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Zeigen die Rehkitzretter: JG-Vorsitzender Josef Kari (l.), Jagdpächter Michael Christoph und Emil Andorfer (r.) mit den neuen Rehkitzrettern.

Neues von der Jagdgenossenschaft Kollbach und Asbach

Die Rehkitzretter

Viele, viel zu viele Rehkitze fallen jedes Jahr auf den Wiesen der Frühjahrsmahd zum Opfer. Ein grausamer Tod. Die Jagdgenossenschaft Kollbach und Asbach unternimmt jetzt etwas dagegen. 

Petershausen– Ein gutes Dutzend Rehkitze werden jedes Jahr allein im Bereich der Jagdgenossenschaft Kollbach und Asbach im wahrsten Wortsinn niedergemäht. Das ist ein besonders grausamer Tod, der dem Tierschutzgedanken völlig widerspricht. Die Jagdgenossenschaft hat jetzt gehandelt und so genannte „Rehkitzretter“ angeschafft. Sie senden über weite Strecken ein optisches und akustisches Signal und vertreiben so – wenn sie rechtzeitig vor der Mahd aufgestellt werden – die Rehmütter und ihre Nachkommen.

„In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Zwischenfällen bei der Frühjahrsmahd von Wiesen, der zahlreiche frisch gesetzte Rehkitze zum Opfer fielen. Der Grund liegt in den zugenommenen maschinellen Kapazitäten und den Mähgewohnheiten der Landwirte, die unabhängig von Tageszeit und Wettergeschehen ihre Arbeit verrichten“, sagt Emil Andorfer von der Jagdgenossenschaft. Zwischenzeitlich seien Arbeitsbreiten von bis zu 10 Metern bei sehr hohen Mähgeschwindigkeiten üblich – dies oft sogar bei Nacht. Das lasse jungen Kitzen und ihren Rehmüttern keine Chance zum Ausweichen.

Die Jagdgenossenschaft Kollbach und Asbach hat diese Herausforderung erkannt und zusammen mit den Jagdpächtern und aktiven Landwirten ein gemeinsames Schutzkonzept entwickelt, das darauf ausgelegt ist, die zum Teil enormen Schäden in der Tierwelt zu minimieren. Es wurden für die hiesige bejagbare Fläche von insgesamt etwa 1500 Hektar technische Geräte, so genannte „Rehkitzretter“ angeschafft – insgesamt 42 Stück, verteilt auf diverse Standorte.

Diese werden rechtzeitig vor der geplanten Mahd auf den Wiesen aufgestellt und sollen durch Lichtsignale und akustische Signale die Rehmütter dazu bringen, ihren Nachwuchs rechtzeitig aus der Gefahrenzone zu bringen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Landwirte davon informiert sind und sich rechtzeitig vorher mit den von der Jagdgenossenschaft beauftragten Personen in Verbindung setzen, um die vorhandenen Geräte in der notwendigen Anzahl zu installieren und natürlich unmittelbar vor der Mahd wieder zu beseitigen. Zu diesem Zweck wurden jetzt Infoblätter an die Landwirte verteilt.

Der „Rehkitzretter“ vergrämt im Übrigen auch Wildschweine, die ebenfalls durch die Mahd gefährdet sind.

Andorfer: „Diese Aktion schützt nicht nur die jungen Rehkitze vor dem sicheren Tod, sondern auch die betroffenen Landwirte vor einer möglichen strafrechtlichen Verfolgung bei unterstellter Inkaufnahme oder Vorsatz. Es sind bereits in einigen Fällen empfindliche Geldstrafen verhängt worden, bis hin zum Tierhalteverbot bei Tierhaltern, mit der Begründung der fehlenden Zuverlässigkeit.“

Die Jagdgenossenschaft appelliert an ihre Mitglieder, aber auch an alle auswärtigen Pächter, dieses Angebot wahrzunehmen und sich rechtzeitig vor Beginn der Mäharbeiten mit ihnen in Verbindung zu setzen (mindestens einen Tag vorher).

Ansprechpartner sind die beiden Jagdpächter Johann Ostermair und Michael Christoph, die JG-Vorsitzenden Josef Kari und Klaus Hamann sowie technischer Berater Emil Andorfer.

gm

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