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Namen, Behandlungen, wer bekommt Medikamente, wer die Zahnprothesenpflege: Daten wie diese stehen auf den Papieren, die ein Spaziergänger zu Wochenbeginn zwischen Rettenbach und Kollbach gefunden hat (das Foto links wird aus Datenschutzgründen unscharf veröffentlicht). 

Merkwürdiger Fund bei Petershausen

Sensible Patientendaten am Straßenrand

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In der Nähe von Petershausen wunderten sich Fußgänger am Montag über merkwürdige Papierfetzen am Straßenrand. Bei näherem Hinsehen wurde klar: Es handelt sich um sensible Bewohnerdaten eines Seniorenheims. Dessen Verantwortliche sind darüber „fassungslos“ und glauben: „Da will uns jemand schaden.“

An der Kollbacher Straße zwischen Rettenbach und Kollbach geht es im Regelfall ordentlich zu, in sanften Kurven schlängelt sich die Fahrbahn durch idyllische Landschaft. Am Montag allerdings störten Papierfetzen, die auf etwa einem Kilometer am Wegesrand lagen, das Bild. „Die Blätter waren sauber, einfach nur ein bissl auseinandergerissen“, erinnert sich Manfred Kotowski. Und: „Die Fetzen lagen nur an der Straße, sie waren nicht auf die Felder geweht.“

Genau das macht Andrea Ziegler-Wrobel so stutzig – und fassungslos. Denn: „Das sieht aus, als hätte sie jemand gezielt dorthin drapiert.“ Ziegler-Wrobel ist Hauptgeschäftsführerin der Danuvius Klinik GmbH und von dem Papier-Fund direkt betroffen. Bei den Fetzen handelt es sich nämlich um sensible Bewohnerdaten des Danuvius Hauses in Petershausen, einer Pflegeeinrichtung. Obwohl die Papiere zerrissen sind, kann man Namen, Zimmernummern und pflegerische Maßnahmen einwandfrei lesen. „Da will uns jemand was Böses, da möchte einer unserem guten Ruf schaden“, glaubt die Danuvius-Chefin daher.

Große Papierfetzen, verteilt auf etwa einem Kilometer Länge. Ein Zufall? 

Grundsätzlich gelten in ihren Einrichtungen, die sich auf vier Standorte in ganz Oberbayern verteilen und die neben Pflegeheimen auch Kliniken umfassen, strengste Datenschutzrichtlinien. Schon seit Jahren, betont Ziegler-Wrobel, „werden unsere Häuser digital geführt“. Um Missbrauch zu verhindern, seien beispielsweise Faxgeräte abgeschafft worden. Natürlich könne jeder Mitarbeiter ausdrucken, beispielsweise um Ärzten einen Überblick geben zu können. Das, was nun aber am Straßenrand bei Rettenbach gefunden wurde, „wird im normalen Ablauf“ nicht ausgedruckt. Merkwürdig ist außerdem: Die Papiere stammen allesamt aus dem Jahr 2017, Geburtsdaten der Bewohner sind – zum Glück – auf keinem der Papiere vermerkt.

Für Ziegler-Wrobel steht daher fest, dass die Akten „nur jemand aus dem Haus“ verteilt haben konnte. Neben internen Recherchen will sie die Sache aber auch rechtlich klären lassen. Die Polizei Dachau gibt sich jedoch entspannt: Ein Verstoß gegen Datenschutzrichtlinien liege – mangels Geburtsdaten – nicht vor; auch ein unbefugter Gebrauch des Druckers könne nicht angezeigt werden, da Mitarbeiter ja explizit Zugang zum Drucker hätten. Eine Ordnungswidrigkeit gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz könne man gegen Unbekannt ebenfalls nicht stellen. „Was dort liegt, hat keine polizeilichen Nachwirkungen für uns, es ist kein Organisationsversagen im strafrechtlichen Sinn“, glaubt Ziegler-Wrobel daher. Aber: „Es macht mich nicht glücklich. Ich möchte das nicht.“

Die Vermutung der Polizei, dass es sich bei dem Papier um ein Versehen handeln könnte, will die Danuvius-Chefin aber genauso wenig teilen. „Wieso soll jemand mit den alten Akten in einer Tüte, die ein Loch gehabt haben muss, an der Straße entlang geradelt sein? Der hätte doch sein Altpapier einfach in die Tonne werfen können.“ Die Frage nach dem Warum will sie daher unbedingt klären.

Die Heimaufsicht, angesiedelt im Landratsamt, kann dem Petershauser Seniorenheim nun einen sogenannten einfachen Mangel aussprechen, wie Silke Lein von der Landratsamts-Pressestelle erklärt. Ansonsten sei die Heimaufsicht jedoch vor allem damit beschäftigt, „die Wohnsituation zu kontrollieren“ und „zu sehen, ob es den Bewohnern körperlich und geistig gut geht“, so Lein. Dies dürfte die einzig gute Nachricht für Andrea Ziegler-Wrobel sein, denn: Laut Landratsamt bestand durch das Daten-Leck „zu keiner Zeit eine unmittelbare Gefahr für das leibliche Wohl der Bewohner“.

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