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Georg Franz Seitz prangert Petershauser Fehlplanungen an

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Am Flipchart rechnet er vor, wie er günstiger bauen will: Bürgermeisterkandidat Georg Franz Seitz stellte sich den Petershausener Bürgern vor. © og

Der Bürgermeisterkandidat Georg Franz Seitz prangert die Fehlplanungen in der Gemeinde an. Das kommt nicht bei allen gut an.

Petershausen – „30 Grad, viele Feste, gar nicht so einfach“ – so kommentierte Georg Franz Seitz die Umstände seiner Nominierung als Bürgermeisterkandidat (wir haben berichtet). Dennoch waren rund 25 Personen am Samstagabend zur Gründung einer neuen Bürgervereinigung ins Sportheim Olympia gekommen.

Die Gruppierung nennt sich bewusst „Überparteiliche Bürgervereinigung Petershausen“. Denn „Parteiengeplänkel“ habe auf kommunaler Ebene nichts zu suchen, betonte Georg Franz Seitz bei seiner Vorstellung. Er tritt für die neue Wählervereinigung als Bürgermeisterkandidat bei der Kommunalwahl am 15. März kommenden Jahres an. Von 20 wahlberechtigten Bürgern gaben 16 ihre Stimme ab – und die stimmten einmütig für Seitz. Damit gehen in Petershausen nun mindestens vier Bewerber ins Rennen um den Chefposten im Rathaus.

Seitz stammt aus dem Nachbarort Jetzendorf, ist aber auf dem Kreithof direkt an der Grenze zu Petershausen aufgewachsen. Hier ist er auch zur Schule gegangen – und hier will er ab dem kommenden Jahr politisch etwas verändern. Mit 23 Jahren sei er der jüngste Landwirtschaftsmeister in Bayern gewesen. „Betriebswirtschaft, Bilanzen – das ist meine Welt“, sagte Seitz in seiner Bewerbungsrede. Und so waren die Finanzen sein Hauptthema. Petershausen gebe zu viel Geld aus, habe 22 Millionen Euro Schulden. Als Grund machte Seitz insbesondere Fehlplanungen bei öffentlichen Bauvorhaben aus, zum Beispiel beim Neubau des Kindergartens in der Jetzendorfer Straße. 3,5 Millionen Euro seien auf der Bürgerversammlung 2017 veranschlagt worden, jetzt sei man allein bei den Baukosten schon bei rund 6,9 Millionen. Auch die Instandsetzung des Schul-Pausenhofs sei mit über einer Million Euro viel zu teuer. Als Grund machte Seitz vor allem hohe Architektenkosten aus.

Seitz’ Botschaft lautet: Er will es günstiger machen. Es gehe ihm nicht darum, Bauprojekte zu stoppen oder in Frage zu stellen, sondern besser zu verhandeln und sich am Vorbild anderer Gemeinden zu orientieren, die wesentlich kostensparender bauen würden. Außerdem will er öffentliche Ausschreibungen so gestalten, dass mehr einheimische Firmen den Zuschlag bekommen. Das wirke sich nicht zuletzt positiv auf Arbeitsplätze und Steuereinnahmen aus. Immer wieder sucht er den Vergleich mit anderen Kommunen, zum Beispiel mit Rohrbach oder Jetzendorf, wo die Zusammenarbeit im Gemeinderat wesentlich harmonischer als in Petershausen sei. Einer der Besucher zeigte sich allerdings skeptisch, ob diese Strategie aufgehen werde. Der ständige Vergleich mit Jetzendorf komme bei den Petershausern gar nicht gut an.

Doch Georg Franz Seitz geht mit Optimismus in den Wahlkampf. Er will auch eine Liste mit überwiegend jüngeren Leuten aufstellen, die für den Gemeinderat kandidieren, damit es – wie er betonte – „in Petershausen aufwärts geht und runter mit den Schulden“. Mit seiner Nominierung zum Bürgermeisterkandidat ist jetzt der erste Schritt getan.

Oliver Gierens

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