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„Wir lassen sie nur schweren Herzens ziehen...“ Dekan Felix Reuter, Pfarrerin Katharina He unemann, Diakon Philip Höhn und Pfarrer Robert Maier (v.l.).  Segenspendenin Corona-Zeiten

Katharina Heunemann und Philip Höhn verlassen Petershausen

Außergewöhnlicher Gottesdienst zum Abschied von Pfarrerin und Diakon

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Mit einem heiteren Gottesdienst unter freiem Himmel hat die evangelische Kirchengemeinde Kemmoden-Peterhausen Pfarrerin Katharina Heunemann und Diakon Philip Höhn verabschiedet.

Petershausen – Auf offizielle Einladungen hatte die evangelische Kirchengemeinde Kemmoden-Peterhausen bewusst verzichtet, die Veranstaltung extra auf die Wiese hinter dem Gemeindezentrum verlegt, um die aktuellen Abstandsregeln einhalten zu können. Mit einem heiteren Gottesdienst unter freiem Himmel wurden am gestrigen Sonntag Pfarrerin Katharina Heunemann und Diakon Philip Höhn verabschiedet. 

Tatsächlich erwies sich der Garten, in dem sich etwa 50 Gemeindemitglieder versammelt hatten, dann als wunderbar passender Rahmen für diesen, so Pfarrer Robert Maier, „außergewöhnlichen Gottesdienst in außergewöhnlichen Zeiten“.

Die beiden scheidenden Heunemann und Höhn lasse man „nur schweren Herzens und mit einem weinenden Auge ziehen“, betonte Dekan Felix Reuter. In Petershausen werden auch weiterhin „die Früchte eures Wirkens wahrgenommen werden, dafür sind wir dankbar“.

Wer weggeht, muss Abschied nehmen und meist auch umziehen. Vor welche Probleme schon das Packen für eine Urlaubsreise den einen oder anderen stellen kann, machten Claudia Kloos und Katharina Stingl vom Kirchenvorstand in einer kurzen Spielszene deutlich. Fazit: Reisen ist im Kern doch ein einfacheres Leben, und das geht nur mit leichtem Gepäck.

Tatsächlich aber werde sie für das Umzugsgut der vierköpfigen Familie „eine Menge Kartons und einen Laster brauchen“, sagte Pfarrerin Katharina Heunemann lachend. Dagegen passen die Sachen von Philip Höhn und seiner Frau „leicht in einen VW-Bus“.

Doch Heunemann und Höhn, das schilderten sie in einem gemeinsamen Verkündigungsimpuls, nehmen mehr mit als Inventar und Hausrat: Begegnungen mit Menschen bleiben im Gedächtnis auf dem weiteren Weg, dazu Erfahrungen aus dem in Petershausen Erlebten und Vertrauen auf die Zukunft. Also doch auch leichtes Gepäck. Dabei erweise sich das Bibelwort der Woche als wunderbar treffend, erläuterte Dekan Felix Reuter. Das lautet: Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So steht es im Galaterbrief, könnte aber auch ein passender Werbespruch sein für ein Umzugsunternehmen, findet Dekan Reuter. Doch vor jedem Umzug, jedem Abschied, an jeder Schwelle des Lebens, stelle sich die Frage: Was nehme ich mit, was lasse ich hier? Egal wie das Ergebnis aussehe, „niemand muss es alleine tragen“.

In Anbetracht des anstehenden Umzugs, der Katharina Heunemann in den Münchner Süden nach Höhenkirchen und Philip Höhn in den Süden von Nürnberg nach Feucht führt, hat sich Dekan Reuter um ein passendes Geschenk viele Gedanken gemacht. „Leicht und doch gehaltvoll“ sollte es sein, die Wahl fiel auf ein filigranes Kreuz, gebildet aus den Worten des „Vater Unser“.

Ein wenig Kreativität bedurfte es dann, um Heunemann und Höhn einen „kontaktlosen Segen“ zu spenden. Dafür wurden die Ehepartner Jens Heunemann und Marlene Höhn zu Assistenten bestellt, die anstelle von Dekan Reuter dann jeweils ihre Hand segensspendend auflegten.

Danach bot eine vor allem für die Kinder gedachte Flaschenpost-Aktion allen die Gelegenheit, eine Botschaft zu entwerfen und in einer Glasflasche zu verstauen. Derweil konnten Pfarrerin und Diakon Geschenke entgegennehmen.

Weil viele Gemeindemitglieder und Vertreter anderer Pfarreien oder Kommunen nicht bei der Verabschiedung dabei sein konnten, hat der Kirchenvorstand ein Erinnerungsbuch konzipiert, in das auch die per Post eingegangenen Grußworte aufgenommen wurden. Persönlich gekommen waren Bürgermeister Marcel Fath (FW) und sein Stellvertreter Wolfgang Stadler (SPD), die ebenfalls Präsente dabeihatten.

Nach dem formellen Auszug der Geistlichen endete der „außergewöhnliche Gottesdienst“ auch außergewöhnlich. Nachdem das eigentlich für den gestrigen Sonntag geplante Gemeindefest natürlich nicht stattfinden konnte und auch keine andere gesellige Zusammenkunft zum Abschied von Pfarrerin und Diakon möglich war, lagen in einem Weidenkorb kleine Piccolo-Sekt zum Mitnehmen bereit. Damit, sagte fröhlich Pfarrerin Heunemann, „können wir dann wenigstens aus der Ferne alle miteinander anstoßen“.

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