Robert Götz übergibt die Leitung an das Duo Antonia Rauch und Maximilian Schließer

Neue Spitze beim Freundeskreis Varennes

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Sie sollen die Tradition weiterführen und die Freundschaft zu Varennes weiterführen: Antonia Rauch und Maximilian Schließer beerben Robert Götz, der die Leitung des Freundeskreises abgegeben hat

VON PETRA SCHAFFLIK

Antonia Rauch ist Teil der neuen Führungsspitze.
Maximilian Schließer ist der andere Teil.

Petershausen – Einen Stabwechsel gab es jetzt an der Spitze des Freundeskreis Varennes. Robert Götz, der die engagierte Gruppe frankophoner Petershausener seit 27 Jahren leitete, zog sich zum Jahresende vom Vorsitz zurück. Mit der 29-jährigen Antonia Rauch und dem 36-jährigen Maximilian Schließer haben sich zwei motivierte junge Leute gefunden, die die wichtige Aufgabe übernehmen. „Diese Chance wollte ich nutzen, um die Gemeindepartnerschaft in die nächste Generation zu führen“, sagt der scheidende Vorsitzende Götz.

Der Zusammenschluss engagierter Bürger steht gemeinsam mit einer äußerst aktiven Jugendkontaktgruppe als treibende Kraft hinter der 1968 gegründeten Gemeindepartnerschaft von Petershausen mit dem französischen Varennes-en-Argonne. Es ist eine ganz besondere Verbindung, die zu den ältesten deutsch-französischen Gemeindepartnerschaften in Bayern zählt. Und – keine Selbstverständlichkeit – auch nach 52 Jahren immer noch mit viel Enthusiasmus auf beiden Seiten gelebt wird.

Die neue Vorstandschaft im Freundeskreis bestätigte der Gemeinderat einstimmig. Für Robert Götz will Bürgermeister Marcel Fath noch eine „würdige Verabschiedung“ organisieren. „Am Anfang stand der Gedanke der europäischen Versöhnung“, sagt Robert Götz. Aber mit Leben erfüllt werde so eine Partnerschaft nicht durch offizielle Besuche, sondern auf Basis individueller Begegnungen. „Es entwickeln sich Freundschaften, man ist in der Partnergemeinde genauso daheim“, sagt Götz, der seit seiner Kindheit regelmäßig in Varennes zu Gast war. Die Menschen machten so eine Verbindung aus, „ganz unabhängig von der Politik“. Alle, die dabei sind, wissen längst, „dass Europa mehr ist als die Brüsseler Bürokratie“.

Dass dieser Gedanke in die Zukunft weitergetragen wird, ist Götz wichtig. Mit Antonia Rauch und Maximilian Schließer haben sich nun für diese Aufgabe die richtigen Persönlichkeiten gefunden. Beide sind mit der Gemeindepartnerschaft aufgewachsen – machten mit beim jährlichen Jugendaustausch, erst als begeisterte Teilnehmer und später als engagierte Betreuer.

Auf diese Weise haben beide persönliche Freundschaften geschlossen, sich die französische Kultur und Sprache erschlossen, wie sie berichten. Diese Partnerschaft „gehört zu meinem Leben“, sagt Rauch, die hofft, dass auch ihre wenige Monate alte Tochter Carlotta in einigen Jahren wie selbstverständlich zum Jugendaustausch nach Varennes fahren wird. Schließer ist als Geschichtslehrer neben den persönlichen Begegnungen wichtig, „dass wir mit der Gemeindepartnerschaft den europäischen Gedanken ganz selbstverständlich leben können“.

Rauch und Schließer kommen in der Corona-Pandemie zu einem schwierigen Zeitpunkt an die Spitze des Freundeskreise Varennes. Der Jugendaustausch, der die Partnerschaft wie eine Frischzellenkur jedes Jahr aufs Neue belebt, musste heuer ausfallen. Beide haben ihre Zweifel, ob es im kommenden August klappt. Wichtig sei es, die Kontakte über diese Phase hinweg aufrecht zu erhalten. Vielleicht, sagt Schließer, wird im Sommer eine Fahrt im kleinen Kreis möglich, um als Freundeskreis-Vorstand die Partner auf der französischen Seite und den neu ins Amt gewählten Varenner Bürgermeister Philippe Fosseprez kennenzulernen.

Für die Jugendbegegnung hofft Rauch, dass die coronabedingte Pause nicht zu lange dauert. „Denn persönliche Kontakte lassen sich nicht durch digitale Medien ersetzen. Ein Video schafft nicht dieselbe Verbundenheit.“ Umso mehr werden wohl alle zu schätzen wissen, was 52 Jahre selbstverständlich war: Mit den Freunden aus Varennes einfach gemeinsam Zeit zu verbringen. Denn, da sind sich Rauch und Schließer einig, „von der persönlichen Begegnung lebt die Gemeindepartnerschaft.“

Rubriklistenbild: © Foto: ps

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