Sie haben viel vor

Sieben Neulinge und eine Wechslerin für den Peterhauser Gemeinderat

Im Gemeinderat der nächsten Legislaturperiode werden einige Neulinge und eine Wechslerin sitzen. Sie haben während den kommenden sechs Jahren viel vor. 

  • In der nächsten Legislaturperiode werden sieben neue Gesichter zum Gemeinderat Petershausen stoßen. 
  • Außerdem gibt es eine Wechslerin zur Grünen-Fraktion, die vorher bei der CSU aktiv war.
  • Alle haben in den kommenden Jahren viel vor. 

Petershausen – An der Rathausspitze bleibt in Petershausen nach der Kommunalwahl bekanntlich alles beim Alten. Bürgermeister Marcel Fath (FW) hat sich in der Stichwahl mit 61 Prozent der Wählerstimmen klar gegen Herausforderer Günter Fuchs (CSU) durchgesetzt. Allerdings wird der Amtsinhaber künftig mit einem deutlich vielfältiger besetzten Gemeinderat die Geschicke der Gemeinde lenken. Denn neben den drei bisherigen Fraktionen von CSU, Freien Wählern und SPD ziehen mit Grünen, FDP und Überparteilicher Bürgergemeinschaft gleich drei neue Gruppierungen ins kommunalpolitische Gremium ein.

Zudem haben die Wähler bei den etablierten Parteien politische Neulinge ins Amt gewählt. Ab der konstituierenden Sitzung des 20-köpfigen Gemeinderats werden sieben neue Mitglieder im Gremium sitzen.

Stefan Fischer von den Freien Wählern will Lösungen für die Leute finden

Einer dieser politischen Neulinge ist Stefan Fischer (FW). Der 35-Jährige arbeitet bei der Gemeinde als stellvertretender Bauhofsleiter. Für den Gemeinderat hat Fischer kandidiert, „weil ich ein bisschen mitentscheiden will, wie sich Petershausen entwickelt“. Schließlich seien es die Bürger seiner Generation, die noch lange Zeit „mit dem leben müssen, was jetzt geplant und entschieden wird.“ Bei seiner täglichen Arbeit als „Hausmeister der Gemeinde“ kommt Fischer viel herum im Ort und mit den Bürgern ins Gespräch. Da erhalte man Einblicke, werde aufmerksam, wo Verbesserungen sinnvoll wären. Um die zu erreichen, setzt Fischer auf eine faire und parteiunabhängige Politik. Sein Ziel ist, „Lösungen für die Leute zu finden.“

Iris Kirchfeld will als neu gewählte SPD-Gemeinderätin ein besonderes Augenmerk auf die Infrastruktur richten. Nicht überall im Ort gebe es einen vernünftigen Internetanschluss, erklärt die 43-jährige Heilpraktikerin, „das kommt ganz darauf an, in welcher Straße man wohnt“. Gerade jetzt, da viele Bürger im Homeoffice arbeiten, werde dieses Manko besonders offenkundig. Aber auch grüne Themen liegen Iris Kirchfeld am Herzen, die den Fokus nicht nur auf den Ausbau von Radwegen oder Solarenergie richten will. Wichtig ist ihr, dass die Trinkwasserversorgung in öffentlicher Hand bleibt. Und die bisher „super“ Qualität des Petershauser Leitungswassers für die Zukunft gesichert wird.

Michael Schwappacher (CSU) hat sich hochgehäufelt 

Gleich zwei neue Gesichter gibt es in der CSU-Fraktion. Vom wenig aussichtsreichen Listenplatz elf auf Position zwei hochgehäufelt haben die Wähler Michael Schwappacher. Auf den Einzug in den Gemeinderat habe er schon gehofft, aber mit diesem Ergebnis nicht gerechnet, sagt der 45-jährige Inhaber einer Spenglerei, der im Sport- und Fischereiverein aktiv ist. Als einziger Handwerker im künftigen Gemeinderat möchte Schwappacher angesichts der bereits hohen Verschuldung das Gemeindebudget im Auge behalten, „die Einnahmen werden zurückgehen in der aktuellen Krise.“ Wichtig ist dem dreifachen Familienvater die Stärkung der Vereine und gerade auch deren Jugendarbeit. Denn mit ihren vielfältigen Aktivitäten sorgten die dafür, „dass Kinder und Jugendliche nicht so viel vor dem Computer sitzen“. Gerne möchte Schwappacher auch das Miteinander fördern, damit Petershausen für die Bürger nicht nur Schlafstadt ist, sondern ein Ort, in dem sie sich wohlfühlen und gerne leben.

