Durchbruch im Tarifkonflikt: Deutsche Bahn und EVG erzielen Einigung

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Sorgen wegen der Marbacher Straße: Die Gemeinderäte haben die Befürchtung, dass das Tempolimit wegfällt, wenn die Straße verbreitert wird. 

Gemeinderat Petershausen

Marbacher Straße in Petershausen: Bangen um die 30er-Zone

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Gehweg verbreitern, Fahrradschutzstreifen anbringen, dazu Grundstücksteile quadratmeterweise tauschen - und nicht zuletzt das Tempolimit: Im Petershauser Gemeinderat wurde lange über die Marbacher Straße diskutiert.

Petershausen – Die Marbacher Straße in Petershausen ist zu eng – und dementsprechend auch der dortige Gehweg. 3. Bürgermeister Wolfgang Stadler (SPD) kritisierte: „Ich finde es schon entwürdigend, auf einem 80 Zentimeter breiten Gehsteig zu gehen, und dann kommen die Autos und du wirst angespritzt.“ Deshalb diskutierte der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung über die Verbreiterung des Gehwegs und neue Fahrradschutzstreifen – auf Kosten der Anwohner.

Die Idee dahinter, erklärte Bürgermeister Marcel Fath (FW): „Man könnte Quadratmeter aus ihren Gärten entnehmen und auf der anderen Seite wieder zur Verfügung stellen.“ Denn hinter den Häusern der Anwohner der besonders beengten Marbacher Straße – ab den Hausnummern 5 bis 10 – grenzt das geplante Neubaugebiet Rosenstraße an, von dort könnte der Gemeinderat noch Garten-Quadratmeter abzwacken. Der Grundstückstausch würde so laufen: Wer einen Meter Vorgarten an der Marbacher Straße abgibt, bekommt einen Meter an der Rosenstraße. Und wenn die Grundstückseigentümer einen Meter von ihrem Vorgarten abgeben, dann könnte der Gehweg an der Marbacher Straße von einem auf zwei Meter verbreitert werden, schlug das PLG Architekturbüro Strasser aus Traunstein vor.

Das Problem dabei: „Es könnte uns passieren, dass wir dann in dieser Straße wieder auf 50 km/h zurückfallen“, so Fath, das habe ihm die Polizeiinspektion Dachau zu diesen Plänen prophezeit. Bisher dürfen die Verkehrsteilnehmer nur 30 Stundenkilometer fahren – weil die Marbacher Straße so eng ist. Die weitere Krux: Es wird wohl gar nicht so einfach, den Anwohnern einen Teil ihres Gartens zu entlocken. Denn ihre Grundstücke gehören der Kirche, die Anwohner haben sie durch „günstige Erbpachtverträge“ aus Nachkriegszeiten gemietet, so Fath. Wenn ihre Grundstücke verändert würden, müssten die Anwohner neue und damit wahrscheinlich auch teurere Erbpacht-Verträge mit der Kirche unterschreiben.

Vor allem deshalb wurde der Ausbau der Marbacher Straße kritisch im Gemeinderat diskutiert. Andrea Stang (FW) kritisierte: „Die Leute werden aufschreien und sagen: Da zahl’ ich lieber weniger Geld und hab keinen Gehweg.“ Hildegard Schöpe-Stein (SPD) antwortete darauf: „Hier geht es um das Allgemeinwohl der Petershauser“, und: „Wir sollten zumindest mit der Kirche sprechen, wie viel Geld draufkommen würde.“ Fath sagte, dass die Kirche bei diesem Thema gesprächsbereit sei.

Kritische Stimmen waren auch von der CSU zu hören. Für Hilde Weßner war entscheidend: „Kommt denn jetzt die Umgehungsstraße?“, denn damit würde sich möglicherweise auch der innerörtliche Verkehr verändern und: „Wie fällt das Verkehrsgutachten für die Rosenstraße aus?“ Fath reagierte genervt: „Das schieben wir jetzt nicht wieder alles auf die lange Bank.“

FW-Gemeinderat Josef Mittl hat sich bereits bei den Anwohnern der Marbacher Straße zum „Plan breiterer Gehweg gegen Grundstück“ umgehört: „Es gibt da ein gemischtes Bild, vor allem wegen der Pachtverträge. Man kann es einfach nicht einschätzen, was das für die Anwohner in Zukunft bedeutet.“ Die Pläne für Fahrradschutzstreifen wurden übrigens schnell im Gremium verworfen, denn so erklärte Rathaus-Geschäftsleiter Daniel Stadelmann: „Dann dürften die Anwohner nicht mal mehr vor ihrem Haus parken und müssten dafür noch ihr Grundstück abtreten.“ Denn das Parken auf dem Schutzstreifen ist verboten.

Bernhard Franke (SPD) wiederum versuchte, das Projekt Gehweg-Verbreiterung voranzutreiben: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Denn wenn die angedachten Tausch-Grundstücke in der Rosenstraße erst mal an Privateigentümer verkauft sind, „dann brauchen wir nicht mehr anfangen.“ Auch die Befürchtung vor der Erhöhung des Tempolimits auf 50 Stundenkilometer in der Marbacher Straße versuchte sein Parteikollege Stadler zu nehmen: „Die Eversbuschstraße in München ist auch ewig lang und da gelten auch noch 30 km/h. Da müssen wir eben dafür kämpfen.“

Schließlich stimmte der Gemeinderat gegen die Stimmen der Freien Wählen dafür, einen Meter breite Grundstücke im Neubaugebiet Rosenstraße in der Bauplanung zu reservieren, nämlich auf Höhe der Marbacher Straße Hausnummer 5 bis zur Kreuzung Edelweißstraße. Der Plan dahinter: „Entschärfung der Engstelle“.

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