In Petershausen wird eine neue Siedlung zwischen Bahnlinie und Rosenstraße entstehen.
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In Petershausen wird eine neue Siedlung zwischen Bahnlinie und Rosenstraße entstehen.

Gemeinderat stimmt für den Entwurf

Modellcharakter für den Landkreis: Planer präsentiert die Bauleitplanung für die Rosensiedlung in Petershausen

  • Petra Schafflik
    VonPetra Schafflik
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Die intensive Vorarbeit hat sich ganz offenbar gelohnt: Der Planungsentwurf für den Bebauungsplan Rosensiedlung wurde jetzt ohne große Diskussion und mit einstimmigem Votum vom Bauschuss des Gemeinderats gebilligt.

Petershausen ‒ Auf der zentralen Fläche zwischen Bahnlinie und Rosenstraße soll bekanntlich ein lebendiges, vielfältiges Viertel für 500 Bewohner entstehen, dazu Kleingewerbe und soziale Einrichtungen (wir haben mehrfach berichtet).

Der von Planer Eckhard Emmel präsentierte Entwurf formuliert als Bebauungsplan, was über Jahre an Erkenntnissen und Konzeptionen für das fünf Hektar große Areal entwickelt wurde. Schon 2012 hat die Gemeinde einen städtebaulichen Wettbewerb ausgelobt, mit dem Siegerbüro Eble Messerschmidt Partner dieser Plan weiter präzisiert, dazu Expertisen und Studien zu konkreten Themen eingeholt, wie etwa Schall- und Verkehrsgutachten sowie ein Energienutzungskonzept. Auch gab es eine „mehr als lebendige Diskussion in der Gemeinde mit einer umfangreichen Bürgerbeteiligung“, wie Bürgermeister Marcel Fath (FW) erinnerte.

Aus dem Ergebnis dieses Prozesses hat Planer Ekkehard Emmel jetzt eine Bauleitplanung entwickelt, die er in der letzten Sitzung vor der Sommerpause den Gemeinderäten im Bauausschuss präsentierte. Das neue Viertel wird baurechtlich ein „urbanes Gebiet“ (MU) sein, eine erst kürzlich neu eingeführte Kategorie, die laut Emmel „ein besseres Werkzeug“ ist, um den vorgesehen Nutzungsmix zu regeln. „Wir wollen neben Wohnen auch Gastronomie, Sozialflächen und eine Mobilitätszentrale“, so der Bürgermeister. Diese Vielfalt lasse sich in einem „urbanen Gebiet“ flexibler gestalten. Durch das räumliche Konzept würden dennoch die niedrigeren Lärmgrenzwerte eines allgemeinen Wohngebiets eingehalten, betonte Emmel, der überzeugt ist: „Das kann für den Landkreis Modellcharakter haben.“

In den weiteren Festsetzungen folgt der Plan mit Baufeldern, Gebäudehöhen, Grünflächen, Verkehrsachsen, dem zentralen Platz vor der bestehenden Segenskirche und einem Spielplatz als Puffer zwischen künftiger Rosensiedlung und BayWa exakt dem städtebaulichen Entwurf. Und verzichtet auf zu strikte Regulierungen, wo dies möglich ist, lässt „mehr Luft für Gestaltung“, wie Planer Emmel betont.

Zu viel freie Hand werden Architekten aber auch nicht haben. „Damit das Gebiet ein Gesicht hat und dem Anspruch gerecht wird“, wie der Bürgermeister betonte, wird noch ein Gestaltungshandbuch entwickelt, das Baumaterialien und Fassadenformen vorgibt. Damit will man „die Qualität der Architektur sicherstellen.“

Noch offen ist auch die Energieversorgung im Viertel, ein Energienutzungskonzept gibt es aber schon und im Bebauungsplan ist auch ein Gebäude als Energiezentrale eingeplant. Noch nicht geregelt ist die Frage, wie viele Stellplätze gefordert werden. Nach der Sommerpause wird der Gemeinderat entscheiden, ob für die Rosensiedlung ein separates Mobilitätskonzept entwickelt wird. Andernfalls gilt die Stellplatzsatzung der Gemeinde. Fest steht aber schon, dass zwei Drittel der notwendigen Radlstellplätze innerhalb der Gebäude oder Tiefgaragen liegen muss. „Damit wir nicht holländische Verhältnisse bekommen und die Radl kreuz und quer im Vorgarten rumstehen“, sagte Emmel.

Auf Nachfrage von Erwin Nold erklärte Emmel, dass Photovoltaik auf dem Dach wünschenswert sei, aber nicht vorgeschrieben werden kann. „Das gibt das Baugesetzbuch nicht her.“ Umso wichtiger, so Nold, dass der Gesetzgeber hier eine Pflicht für Neubauten endlich vorgebe. Der Plan wird nun öffentlich ausgelegt. Auch im Bürgerjournal will Bürgermeister Fath informieren. Auch eine zweite Auslegung wird bei dem komplexen Werk wohl notwendig werden, parallel läuft auch das Umlegungsverfahren.

Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Bebauungsplan im Frühjahr 2022 als Satzung beschlossen werden.

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