Eine Freiflächen-Photovoltaikanlage soll zwischen Lindach und Ziegelberg entstehen (Symbolfoto)
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Eine Freiflächen-Photovoltaikanlage soll zwischen Lindach und Ziegelberg entstehen (Symbolfoto).

Freiflächen-Photovoltaikanlage zwischen Lindach und Ziegelberg vom Gemeinderat Petershausen genehmigt

„Optischer Grünpuffer“ zwischen Solarpark und Wohnhäusern

  • Petra Schafflik
    VonPetra Schafflik
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Die Planungen für den Solarpark Lindach kommen zügig voran: Den Vorentwurf für eine 21 Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage zwischen Lindach und Ziegelberg hat der Bau- und Umweltausschuss am Donnerstag einstimmig gebilligt. Dabei winkten die Gemeinderäte den Plan durch, den das vom Investor GP Joule beauftragte Büro Arnold Consult präsentierte.

Petershausen - Als Vertreter von Anwohnern aus Ziegelberg, die Bedenken gegen das Projekt haben (wir berichteten), verfolgte Helmut Leyerer die Beratung. Schon im Vorfeld hatte ein Ortstermin mit den Anliegern stattgefunden, „bei dem manche Anliegen erörtert wurden“, sagte Bürgermeister Marcel Fath (FW) im Gremium. Die Betroffenen hätten sich aber gewünscht, so Leyerer, „dass unsere Bedenken in der Sitzung zumindest kurz erwähnt werden“.

Für den Solarpark Lindach wird aktuell ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erarbeitet. Das hatte der Gemeinderat im April entschieden. Der Entwurf, den Planer Gerd Sahlender vorstellte, präzisierte nun das im Frühjahr vom Investor vorgelegte Konzept. Vorgesehen ist, auf der nach Süden abfallenden Ackerfläche feste Solarmodule zu installieren, plus alle notwendigen technischen Einrichtungen wie Trafostationen und Wechselrichter. Die notwendige Ausgleichsfläche von 3,5 Hektar soll – anders als noch im ersten Plan vorgesehen – nicht gleichmäßig rund um die Anlage, sondern nun vollständig im Osten in Richtung Ziegelberg angelegt werden. Ziel ist, einen „optischen Grünpuffer“ zu schaffen zwischen Solaranlage und Dorf. „Es sind überall mindestens 150 Meter Abstand zum nächstgelegenen Haus“, betonte Sahlender.

Nachdem im Juli ein sogenannter Scoping-Termin mit verschiedenen Fachstellen im Landratsamt stattgefunden hatte, wurde bereits ein Artenschutz-Gutachten in Auftrag gegeben sowie eine Studie, die Belichtung und Blendwirkung der Solarmodule untersucht. Das Ergebnis könne durchaus Auswirkungen auf die Positionierung der Solarmodule haben, erklärte Sahlender.

Unter den Modulen will man eine Wiesenfläche anlegen, die zweimal jährlich gemäht oder von Schafen beweidet wird. Diskutiert wurde auf den Einwand von Ernst Nold (FW) hin, ob der vorgesehene Mindestabstand der Module von 50 Zentimetern über dem Boden nicht zu gering sei für eine Beweidung und Probleme schafft, wenn hohe Gräser die Solarzellen verschatten. Die Option der Beweidung hält Nold für wichtig, „denn in zehn oder 20 Jahren schauen wir landwirtschaftliche Flächen vielleicht anders an“.

Mit Mehrheit wurde eine lichte Höhe von 80 Zentimetern festgelegt. Dagegen stimmte Martin Seemüller, der 70 Zentimeter für ausreichend hielt. Erschlossen wird der Solarpark in der Bauphase wie auch später für Unterhaltsarbeiten ausschließlich von der Hofstelle in Lindach aus. Stefan Ebner (CSU) monierte, dass im Planentwurf einige Häuser in Ziegelberg gar nicht verzeichnet sind. Ein Fehler, der auch Anwohner Leyerer aufgefallen ist.

Der vom Gemeinderat gebilligte Vorentwurf für den Solarpark Lindach wird nun für eine frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden ausgelegt. Die Bürger aus Ziegelberg wollen bei dieser Gelegenheit nun endlich formell ihre Einwände anbringen. PETRA SCHAFFLIK

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