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Nach den Verleihungen: Eckhard Czerny, Bürgermeister Marcel Fath, Johann Rothbauer und Karl Kühbandner (v.l.).

Ein Zeichen für das Ehrenamt gesetzt

Petershausen ehrt besondere Ehrenamtliche

Die Gemeinde Petershausen hat ein Zeichen fürs Ehrenamt gesetzt. Im Rahmen einer Feierstunde fand der Ehrenamtsempfang mit Verleihung der Bürgermedaillen im Evangelischen Gemeindezentrum statt.

Petershausen – Dreimal wurde die Medaille in Silber verliehen und zum ersten Mal sogar in Gold.

„Menschen, die allen ein wunderbares Vorbild sind, sollen heute ihre Ehre erhalten“, sagte Bürgermeister Marcel Fath. Er ergänzte: „Der heutige Tag ist Anlass, besondere Menschen zu ehren, die sich über Jahrzehnte ehrenamtlich und bürgerschaftlich engagiert haben. Ihnen wird die Bürgermedaille unserer Gemeinde verliehen, weil sie sich in belegbarer Weise und über alle Vereinsgrenzen und Maße hinaus für die Belange unserer Gemeinde und der hier lebenden Menschen eingesetzt haben“, so Fath.

Wer an diesem Tag die Ehrenbürgermedaille verliehen bekam – das entschieden die Petershauser. Fath erklärte, Menschen, die Ungeheuerliches geleistet haben und großen Aufwand hatten, wurden von Mitbürgern auserwählt. Es sind Menschen, die ihre Zeit „bedingungslos für andere aufbringen“, so Fath. Die Vorschläge für Ehrungen „gehen stets in den Gemeinderat Petershausen und werden diskutiert, das Ergebnis sollte hier einstimmig ausfallen“.   

Das Kammerorchester Petershausen sorgte mit seinen Stücken für einen festlichen Rahmen.

An folgende Personen wurde heuer die Bürgermedaille in Petershausen verliehen:

Johann Rothbauer

In einer Laudatio beschrieb Helmut Steger seinen Freund. Johann Rothbauer, der überall liebevoll nur Rotti genannt werde: „Rotti redet nicht, er sagt was“, sagte Steger. Er schilderte den Ehrenbürger Rothbauer als Menschen, der mit seiner ganzen Tatkraft dabei ist. Kollbach könne ohne ihn nicht sein. So viel Engagement in einem Ort: Rothbauer war zum Beispiel in großem Umfang mitbeteiligt, als das Feuerwehrhaus renoviert wurde. In Kollbach ist er unersetzlich. Sein Credo lautet „das Beste daraus machen“! Auch war er beteiligt, als die Umkleiden renoviert wurden, und er „betreute“ den Kinderspielplatz von 2001 bis 2017. Für dieses Engagement erhielt er die Bürgermedaille in Silber.

Eckhard Czerny

Manfred Hildner, Vorsitzender der Blaskapelle Petershausen, hielt die Laudatio für Eckhard Czerny. Knapp 55 Jahre ist Czerny eine tragende Säule im Blasorchester Petershausen. Er hatte nie Fehlzeiten. „Meistens spielte er die Tuba alleine“ und: „Sie wissen, was das bedeutet. Es fällt direkt auf, wenn die Tuba nicht mit von der Partie ist“, so Hildner. Er lobte Czerny für seinen selbstlosen Einsatz als Musikant. Er kümmerte sich stets auch um die Nachwuchsförderung. Vor zehn Jahren hat er damit begonnen, die Jugendarbeit zu fördern. Bis vor kurzem war er auch Vorsitzender der Blaskapelle Petershausen. Viele Konzerte wurden von Czerny begleitet. Bemerkenswert auch, dass er sich in Togo seit über 20 Jahren ehrenamtlich engagiert.

