Zum Trampelpfad verkommen: Sobald die Bahn den Rettungsweg wieder hergerichtet hat, könnten dort Petershausener sicher radeln.
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Zum Trampelpfad verkommen: Sobald die Bahn den Rettungsweg wieder hergerichtet hat, könnten dort Petershausener sicher radeln. 

Thema im Gemeinderat

Keine Investition in Radweg - Bahn steht jetzt unter Druck

Petershausen investiert nicht in einen Radweg an den Gleisen: Dort ist die Bahn in der Pflicht. Da es sich um einen Rettungsweg handelt, macht die Gemeinde Druck.

  • Die Gemeinde Petershausen will nicht in einen Radweg entlang der Gleise investieren.
  • Denn dort steht die Bahn in der Pflicht.
  • Da es sich um einen Rettungsweg handelt, macht die Gemeinde nun Druck.

Petershausen – Auch die Bewohner der ländlichen Gemeinden wünschen sich mehr Lebensqualität durch weniger Verkehrsbelastung. In Petershausen soll daher ein engmaschigeres Radwegenetz geschaffen werden. So legte es das vor drei Jahren erarbeitete Integrative städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) fest. Ziel ist ein Rad-Ring, auf dem Bürger aus allen Wohngebieten bequem und sicher Geschäfte und öffentliche Einrichtungen ansteuern können.

Im Bereich der sogenannten Vogelsiedlung im Südwesten verläuft bereits ein Weg entlang der Bahnlinie zum Ortszentrum. Daher sollte auf Antrag der Freien Wähler geprüft werden, ob sich dieser Pfad als Radweg herrichten ließe. Inzwischen hat die Idee an Bedeutung verloren. Denn entlang der durch das Wohngebiet verlaufenden Mitterfeldstraße wird ein Geh- und Radweg angelegt, das ist beschlossene Sache. Dort an der Einmündung zur Jetzendorfer Straße wird gerade der neue Edeka-Supermarkt gebaut und direkt daneben ein sechsgruppiger Kindergarten entstehen.

Machbarkeitsstudie sorgte für hitzige Diskussion im Gemeinderat

Dennoch sorgte die nun fertige Machbarkeitsstudie zum Bahn-Radweg für hitzige Diskussionen im Gemeinderat. Anlass für den Unmut: „Die Bahn ist verhandlungsbereit, möchte aber den Unterhalt an die Gemeinde abgeben und zusätzliche Sicherungsmaßnahmen“, informierte Bürgermeister Marcel Fath (FW). Konkret sollte sich künftig die Gemeinde um den Weg kümmern, zusätzlich die Lücken in der Lärmschutzwand auf eigenen Kosten mit Fluchttüren absichern. Je nach Variante würde dieser Ausbau zwischen 74 000 und 163 000 Euro kosten.

Die Forderungen der Bahn nannte Hilde Weßner (CSU) „wirklich eine bodenlose Frechheit“. Denn tatsächlich handelt es sich bei dem Pfad, der sich aktuell durch dichten Bewuchs schlängelt, um einen offiziellen Rettungsweg. Den müsste die Bahn seit Jahren schon auf einer Breite von 3,50 bis 4 Metern freihalten. Im Notfall, erläuterte FDP-Gemeinderat und zweiter Feuerwehrkommandant Jürgen Junghans (FDP), sollen dort bis zu 25 Rettungsfahrzeuge anfahren können. Doch diese Unterhaltspflicht hat die Bahn vernachlässigt, nur mehr ein Trampelpfad ist übrig von der Rettungstrasse.

„Die Bahn wir den Weg freischneiden“

Doch jetzt gab es offenbar Gespräche der Bahn mit der Petershausener Feuerwehr, wie Margarete Schwerbaum (FW) erfahren hat. „Die Bahn wird den Weg freischneiden.“ Positiver Nebeneffekt: Die Bürger könnten künftig auf dem wieder hergerichteten Weg abseits der Straße sicher radeln, und das ohne Aufwand der Gemeinde. Allerdings wäre diese Nutzung eigenverantwortlich, aus rechtlichen Gründen soll die Strecke nicht als gemeindlicher Radweg ausgewiesen werden. Die Bürger hätten dann die Wahl zwischen dem geplanten Radweg an der Mitterfeldstraße und dem ruhigen Weg an der Lärmschutzwand.

Doch zuvor muss die Bahn wie zugesagt im Herbst tätig werden. Um dem Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen, soll auf Anregung von Gerhard Weber (CSU) das verantwortliche Eisenbahnbundesamt aufgefordert werden, Druck auf die Bahn auszuüben. Denn letztlich, so Bürgermeister Fath, sei die Sicherheit des Bahnverkehrs durch den maroden Rettungsweg gefährdet. Auf dieses Vorgehen einigten sich die Gemeinderäte.

Petra Schafflik

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