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Ein Signal für grüne Energie

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Von: Petra Schafflik

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Mehrere Solaranlagen als Symbolbild
Solaranlage (Symbolbild) © Thomas Imo/photothek.net / IMAGO

Petershausen – Wer sich eine Solaranlage aufs Dach montieren lässt oder einzelne Module ans Balkongeländer schraubt, kann künftig mit einer gemeindlichen Förderung rechnen.

Konkret sollen Bürger für ihre privaten Dach-PV-Anlagen 100 Euro pro Kilowatt Peak und maximal 1000 Euro erhalten, Balkonkraftwerke bis 600 Watt werden pauschal mit 60 Euro unterstützt. Insgesamt wird in Petershausen ein Fördertopf von 30 000 Euro befristet auf zwei Jahre eingerichtet. Das Programm, das auf Antrag der Grünen-Fraktion aufgelegt wird, hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen.

Allerdings gab es in der Ratssitzung am Dienstag nicht nur Befürworter. Schon die Verwaltung meldete Bedenken an. PV-Anlagen ließen sich durch die EEG-Förderung rentabel betreiben, beim gemeindlichen Förderprogramm „Petershausen saniert“ habe man explizit auf eine Förderung von PV-Anlagen verzichtet, so heißt es in der Sitzungsvorlage. „Der Gemeindeetat ist ausgereizt genug“, fügte Kämmerer Daniel Stadelmann in der Diskussion noch an. Doch die gemeindliche Unterstützung solle „ein Signal aussenden“, sagte Grünen-Fraktionssprecher Alexander Heisler. So ein Förderprogramm sei im Übrigen vielerorts Usus. Und mit dem Fördergeld könnten Bürger vielleicht ein paar Module mehr kaufen und im Sinne der Energiewende ihr Dach „vollmachen“.

Skeptisch äußerte sich Andrea Stang (FW), Energiereferentin des Gemeinderats. Für Dachanlagen gebe es eine staatliche Förderung, es sei wichtig, „dass man nicht zweimal abgreifen kann.“ Und auch als Energiereferent „muss ich auf den Haushalt der Gemeinde schauen.“

PV-Anlagen würden sich in wenigen Jahren von selbst amortisieren, sagte Bernhard Franke (SPD). „Das ist keine Aufgabe der Gemeinde.“

Unterstützung für den Grünen-Antrag kam von der CSU. Eine Doppelförderung sei bei sinnvollen Dingen kein Problem, erklärte Gerhard Weber (CSU). „Jeder Sportverein bekommt Geld aus mehreren Töpfen.“ Auch Susanne Strauß (Grüne) betonte, den Versuch gelte es allemal zu wagen. „Die Zeiten gebieten es.“

Mit zehn zu sechs Stimmen wurde die neue PV-Förderung beschlossen. Gegenstimmen kamen aus den Reihen der Freien Wähler und der SPD. Die finanziellen Mittel sollen aus dem Budget des Projekts Glonn-Insel kommen, das heuer nicht mehr umgesetzt wird.

Die Verwaltung wird eine Förderrichtlinie erarbeiten und erneut im Gemeinderat vorlegen. Wann die Regelung in Kraft tritt, ist daher noch offen.

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