Gemeinderat Petershausen

Müssen die Schrebergärten Sozialwohnungen weichen?

Auch Petershausen braucht sozialen Wohnungsbau. Eine Möglichkeit: Schrebergartenflächen an der Münchner Straße.

Petershausen – Auch die Gemeinde Petershausen sucht günstigen Baugrund für Sozialwohnungen. Eine Empfehlung des Rechnungsprüfungsausschusses könnte weiterhelfen. Hans Scherer (Freie Wähler) schlägt vor, einen Teil der Schrebergartenflächen an der Münchner Straße für sozialen Wohnungsbau vorzusehen.

„Das wäre billiges Bauland“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Josef Gerer. „Aber es erhebt sich die Frage, ob das da genehmigungsfähig ist.“ Gerer befürchtet, dass das Gelände wegen von der Glonn ausgehender Überschwemmungsgefahr nicht als Bauland genehmigt wird.

Auch Bürgermeister Marcel Fath (FW) findet Scherers Idee im Prinzip nicht schlecht: „Wenn’s grundsätzlich machbar ist, würden wir so vielleicht schneller zu Sozialwohnungen kommen, und das vielleicht sogar ohne Eigenmittel.“

Denn die Gemeinde müsste nur den Baugrund zur Verfügung stellen. Die Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Dachau (WGD) baut dort dann auf eigene Kosten die Sozialwohnungen. Andere Gemeinden im Landkreis haben dieses Angebot schon wahrgenommen.

Für sozialen Wohnungsbau in Petershausen waren bislang Flächen im zukünftigen Baugebiet Rosenstraße vorgesehen. Doch diese Grundstücke hatte sie zu normalen Marktpreisen kaufen müssen. Die wären, wenn der Vorschlag des Rechnungsprüfungsausschusses zum Zuge käme, für andere Zwecke frei.

„Das hat also auch aus der Sicht der Verwaltung überlegenswerte Vorteile“, so Fath, aber es sei mit Widerstand der Kleingärtner zu rechnen. Gerer forderte, den Kleingärtnern Ersatzflächen zu verschaffen.

Kurz diskutierte der Gemeinderat nach einer Nachfrage von Dr. Ernst Nold darüber, ob eine solche Empfehlung nicht über die Zuständigkeit der Rechnungsprüfer hinausgehe. Doch Gemeindekämmerer Daniel Stadelmann stellte klar: Der Ausschuss dürfe zu allem Stellung nehmen. Bernhard Franke (SPD), von Beruf Rechtsanwalt, bestätigte: „Es handelt sich hier um Vermögen der Gemeinde und was man damit machen soll. Also ist das zulässig.“

Gegen eine Stimme votierte der Gemeinderat schließlich für das Ergebnis des Rechnungsprüfungsausschusses und dessen Empfehlung. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Frage des Baurechts zu prüfen und gegebenenfalls nach Ersatzflächen für die betroffenen Kleingärtner zu suchen. rds

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Was wird aus der Münchner Straße?
Wird die Innere Münchner Straße wieder zurückgebaut oder bleibt sie, wie sie ist? Der Verkehrsausschuss entscheidet am Mittwoch, 27. September.
Was wird aus der Münchner Straße?
So wollen die Kandidaten umsetzen, was auf ihren Plakaten steht
Vor der Bundestagswahl haben wir uns mal genau angeschaut, was so auf den Wahlplakaten steht. Dabei haben wir für jeden Direktkandidaten einen Spruch ausgewählt, mit dem …
So wollen die Kandidaten umsetzen, was auf ihren Plakaten steht
Indersdorfer fährt mit 2,5 Promille Auto
Zwei Autofahrer wurden am Dienstag mit Alkohol am Steuer erwischt. Ein 58-jähriger Indersdorfer hatte sogar 2,5 Promille - und zwei Schnapsflaschen neben sich.
Indersdorfer fährt mit 2,5 Promille Auto
Zwei für eine lebenswerte Gemeinde
Volles Haus im Wirtshaus am Erdweg: Wenige Tage vor der Bürgermeisterwahl strömten über 200 interessierte Zuhörer am Montagabend in den Tafernsaal zur Podiumsdiskussion …
Zwei für eine lebenswerte Gemeinde

Kommentare