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Einige Themen hatten die Petershauser Gemeinderäte mit Bürgermeister Marcel Fath (r.) zu bereden. 

Das Ringen ums Essensgeld

Änderung bei Rückzahlung von Verpflegungsgeld im Kindergarten

Mehr regionale und Bio-Lebensmittel, aber weniger Rückerstattung von Essensgeld im Kindergarten – das waren neben dem Ausbau des Radrings die Themen im Petershauser Gemeinderat.

Petershausen– Ein verbreitetes Vorurteil, dass Ratssitzungen immer lange dauern müssen, haben die Gemeindevertreter in Petershausen widerlegt. Nach gut einer Stunde war der öffentliche Teil beendet – und die kurze Tagesordnung bot durchaus Gesprächsstoff.

Wer sein Kind in den Mosaik-Kindergarten schickt, bekommt künftig weniger Essensgeld erstattet, wenn das Kind in der Kita fehlt. Bisher erhielten die Eltern für alle Fehltage den Betrag zurück. Das wird sich in Zukunft ändern: erst ab dem dritten Tag innerhalb eines Monats wird das Verpflegungsgeld zurückgezahlt – dann allerdings rückwirkend für alle Tage, an denen das Kind nicht am Mittagessen teilgenommen hat.  

Diese Regelung soll nach Aussage der Gemeinde der Kita mehr Planungssicherheit geben. Das Essen müsse schon mehrere Tage vorher eingekauft werden und bleibe dann einfach übrig, wenn mehrere Kinder fehlen. Auch verweist die Gemeinde auf den hohen Verwaltungsaufwand. Denn der Elternanteil am Verpflegungsgeld wird im Voraus eingezogen und muss dann zurückerstattet werden – und das bindet offenbar viel Arbeitskraft.

Ursprünglich war im Beschlussentwurf sogar vorgesehen, dass erst ab dem sechsten Fehltag ein Anspruch auf Rückerstattung besteht – doch der Rat ist den Eltern entgegengekommen.  

Auch ein Antrag des Bayerischen Bauernverbandes betrifft unter anderem den Mosaik-Kindergarten. Nach dem Willen der Bauernvertreter sollen Lebensmittel in Gemeinschaftsverpflegungen, bei denen die Gemeinde zumindest ein Mitspracherecht hat, mindestens zur Hälfte aus der Region stammen, außerdem weitere 25 Prozent aus ökologischem Anbau.

Auch wenn alle Fraktionen den Antrag im Grundsatz begrüßt haben, gab es dennoch Bedenken hinsichtlich der festen Quoten. Schließlich seien die Budgets für das Kindergartenessen ohnehin schon knapp bemessen. Regionale und ökologische Produkte haben ihren Preis, und den müssten die Eltern bezahlen. Zudem gab es Bedenken, ob überhaupt genügend Caterer derart strenge Quoten erfüllen könnten.

Aus der Muss- wurde am Ende eine Soll-Regelung: der Gemeinderat begrüßte die Initiative des Bauernverbandes, „lokalen, regionalen und ökologisch erzeugten Produkten den Vorzug zu geben“. Bei Beschaffungen und Ausschreibungen sollen diese Kriterien berücksichtigt werden, soweit sie sozialverträglich umsetzbar seien.

Zudem schloss sich der Rat einem Antrag der Freien Wähler an, ein Stück des lange geplanten Radrings zu realisieren. Eigentlich gibt es den Weg bereits, allerdings kann ihn die Gemeinde nicht nutzen. Denn der geplante Abschnitt zwischen der Jetzendorfer Straße und dem Bürgermeister-Ludwig-Götz-Weg bzw. Westring ist ein Bahn-Versorgungsweg, der parallel zu den Schienen verläuft. Er müsste hergerichtet werden und beispielsweise einen fahrradtauglichen Bodenbelag erhalten.

Die Bahn konnte bisher noch nicht einmal einen Ansprechpartner benennen, mit dem die Verwaltung verhandeln könnte. Klar ist: Die Gemeinde will den Radweg an dieser Stelle.

Bürgermeister Marcel Fath hat nun ein Mandat des Petershausener Gemeinderates, mit der Bahn zu verhandeln. Bis der geplante Radring an dieser Stelle umgesetzt wird, könnte aber noch einige Zeit vergehen.

Oliver Gierens

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