Er selbst war bereits fünfmal dort. Es konnte dort vor Ort eine Schule gebaut werden, und ein Waisenhaus erhält ebenfalls Unterstützung durch die Blaskapelle Petershausen. Die Einsätze der Blaskapelle reichen bis nach Hawaii. Auch dort war Czerny natürlich mit von der Partie. Zudem gründete er „Brassinger“ und forcierte die Bayerischen Wochen auf den Seychellen. Für dieses Engagebent erhielt er die Bürgermedaille in Silber.

Manfred Tobschall

Die Lobrede für Manfred Tobschall, der leider nicht an der Feierstunde teilnehmen konnte, trug Stefan Strehlow vor. Tobschall engagiert sich seit vielen Jahren in der Notfallmedizin. Für ihn sei dies eine „Herzensangelegenheit“. Eine rasche und qualifizierte Selbstversorgung war für Tobschall eines der wichtigen Anliegen. Er wollte die Zeit zwischen dem Eintreffen des Rettungswagens und dem Notarzt verkürzen und gründete vor 25 Jahren den „Helfer vor Ort“. Mit diesem Konzept sollen ehrenamtliche Helfer mit dem Rettungswagen informiert werden, um so schneller am Geschehen sein und entsprechend schneller die Erstversorgung einleiten zu können. Petershausen war Vorreiter mit dem Konzept „Helfer vor Ort“. Tobschall hat seinem Freund anvertraut, dass er in Petershausen fast jeden Haushalt gesehen hat. „Er hat Leben gerettet!“, betont Strehlow. „Mit viel Engagement verfolgt er sein Ziel und ist dankbar, großen Rückhalt von seiner Familie zu bekommen,“ sagte Strehlow. Tobschall war Gründer und Leiter der Gruppe „Helfer vor Ort“. Dabei ist es nicht immer einfach, die Finanzierung zu sichern und entsprechendes Equipment zu besorgen. Pro Jahr sind hier rund 2500 Stunden Bereitschaft zu leisten. Tobschall „steht nicht gerne im Mittelpunkt, die Sache ist für ihn der Mittelpunkt. Er lebt ,Helfer vor Ort’ – sein Lebenswerk“, so Strehlow. Manfred Tobschall erhielt für seinen Einsatz die Bürgermedaille in Silber.

Karl Kühbandner

Die Laudatio für Karl Kühbandner hielt Wolfgang Stadler. Mit den Worten „Alles Unvereinbare hat einen Nenner: Karl Kühbandner“ beschrieb er die unterschiedlichen Gesichter Kühbandners. Er zählte auf: „Karl der Politiker“: Kühbandner kandidierte für die SPD, für den Posten des Bürgermeisters. Leider war die Kandidatur nicht mit Erfolg gekrönt.

„Karl der Musiker“: Als Mitglied des Gesangsvereines und in der Rolle des Dirigenten sei Kühbander unersetzlich. Er leitete den Gospelchor, den gemischten Chor und die „Vogelwuidn“. Auch war er sehr engagiert an Mozarts 250. Geburtstag. Zudem hat Kühbandner eine Botschafterfunktion inne, Petershausen als „weltoffene Gemeinde zu präsentieren“, so Stadler.

„Karl der Lehrer“: Er fungierte als Lehrer für Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Ethik, war Studiendirektor des Josef-Effner-Gymnasiums in Dachau. „Natürlich unterrichtete unser Ehrenbürger nicht nur an der Schule, nein, auch an der Vhs in Geschichte und Politik. Er war beteiligt an der Städtepartnerschaft mit dem französischen Varennes.“

„Karl der Humanist“: „Er ist ein talentierter Tausendsasser“, so Stadler. Er sieht nicht weg und kümmert sich heute auch um Flüchtlinge. Der Ehrenbürger hat schon sehr lange nun feste Wurzeln in der Gemeinde Petershausen. Er ist hier nicht mehr wegzudenken. Deshalb erhielt Karl Kühbander als Erster die Bürgermedaille in Gold.

Yvonne-Susanne Omlor-Breiling

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