Aus Alt mach Neu: Kreative Schrottroboter haben die Mädchen und Buben im evangelischen Haus für Kinder Arche Noah gebastelt, im Projekt „Upcycling“. 
+
Aus Alt mach Neu: Kreative Schrottroboter haben die Mädchen und Buben im evangelischen Haus für Kinder Arche Noah gebastelt, im Projekt „Upcycling“. 

Umwelt-Titel

Arche Noah will Eine-Welt-Kita werden

Die Arche Noah, ein evangelisches Kinderhaus in Petershausen, will Eine-Welt-Kita werden. Ziel ist es,  Kindern ein Bewusstsein für Ökologie zu vermitteln.

Petershausen – In der Fairtrade-Gemeinde Petershausen soll künftig großes Augenmerk auf dem Thema „Globales Lernen“ liegen. Konkret wird sich die Grundschule auf den Weg zur „Fairtrade School“ machen. Und einige Betreuungseinrichtungen streben den Titel „Eine-Welt-Kita“ an.

Hinter diesem abstrakt anmutenden Titel steckt ein Bildungskonzept, für das sich in einem bayerischen Netzwerk verschiedene, gerade auch kirchliche Kooperationspartner stark machen, darunter auch der evangelische Kita-Verband Bayern. Ziel ist, das Wissen über globale Zusammenhänge stärker bereits in den Tagesstätten zu verankern.

In Petershausen ist das evangelische Haus für Kinder, Arche Noah, Vorreiter. Dort, so Leiter Philip Höhn, werden lange schon Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und globale Verantwortung in konkreten Projekten gemeinsam mit den Kindern bearbeitet. Als Diakon Höhn deshalb vom neuartigen Konzept hörte, zudem die Eltern „Feuer und Flamme“ waren, entschied sich das Team, die Zertifizierung als Eine-Welt-Kita anzustreben.

Es fängt bei Kleinigkeiten an: Präsente für Mitarbeiter wie auch Schokohasen und Schokonikoläuse zu den einschlägigen Festtagen bezieht das Kinderhaus längst aus fairem Handel. Und weil ein gesundes Mittagessen gerade für Kinder enorm wichtig ist, wird diese Mahlzeit in der Einrichtung täglich frisch zubereitet. Und zwar mit regionalen und saisonalen Produkten. Dazu kommen immer wieder pädagogische Projekte. So beschäftigten sich die Kindergarten- und Hortkinder unter dem Motto „Aus wertlos wird wertvoll – Umwelterziehung durch Upcycling“ voriges Jahr intensiv mit der Frage, wie Müll entsteht, wo Abfall entsorgt wird und was sich noch Sinnvolles mit vermeintlich Wertlosem anstellen lässt.

Im kreativen Werkeln verwandelten die Mädchen und Buben alte Gebrauchsgegenstände zu Unikaten. Parallel wurde die Trennung, Vermeidung und Verwertung von Abfall besprochen. Ein Projekt, für das die Einrichtung Ende 2019 die Auszeichnung „Ökokids“ erhalten hat.

Das Konzept der Eine-Welt-Kita ist aber weitreichender. Ziel ist, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. Verständnis soll geweckt werden für die Lebensrealität in anderen Teilen der Welt. Die Mädchen und Buben sollen „ein Gefühl entwickeln für die Komplexität der Welt“.

Die Arche Noah darf sich mit diesem Projekt durchaus als Pionier sehen. Bisher erfüllen gerade einmal zwölf bayerische Einrichtungen die Bedingungen einer „Eine-Welt-Kita“. Doch Diakon Höhn ist zuversichtlich: „Unser Antrag ist fertig.“ Das Zertifikat sei allerdings kein Selbstzweck, sondern vielmehr Verpflichtung, betont Höhn. „Denn diese Themen sind zentral für die kommende Generation, und wir können Kinder nicht früh genug heranführen, damit sie sich selbst eine Meinung bilden.“

Petra Schafflik

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mann (26) raucht am Arbeitsplatz Cannabis und pustet Kollegin Rauch ins Gesicht - plötzlich droht ihr eine Strafe
Ein 26-jähriger Mann rauchte am Arbeitsplatz Cannabis - und blies seiner Kollegin den Rauch ins Gesicht. Der Vorfall nahm aber ein anderes Ende, als wohl erwartet.
Mann (26) raucht am Arbeitsplatz Cannabis und pustet Kollegin Rauch ins Gesicht - plötzlich droht ihr eine Strafe
Höchst vergnügliche Selbsterkenntnis
„Karlsfelder Gedankensprünge“: Bei Karin Bogers Lesung finden sich die Zuhörer in vielen Szenen wieder.
Höchst vergnügliche Selbsterkenntnis
Gastrobereich im Familienbad komplett
Gastrobereich im Familienbad komplett
Dachauer Rentnerin um Gold im Wert einer sechsstelligen Summe betrogen
Betrüger haben eine 90-jährige Frau aus Dachau dazu gebracht, ihnen Goldbarren und Münzen im Wert einer sechsstelligen Summe zu übergeben. 
Dachauer Rentnerin um Gold im Wert einer sechsstelligen Summe betrogen

Kommentare