung wird erweitert, das spiegelt auch das Jahresprogramm, das heuer BN sowie Obst- und Gartenbauverein zusammen mit der Aktiven Schule entwickelt haben.

Freilich, die ersten Veranstaltungen sind wegen Corona schon ausgefallen. Aber die fertig entwickelten Konzepte werden dann im nächsten oder übernächsten Jahr umgesetzt, gibt sich Schüpferling optimistisch.

Überlegt werde auch, ob nach dem Vorbild anderer Gemeinden ein Naturschutzbeirat in Petershausen sinnvoll wäre. Denn frustrierend sei es, Stellungnahmen zu schreiben für Vorhaben, „die quasi schon durch sind“.

Auch die Glonn als „unser Paradebiotop“ will der BN im Blick behalten – immer mit dem Ziel, dass die Petershausener künftig einmal wieder wie frühere Generationen im Fluss baden können.

Auch für mehr stattliche Bäume im Dorfkern wollen sich die Naturschützer einsetzen. „Die prägen das Ortsbild und sorgen im Sommer für ein angenehmes Klima.“ Und vielleicht gelingt es nach dem Vorbild der Nachbargemeinde Hohenkammer, einen Weißstorch anzusiedeln.

Für die vielen Ideen und ihre Umsetzung sind dem Bund Naturschutz weitere Mitstreiter willkommen – etwa als Jugendleiter oder tatkräftige Helfer bei der Biotoppflege für ein paar Arbeitseinsätze im Jahr. „Das wäre eine tolle Unterstützung“, sp Schüperling. Informationen und Kontakt über www.bn-petershausen.de.

Petra Schafflik

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