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Experte stellt Energieversorgungskonzept für das Petershauser Baugebiet Rosensiedlung vor

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Von: Petra Schafflik

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Für die Rosensiedlung, die auf diesem Areal nahe dem evangelischen Gemeindezentrum entstehen soll, wurde ein Energieversorgungskonzept vorgestellt. © Petra Schafflik

Die Gemeinderäte in Petershausen haben in ihrer jüngsten Sitzung über die Energieversorgung der Rosensiedlung gesprochen. Sie soll ökologisch und ökonomisch sein.

Petershausen – Die geplante Rosensiedlung in Petershausen, in der einmal 550 Menschen in fußläufiger Entfernung zum Bahnhof leben werden, soll nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch dem Umwelt- und Klimaschutz gerecht werden. Wie eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Energieversorgung in dem neuen Viertel aussehen könnte, hat im Auftrag der Gemeinde nun Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden untersucht. Die Ergebnisse der Studie, die auch mit öffentlichen Mitteln bezuschusst wurde, trug der Experte für Energieeffizienz und erneuerbare Energien den Gemeinderäten in ihrer jüngsten Sitzung vor.

Brautsch war per Video in die Schulaula zugeschaltet, wo auch die Grundeigentümer des Rosensiedlungs-Areals die Präsentation verfolgten. Der Gemeinde gehören dort nämlich nur Teilflächen.

Für seine Untersuchung hat Brautsch geprüft, ob sich im Umfeld der Siedlung weitere Anlieger für den Anschluss an ein Nahwärmenetz interessieren. Denn je mehr Abnehmer, desto rentabler so ein Vorhaben.

Doch die Resonanz war gering. Also entwickelte der Experte ein Konzept allein für das künftige Neubauviertel mit seinen geplanten 250 Wohn- und 13 Gewerbeeinheiten. Das Ergebnis: Die elektrische Energie in der Rosensiedlung soll von Solarmodulen auf den Dächern kommen und aus einem Blockheizkraftwerk, das neben Strom auch Wärme erzeugt. In kalten Perioden wird ein weiterer Heizkessel zugeschaltet. Als Energieträger kommen Pellets und Erdgas in Frage. Varianten mit Wärmepumpe haben sich nach Berechnungen von Brautsch als unwirtschaftlich erwiesen. Auch Biomethan oder Wasserstoff treiben die Kosten in derzeit noch unwirtschaftliche Dimensionen.

Die Stromversorgung soll im Quartier zentral über eine sogenannte Kundenanlage laufen. Die selbst erzeugte elektrische Energie soll vorrangig intern verbraucht werden. Zudem, so ein weiteres Resultat der Studie, sind auch aus Kostensicht so viele Solarzellen wie möglich zu montieren, ein Batteriespeicher lohne dagegen nicht.

Bei der Wärmeversorgung empfiehlt Brautsch eine zentrale Einheit mit Nahwärmenetz. Allerdings müssen möglichst viele künftige Bewohner sich anschließen, damit es sich auch rechnet.

Das ziele auf einen „Anschluss- und Benutzungszwang“, sagte Günter Fuchs (CSU). Tatsächlich „müssen wir schon vermeiden, dass jeder noch einen Kachelofen betreibt“, erklärte Brautsch. Aus dieser Verpflichtung erwüchsen den Bauherren aber auch Vorteile, weil nicht jeder selbst in eine Heizung investieren muss, betonte Bürgermeister Marcel Fath (FW). Auch mit Blick auf die bis 2050 angestrebte Klimaneutralität in Deutschland könne die zentrale Wärmeversorgung punkten, so Energiereferent Ernst Nold (FW). Denn in einer zentralen Anlage lasse sich im Zweifel der Heizkessel austauschen oder anpassen, falls sich künftig andere Energieträger als sinnvoller erweisen sollten. „Ein großer Vorteil in dieser Umbruchzeit.“

Im nächsten Schritt wird Rathauschef Marcel Fath (FW) das Konzept nun mit allen Eigentümern besprechen. Damit, so Experte Brautsch, „entscheiden Sie für die Perspektiven auf Jahrzehnte“.

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