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Wichtigste Einnahmequelle für Petershausen: die Einkommensteuer. Bei anderen Steuern sieht es schlechter aus (Symbolbild).

Haushalt Petershausen

In Petershausen stehen hohe Investitionen an

Schule, Kindergarten, Feuerwehrhaus: Die Gemeinde Petershausen investiert kräftig, und das schlägt sich im Haushalt für 2020 nieder. Und im Schuldenstand.

VON CORNELIA HARTMUTH

Petershausen – Investitionen in Höhe von rund 9,58 Millionen Euro plant die Gemeinde für das Haushaltsjahr 2020. Größte Posten sind die Grundschulerweiterung sowie Neubau des Kindergartens und des Feuerwehrhauses. Der Gesamthaushalt mit rund 22 Millionen Euro wurde vom Gemeinderat mit 13 (FW, SPD) zu vier Stimmen (CSU) genehmigt.

Einziger strittiger Punkt war die Sanierung der Frauenkirche in Kollbach. „Der Haushalt ist die Folge der Entscheidungen in den vergangenen Jahren für die Baumaßnahmen“, erklärte Bürgermeister Marcel Fath (FW).

Einkommens- und Gewerbesteuer

Sehr erfreulich ist laut Fath die Steigerung der Einnahmen bei der Einkommens- und Gewerbesteuer. 2,45 Millionen setzt Kämmerer Daniel Stadelmann für die Gewerbesteuer und 5,82 Millionen für die Einkommenssteuer an. Die Einkommenssteuer beträgt knapp 46 Prozent der Einnahmen des Verwaltungshaushalts mit insgesamt 12,39 Millionen. Die Zahlen habe er vorsichtig angesetzt; 2019 rechne er mit 2,8 Millionen Gewerbesteuereinnahmen. Während der Gewerbesteueranteil pro Kopf mit 358 Euro deutlich unter dem Landesdurchschnitt (548) liegt, ist der Einkommenssteueranteil pro Kopf mit 827 Euro deutlich höher als der Landesdurchschnitt (578).

Zuweisungen

Bei den Einnahmen schlagen auch staatliche Zuweisungen mit 2,19 Millionen Euro zu Buche: 1,3 Millionen für die Kindertagesstätten und 540 000 Euro Schlüsselzuweisung. Bei den Ausgaben steht die steigende Kreisumlage mit 3,69 Millionen an der Spitze, gefolgt von den Ausgaben für die Betreuung von rund 500 Kindern mit 2,19 Millionen, wobei der Eigenanteil der Kommune durch die staatliche Förderung bei 881 000 Euro liegt.

Drittgrößter Posten: Durch die Einführung der Großraumzulage steigen die Personalkosten auf 1,94 Millionen Euro.

Vermögenshaushalt

Positiv ist auch die Zuführung zum Vermögenshaushalt mit 1,3 Millionen, die laut Kämmerer deutlich höher als die Mindestzuführung in Höhe der Tilgungssumme mit 580 000 Euro ist. „Das ist eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der dauernden Leistungsfähigkeit einer Gemeinde“, so Stadelmann. Im Vermögenshaushalt mit 9,58 Millionen werden Einnahmen vor allem durch Grundstücksverkäufe (2,81 Millionen) in Asbach und Kollbach verbucht.

Investitionen

Erfreulich für die geplanten Investitionen ist auch der Überschuss von 2019 mit zwei Millionen, der sich durch noch nicht erfolgte Maßnahmen ergeben hat. Heuer sollen 4,24 Millionen in Hochbaumaßnahmen fließen wie Bau- und Planung der Grundschulerweiterung sowie Planung für den neuen Kindergarten und das Feuerwehrhaus. 2,56 Millionen gehen in den Tiefbau wie die verkehrliche Erschließung für die Bauvorhaben. Die Sanierung der Frauenkirche in Kollbach wurde aus dem Haushaltsplan gestrichen (eigener Bericht folgt). 1,41 Millionen sind für Grunderwerb in Weißling, Ausgleichszahlung für die „Rosensiedlung“ und Grunderwerb für das Ökokonto, Radwege und Straßen vorgesehen.

Schulden

Für die hohen Investitionen mit über neun Millionen muss die Gemeinde einen Kredit in Höhe von rund zwei Millionen aufnehmen. Der Schuldenstand beträgt zu Beginn des Haushaltsjahres 2020 rund 15 Millionen, zum Ende des Jahres wird mit 19,5 Millionen und in 2021 mit 27,6 Millionen gerechnet. Mit dem Verkauf der Grundstücke in der „Rosensiedlung“ erwartet der Kämmerer ab 2022/23 einen Rückgang der Schulden auf etwa 19 Millionen. Als Quadratmeterpreis wurden im Schnitt 722 Euro angesetzt. Die Pro-Kopf-Verschuldung der 6560 Einwohner liegt Ende 2020 bei 2984 Euro. „Wir geben unser Geld für unsere Daseinsvorsorge aus, was für die Bürger wichtig ist“, erklärte Stadelmann bei der Haushaltssitzung. „Unser aller Ziel ist die Zufriedenheit und Lebensqualität der Bürger zu steigern.“

Statements

Voll des Lobes war Ernst Nold (FW) zum Haushalt: „Stadelmann hat die Zahlen im Griff und immer das Gemeinwohl im Blick. Weiter so.“ Die Pflichtaufgaben müssten erfüllt werden, erklärte Bernhard Franke (SPD) und äußerte durch die steigenden Einnahmen „eine vernünftige Zuversicht“. Erhebliche Risiken sieht er in dem hohen Schuldenstand, falls sich die Zinsen verschlechtern, und in den möglichen Kostensteigerungen wie bei den bisherigen Baumaßnahmen wie Schulerweiterung. Eine Auflistung der Gesamtkosten der verschiedenen Bauvorhaben wünschte sich Gerhard Weber (CSU).

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