Die Finanzen liegen auch dem zweiten CSU-Neuling Stefan Ebner besonders am Herzen. Die laufenden Vorhaben wie Schulerweiterung, Kita- und Feuerwehrneubau seien Pflichtaufgaben, aber überall werde der Kostenrahmen gesprengt, erklärt der 45-jährige Bauingenieur. Gerne möchte er daher seine berufliche Erfahrung einbringen und darauf achten, „dass künftig „Kostensteigerungen im Rahmen bleiben“. Denn nur wenn sich die Verschuldung eingrenzen lässt, wird die Gemeinde auch noch künftig handlungsfähig bleiben, ist sich Ebner sicher. Was die künftige Entwicklung der Gemeinde betrifft, will er sich für ein moderates Wachstum einsetzen. Was die Planungen für die Rosensiedlung angeht, plädiert er für ein Konzept „mit Maß und Ziel, damit Petershausen nicht zu urban wird.“

Drei Gemeinderatssitze für die Grünen

Gleich im ersten Anlauf haben die Grünen drei Sitze errungen, die nach längerer Pause wieder zur Kommunalwahl angetreten sind. Grünen-Sprecher Alexander Heisler, der als Listenführer ins Gremium einzieht, hofft dort auf eine kooperative Zusammenarbeit. Die Grünen wollen natürlich ökologische Themen voranbringen. Der 26-jährige Heisler, der einen Masterstudiengang für nachwachsende Rohstoffe absolviert, nennt als „persönliche Themen“ schon durch sein Studium bedingt die dezentrale, erneuerbare Energieversorgung vor Ort. Aber auch für eine schnelle Mobilitätswende will sich Heisler einsetzen. Dabei geht es ihm nicht nur um Radwege, sondern insgesamt um eine vernünftige Infrastruktur für Radler, die ausreichende Abstellplätze umfasst, „zum Beispiel vor dem Edeka.“

Bei allen Entscheidungen will die zweite Grünen Gemeinderätin, Susanne Strauß, die langfristige Perspektive für künftige Generationen in den Blick nehmen. Die 34-jährige Windgutachterin kennt Petershausen seit ihrer Jugend und will sich dafür einsetzen, dass Menschen auch in Zukunft gerne im Ort leben. Strauß, die sich im Sportverein und Pfarrgemeinderat engagiert, ist daher eine gute Vereinsstruktur wichtig wie auch das soziale Miteinander, „einfach, dass sich die Menschen daheim fühlen, Arbeit und Kinder gut verbinden können, nichts vermissen.“

Lydia Thiel ist von der CSU zu den Grünen gewechselt

Dritte im Bunde der Grünen-Fraktion ist Lydia Thiel. Die 60-jährige Lehrerin ist allerdings alles andere als ein politisches Greenhorn, vielmehr saß sie bisher für die CSU im Gemeinderat und war früher bereits für die ÖDP aktiv. Neben ökologischen Themen will sich Thiel weiter für ein Bürgerhaus einsetzen, mit Räumen für Musik- und Volkshochschule, und als Treffpunkt der Petershauser.

Michael Seemüller wird die erst im vorigen Sommer neu gegründete Überparteiliche Bürgergemeinschaft Petershausen im Gemeinderat vertreten. Der 26-Jährige hat schon vor der konstituierenden Sitzung für Aufruhr gesorgt, weil er sich der CSU in einer Fraktionsgemeinschaft anschließen will, was nicht allen gefällt (wir berichteten). Seemüller ist beruflich als Einkäufer tätig und bei der Feuerwehr aktiv.

Petra Schafflik

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