Christine Scherr sucht Weide für Zebus

Zwergrinder suchen ein Zuhause

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Christine Scherr aus Kollbach sucht nach einem Zuhause für ihre rund 50 Zwerg-Zeburinder. Ihr Pachtvertrag für eine Weide in Garching ist gekündigt worden. Bis Ende August hat sie eine Gnadenfrist bekommen – dann droht eine Räumungsklage und möglicherweise die Schlachtung der Tiere.

Kollbach/Garching – Christine Scherr aus Kollbach lässt die Suche nach einer Weide für ihre Schützlinge keine Ruhe. Mit ihrer Tochter Marie-Sophie Scherr, 25, hält sie rund 150 Zwerg-Zeburinder auf einer Weide bei Garching. Doch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat – als Eigentümerin der Weide – den Vertrag zum Ende Juni gekündigt. Der Grund: Das Unternehmen braucht ökologische Ausgleichsflächen für Bauprojekte. „Jetzt haben wir eine Gnadenfrist bis Ende August bekommen“, sagt Christine Scherr, 67. Es sind nur noch wenige Wochen, die Zeit läuft ihr davon.

Es ist eine Extremsituation für die Tierliebhaber: „Meine Tochter hatte schon Albträume, dass alle Tiere getötet wurden“, erzählt Scherr. Denn das Unternehmen drohte bereits mit einer Räumungsklage: „Und dann kommt ein Viehtransporter und die Tiere kommen weg“, habe eine BImA-Mitarbeiterin zu ihr gesagt. Scherr befürchtet, dass die Zebus dann geschlachtet werden, weil kein Platz in anderen Betrieben für sie ist.

In den vergangenen Wochen hat Christine Scherr vergeblich nach einer neuen Weide gesucht, sie will ihre Zwergzebus am liebsten im Landkreis Dachau unterbringen, da sie in Kollbach bei Petershausen wohnt. Aber das ist nicht so einfach. Zudem hat die Landwirtin versucht, einen Teil der Zwergzebus zu verkaufen: Rund 60 Tiere sollen nach Schleswig-Holstein, 20 Jungtiere nach Hamburg, 20 Tiere verkauft sie an einen Metzger. Der Verkauf der Rinder sei aber nicht einfach: „Wir dürfen sie nur in Abstimmung mit dem Veterinäramt verkaufen“, sagt Scherr. Mit dem Münchner Veterinäramt hatte sie in Vergangenheit schon Probleme: Die Behörde warf ihr fehlende Unterstände, unterernährte Rinder und zu wenig Platz für so viele Tiere vor. Gegen die Klage hat Christine Scherr Berufung eingelegt.

Für rund 50 Rinder sucht sie jetzt eine Weide im Landkreis Dachau: Brachland, also eine nicht mehr landwirtschaftlich genutzte Fläche, denn die Tiere sind auf Mangelernährung ausgerichtet und essen am liebsten Sträucher und Unkraut. Mindestens fünf Hektar wären für die restlichen Tiere ideal.

Zuhause für Zebu-Rinder

Christine und Marie-Sophie Scherr suchen bis Ende August eine Weide im Landkreis Dachau für ihre rund 50 Zebus. Wer helfen will, kann sich bei Christine Scherr unter 01 70/9 31 65 93 melden.

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